Jaja, die Hundesteuer. Wie oft wurde nicht schon darüber gestritten und diskutiert. Sogar Bürgerinitiativen gegen die Hundesteuer wurden bereits ins Leben gerufen. Und was ist passiert? (Leider) nichts! Doch sollte die Hundesteuer wirklich abgeschafft werden oder bringt sie der Gesellschaft doch einen Nutzen? Wir haben uns für Sie kritisch mit diesem Thema auseinander gesetzt.

Anna: Die Hundesteuer kommt allen zugute!

Steuern zahlt niemand gern. Auch der Hundehalter nicht. Der größte Irrtum ist, dass die Hundesteuer etwas mit den Hinterlassenschaften der Vierbeiner zu tun habe. Die müssen Hundebesitzer aufsammeln. Wer das nicht tut, riskiert eine Geldbuße - völlig unabhängig von der Hundesteuer. Der Gedanke hinter der Steuer ist, dass es zum "Luxus" gehört einen Hund zu halten. Dem kann wohl jeder Hundefreund noch zustimmen. Andererseits bedeutet das aber auch, dass sich nicht jeder diesen Luxus leisten kann. Also ähnlich wie bei der KFZ-Steuer: Wer so viel Geld hat, um sich ein Auto zu leisten, muss dafür Abgaben zahlen. Alle anderen fahren Bus, Bahn oder Fahrrad. Hinzu kommt, dass Hunde einen deutlich stärkeren Einfluss auf das Stadtbild haben, als das Meerschweinchen oder die Katze. So kann durch die Höhe der Hundesteuer, die jede Gemeinde für sich selbst festlegt, die Anzahl der Hunde in einer Gemeinde in einem gewissen Rahmen gehalten werden. Und davon profitieren alle, auch die Hunde. Das kann man unfair finden oder akzeptieren. Aber Tierliebe hin oder her: Wer einen knapp bemessenen Geldbeutel hat, sollte sich ohnehin gut überlegen, ob er sich einen Hund anschafft. Denn mit der Hundesteuer sind die Kosten für den Hund noch lange nicht gedeckt.

Ausnahmen gibt es übrigens für Blinden-, Wach- und Rettungshunde, die oft ganz steuerfrei sind oder zumindest eine Ermäßigung erhalten. Und selbst, wenn Sie die Hundesteuer zahlen müssen, das Geld verschwindet ja nicht einfach, sondern wird in Ihrer Gemeinde verantwortungsvoll eingesetzt und leistet so einen kleinen Beitrag zum Wohl der Allgemeinheit. Denn im Gegensatz zur KFZ-Steuer bleiben die Einnahmen der Hundesteuer in der Gemeinde, die sie erhoben hat, und können so direkt in Ihrer Umgebung eingesetzt werden.  

Franziska: Die Hundesteuer ist absolut unfair!

Bei der Recherche zu diesem Thema fiel es mir tatsächlich schwer, nicht sofort bei einer der Bürgerinitiativen gegen die Hundesteuer zu unterschreiben. Da ich keinen Hund besitze hatte ich mich bisher nicht weiter mit diesem Thema beschäftigt. Ich war wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass die Hundesteuer, wenn sie denn schon nur von Hundebesitzern gefordert wird, auch nur für Zwecke in Bezug auf die Hundehaltung in den Gemeinden verwendet wird. Doch weit gefehlt! Die Hundesteuer ist eine öffentlich-rechtliche Abgabe und somit nicht zweckgebunden, sondern wird für alle, in der jeweiligen Gemeinde anfallenden Ausgaben, genutzt. Wo bleibt denn da die Fairness? Ein kleiner Prozentsatz der Gemeindebewohner zahlt für die Ausgaben der gesamten Gemeinde? Ich frage mich, wer auf diese absurde Idee gekommen ist! Wieso müssen dann nicht ebenso Katzen- oder Meerschweinchenhalter eine Steuer zahlen? Wenn die Hundesteuer für die Beseitigung des Hundekots, das Bereitstellen von Kottüten oder auch die Instandhaltung und Verschönerung von Parkanlagen genutzt werden würde, okay! Das würde ich einsehen. Aber so etwas?

Hundebesitzer haben für Futter und Pflege schon genug Ausgaben für ihren Vierbeiner. Hinzu kommt noch die inzwischen verpflichtende Haftpflichtversicherung. Noch dazu erhebt jede Gemeinde in Deutschland die Hundesteuer in einer anderen Höhe und sogenannte "gefährlichere Hunderassen" werden meistens sogar höher besteuert! Ich frage mich wieso? Diese Hunde verursachen ja auch nicht mehr Kosten für die Gemeinde, als "normale" Hunderassen oder? Ich bin absolut entsetzt über die unfaire Behandlung der Hundebesitzer und werde sicherlich, sobald ich einen eigenen Hund besitze, einer der zahlreichen Bürgerinitiativen gegen die Hundesteuer beitreten!

Foto: © PixelPower/fotolia.com

(3)