Meist werden sie nur unbewusst von uns wahrgenommen, doch ohne sie wäre eine Katze eben keine richtige Katze: die Schnurrhaare. Doch was hat es mit diesen Haaren eigentlich auf sich? Wie nützen sie den kleinen Vierbeinern und was haben sie mit dem Schnurren der Katze zu tun?

Funktionen der Schnurrhaare

Die Schnurrhaare der Katze gelten als sechster Sinn und sind ein lebensnotwendiger Teil ihres Tastsinns. Die sogenannten „Vibrissen“ sind mit zahlreichen Nervenenden verbunden und nehmen selbst feinste Luftwirbel wahr. Bewegt sich etwas in der Nähe der Katze, spürt sie die Luftveränderungen bzw. die Luftzüge über genau diese Schnurrhaare. Für die Jagd sind die feinen Antennen also unerlässlich. Selbst bei Nacht vermitteln sie der Katze so ein Bild von ihrer Umgebung. Dies geht allerdings nur mit intakten Vibrissen. Sind sie abgebrochen oder beschädigt, kann die Katze sie nicht nutzen. Die „Katzenfühler“ sind aber nicht nur für die Wahrnehmung der Umgebung wichtig: Mit ihnen kann die Samtpfote auch die perfekte Stelle für den tödlichen Biss im Nackenbereich der Beute ausfindig machen. Beim Tragen der Beute im Maul, spürt die Katze mit Hilfe ihrer Schnurrhaare ob sich das gefangene Tier noch bewegt und an welcher Stelle am meisten Blut pulsiert. Dort setzt sie dann den tödlichen Biss.

Was verraten uns die feinen Antennen?

Auch über den Gemütszustand der kleinen Samtpfoten verraten die Schnurrhaare etwas.

  • Dicht nach hinten gerichtete Schnurrhaare: Furcht und möglicher Angriff
  • Seitlich ausgerichtet und kaum aufgefächert: Ruhe und Gelassenheit
  • Breit aufgefächert und nach vorne gerichtet: aufmerksame Spannung und Aktionsbereitschaft

Wenn Katzen Schnurrhaare verlieren

Jede Katze besitzt durchschnittlich 24 Vibissen rund um die Nase. Doch auch am Kinn, über den Augen und an einigen Gelenken befinden sich die feinen Antennen. Viele Katzenhalter haben sicherlich ab und an schon mal ein Schnurrhaar ihres Lieblings auf dem Boden oder Sofa gefunden. Auch wenn die Katzenfühler viel dicker und tiefer verankert sind als das normale Haar, ist der gelegentliche Ausfall ganz normal – sie wachsen schnell wieder nach.

Schnurrhaare und das Schnurren

Die Schnurrhaare haben, anders als man vielleicht annimmt, nichts mit dem Schnurren der Katze zu tun. Ob sie nun „Schnurrhaare“ heißen, weil sie wie ein Schnurrbart aussehen, bei starkem Schnurren leicht vibrieren oder auch aus einem anderen Grund, ist nicht geklärt. Die feinen Katzenfühler sollten nicht unterschätzt werden. Sowohl für die Samtpfoten selbst als auch für alle Katzenliebhaber haben sie Vorteile – sei es nun als Jagdhilfe oder Verständigungsmittel.

Foto: © farbkombinat/fotolia.com

(1)