Wenn eine weibliche Katze die Geschlechtsreife erreicht hat, ist sie regelmäßig zur Paarung bereit: Diese Zeit nennt man Rolligkeit. Das typische Verhalten in dieser Phase ist von Katze zu Katze unterschiedlich stark ausgeprägt. Bei Katern spricht man zwar nicht von Rolligkeit, doch auch sie neigen zu liebestollem Verhalten, wenn sie geschlechtsreif sind.

Die Geschlechtsreife der weiblichen Katze

Der Beginn der Geschlechtsreife ist von Rasse zu Rasse verschieden. In der Regel werden weibliche Katzen im Alter von sechs bis neun Monaten geschlechtsreif, in wenigen Ausnahmen erst mit einem Jahr. Im Gegensatz zu uns Menschen kennen weibliche Katzen keine Wechseljahre. Da ihre Fortpflanzungsfähigkeit bis ins hohe Alter bestehen bleibt, ist es nicht selten, dass eine 15-jährige Katze noch trächtig wird.

Wie oft werden Katzen rollig?

Freigänger-Katzen werden in der Regel zweimal im Jahr für acht bis zehn Tage rollig. Davon sind sie aber nur vier Tage paarungsbereit. Gibt es in dieser Zeit jedoch keine Deckung durch einen Kater, lässt die nächste Rolligkeit meist nicht lange auf sich warten. Es kann passieren, dass Ihre Katze in den darauffolgenden drei Wochen erneut rollig wird. Von September bis Dezember haben Katzen von Natur aus eine Ruheperiode, in der sie nicht rollig werden. Das liegt daran, dass die Paarungs- und Fortpflanzungsbereitschaft bei Katzen durch die Länge des Tageslichts gesteuert wird und wir in diesem Monaten weniger als acht Stunden Tageslicht haben. Katzen, die in den Wintermonaten jedoch täglich mehrere Stunden künstlichem Licht ausgesetzt sind, können auch in der natürlichen Ruhephase rollig werden. Das ist vor allem bei reinen Wohnungskatzen der Fall. Sie können das ganze Jahr rollig werden, weil sie auch mit künstlichem Licht leben. In wenigen Fällen kommt es auch zu einer Dauerrolligkeit.

Das Verhalten während der Rolligkeit

Anzeichen für das Eintreten der Rolligkeit ist vor allem Appetitlosigkeit. Hinzu kommen Schreien, Jammern und heftiges "Aufdembodenwälzen". Auch wenn Ihre Katze sich immer wieder gegen Sie lehnt und Kopf und Flanken an Sie drückt, tut sie das, weil sie rollig ist und ihre Duftmarken setzt. Das Verhalten während der Rolligkeit kann natürlich bei jeder Katze verschieden sein. Temperamentvolle Vierbeiner stellen ihren Sexualtrieb meist mehr zur Schau als von Natur aus ruhigere Stubentiger.

Die Geschlechtsreife bei Katern

Anders als bei Katzen sind Kater allzeit bereit und nicht an bestimmte Zeiten gebunden. Im Alter von acht bis zehn Monaten werden sie geschlechtsreif, erfolgreich decken kann ein Kater in der Regel jedoch erst ab dem zehnten Monat. Besonders intensiv auf der Suche nach geschlechtsreifen und rolligen Partnerinnen sind die Kater im Frühjahr. Diese Phase wird auch Brunftzeit genannt. Auf ihren Streifzügen durch die Natur auf der Suche nach einer rolligen Katze sind die Kater nicht zu bremsen und lassen jegliche Vorsicht außer Acht. Das kann ihnen vor allem im Straßenverkehr zum Verhängnis werden. Sie vergessen jede Art von Hunger und auch zuhause lassen sie sich oft nächtelang nicht blicken. Machtkämpfe mit anderen Katern, die Blessuren und Kratzer mit sich bringen, sind in dieser Zeit ebenfalls keine Seltenheit.

Das Verhalten während der Brunftzeit

In der Brunftzeit hinterlassen auch männliche Katzen überall ihre Duftmarken in Form von Urinspritzern. Bäume, Sträucher, Zäune und Hausecken bleiben dabei nicht verschont. Auch vor den eigenen vier Wänden machen viele Kater nicht Halt. Dann kommt es vor, das Kratzbaum, Möbel und Tapeten markiert werden. Da dies nicht besonders angenehm ist, sollten Besitzer von Wohnungskatern darüber nachdenken, ihren Liebling kastrieren zu lassen. Lassen Sie sich dazu am Besten von einem Tierarzt beraten.

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