Legt man sich ein kleines Kätzchen als Zuwachs für die Familie zu, wurde diese Entscheidung bewusst getroffen. Man hat sich Gedanken über die Rasse und gegebenenfalls den Züchter gemacht oder das Tierheim in Ruhe besichtigt. Doch was sollte man tun, wenn man z.B. beim Spaziergang im Wald unverhofft scheinbar mutterlose Katzenbabys findet?

Berührung wild geborener Katzen

Als erstes gilt, die Kleinen nicht einfach so anzufassen. Einerseits können die Katzenjungen Krankheiten übertragen und anderseits sind die Mutterkatzen oft sehr scheu und könnten ihre Kitten aufgrund des fremden Geruchs danach nicht mehr annehmen. Man sollte also zunächst abwarten und die Situation beobachten. Es ist gut möglich, dass die Mutter der wild geborenen Kitten sich ganz in der Nähe versteckt.

Mitnahme von wild geborenen Kitten

Bevor man eine oder mehrere der kleinen Katzen mitnimmt, sollte man versuchen abzuschätzen, wie alt die Tiere sind. Bis Katzenbabys ein Alter von sechs bis acht Wochen erreicht haben, brauchen sie ihre Katzenmutter unbedingt, da sie auf die Muttermilch angewiesen sind. Vollmilch oder Dosenfutter bieten dafür keinen Ersatz. Auch spezielles Milchpulver für die Flaschenzucht bietet nicht den gleichen Schutz wie Muttermilch. Eine Katze im Alter von circa sechs Wochen lässt sich daran erkennen, dass sie bereits sehr beweglich und verspielt ist.

Selbst aufziehen oder abgeben?

Besteht der Eindruck, dass das Muttertier wirklich verschwunden und die Katzenbabys hilflos sich selbst überlassen sind, ist Hilfe angebracht. Die Flaschenaufzucht von Kitten ist sehr zeitintensiv und aufwendig. Kätzchen unter vier Wochen brauchen beispielsweise alle zwei Stunden Nahrung. Fühlt man sich der Situation, die wild geborenen Kitten selbst aufzupäppeln, nicht gewachsen, sollte Kontakt zum örtlichen Tierheim beziehungsweise Tierschutzverein aufgenommen werden.

Fällt die Entscheidung jedoch für die Selbstaufzucht, ist eine umgehende Tierarztbetreuung notwendig. Wild geborene Kitten haben fast immer Parasiten und können mit Krankheiten wie z.B. Katzenschnupfen infiziert sein. Vor allem bereits vorhandene Haustiere sollten solange abgeschottet werden, bis der Tierarzt „grünes Licht“ gibt. Später ist dann eine Kastration sinnvoll.

Wild geborene Katzenbabys sollten also nicht ohne Überlegung mitgenommen werden. Nur, wenn wirklich die Befürchtung besteht, dass die kleinen Samtpfoten völlig verlassen und nicht überlebensfähig sind, sollte man die Initiative ergreifen.

Foto: © Carola Schubbel/fotolia.com

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