„Das machen die unter sich aus!“ – ein alter, weit verbreiteter, aber leider auch falscher Ratschlag, den man als Hundehalter immer wieder zu hören bekommt. Besonders häufig dann, wenn man eine Hundewiese oder einen Hundespielplatz besucht. Überall dort, wo viele verschiedene Hundecharaktere, große und kleine Vierbeiner aufeinander treffen, kommt es häufig zu Mobbing. Mit Hilfe von Hundetrainerin Gabriele Holz erklären wir, wie Sie Mobbing erkennen und wie Sie mit Ihrem Vierbeiner solche Situationen meistern.

„Die spielen doch nur!“

Ist das noch Spaß, spielen die bloß oder wird hier gerade aus Spiel Ernst? Das zu unterscheiden fällt vielen Hundehaltern schwer. Doch woran erkennen Sie, ob Ihr Liebling spielt, mobbt oder gemobbt wird?  Unter Hunden entsteht ein Mobbingangriff meist im Spiel, wenn verstärkt Endorphine ausgeschüttet werden und z.B. aus spielerischem Hetzen ein aggressives Jagdverhalten wird. Auch bei einer Rangelei zwischen zwei Hunden kann es durch Stimmungsübertragung zum Mobben in der Gruppe kommen. Besonders unsichere Hunde sind beliebte Ziele für Mobbingangriffe. Flieht ein Hund, kann  ihn das schnell zur potenziellen (Mobbing-)Beute machen. Der Instinkt des Hinterherjagens wird automatisch ausgelöst. 

Mobbing erkennen und verhindern

  • Beobachten Sie die Hunde während des Spiels genau. Ein ausgeglichenes Spiel ist gekennzeichnet von ständigem Rollentausch, Spielaufforderungen und übertriebenen Bewegungen und Gesichtsausdrücken in Form von Drehungen und Hüpfern sowie Spielgesichtern. Typisch ist auch ein ständiger Wechsel von Verhaltens- und Spielformen wie zum Beispiel Jagen, Raufen, Kuscheln. Das Spiel kann jeder beteiligte Hund durch sein Verhalten stets unterbrechen.
  • Erkennen Sie die Anzeichen für Stress, Angst oder sogar Panik. Dazu gehören unter anderem erweiterte Pupillen, starkes Hecheln, wildes um sich schnappen, jaulen oder schreien und vermehrtes Zeigen von Beschwichtigungssignalen.
  • Geben Sie Ihrem Vierbeiner Schutz und Führung. Kommt Ihr Hund zu Ihnen, dann geben Sie ihm Schutz hinter Ihnen und wehren Sie den anderen Hund ab. Bitten Sie den anderen Halter seinen Hund kurz bei sich zu behalten. Haben sich die Vierbeiner wieder beruhigt, kann das Spiel weiter gehen.
  • Schlechte Hundebegegnungen gehen auch an Ihnen nicht spurlos vorbei. Achten Sie aber immer darauf, dass Sie die Hunde durch panisches Schreien nicht zusätzlich antreiben. Reißen Sie scheinbar kämpfende Hunde niemals auseinander. Es besteht dabei ein hohes Risiko Verletzungen herbeizuführen oder zu verschlimmern. Bleiben Sie auch bei zukünftigen Hundebegegnungen so ruhig wie möglich, denn Ihre Sorgen und Ängste übertragen sich auf Ihren Liebling und verunsichern ihn.

Risiken und Nebenwirkungen

Auch wenn keine ernsthaften Verletzungen entstehen: Beide Hunde können aus solchen Situationen problematische Erfahrungswerte ziehen. Der unsichere Hund, der gemobbt wurde, kann nicht nur das Vertrauen in seinen Menschen verlieren, zukünftige Hundebegegnungen können von ihm auch als bedrohlich empfunden werden und es bleibt Ihrem Liebling nur die Flucht oder ein Angriff.

Der mobbende Hund hatte Erfolg mit seinem Verhalten und die ausgeschütteten Endorphine sind eine starke Belohnung. Dieser Hund kann in Folge das unerwünschte Verhalten immer häufiger und stärker ausgeprägt zeigen.

Sollte auch beim harmlosen Spiel mal eine Verletzung Ihres Lieblings entstehen, können Sie sich mit einer Hunde-OP-Versicherung oder Hundekrankenversicherung auf eine gute ärztliche Betreuung Ihres Lieblings verlassen. In der AGILA Hundetrainer- Sprechstunde haben Sie die Möglichkeit, sich bei Verhaltensproblemen kostenlos an Gabriele Holz oder einen anderen kompetenten Hundetrainer zu wenden.

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