Dass der Hund vom Wolf abstammt, dürfte jedem bekannt sein. Doch wie genau wurden damals aus wildlebenden Raubtieren Nutztiere und letztendlich treue Begleiter der Menschen?

Rassenvielfalt

Auch heute noch gibt es überall auf der Welt die unterschiedlichsten Wolfsarten und somit Vorfahren unserer Fellnasen. Die Wölfe im Norden Alaskas zum Beispiel können eine Schulterhöhe von bis zu einem Meter erreichen. In Indien sind sie hingegen nur höchstens 60 cm hoch. Dies erklärt die heutige Vielfalt an Hunderassen.

Vom Wolf zum Hund

Die Artentrennung vom Wolf zum Hund begann bereits vor ca. 125.000 Jahren. Dort erkannte man die Fähigkeiten des Wolfes und erste Versuche, die wilden Tiere zu zähmen, begannen. Es dauerte einige Zeit, bis das Domestizieren leichter fiel, doch ein Haushund wie wir ihn heute kennen, war noch lange nicht geschaffen. Aus Überlebensnot oder auch aus reiner Bequemlichkeit näherten sich die Wölfe mit den Jahren immer mehr den menschlichen Lagern und folgten ihnen letztlich, um Nahrung abzugreifen. So „verhaustierten“ sie sich allmählich selbst.

 

Nahe Verwandte

Der Mensch fing an, die Stärken der Vierbeiner gezielt zu nutzen und setzte sie als Gebrauchshunde für die Jagd, das Hütewesen, den Schutz und den Transport ein. Hunderassen, wie z. B. die Pyrenäenschäferhunde, welche noch heute mehr Schutzhund als Haushund sind, haben eine sehr enge Verbindung zu ihrem damaligen Vorfahren dem Wolf.

 

Der Weg zur Rassezucht

Einige Hunde wurden bereits vor mehreren Tausend Jahren zur Gesellschaft gehalten. Die reichen Damen in Ägypten, Griechenland und Rom hielten sich kleine Hunde zur Unterhaltung, aber auch als „lebende Fußwärmer“. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts ging man dazu über, gezielt Rassen zu züchten. Den allerersten Rassehundeclub gab es in England. Nach und nach entstanden immer mehr solcher Vereine, die sich fast alle später gemeinsam unter dem Dach der Fédération Cynologique International (FCI), 1911 in Paris gegründet, organisierten. Als Rassehund gelten heute Hunde, deren Vorfahren über mehrere Generationen bekannt und überprüfbar erfasst sind.

Heute verbindet die meisten Hunderassen lediglich das Aussehen mit ihrem „Urvater Wolf“. Aus einem ungezähmten Raubtier wurde des Menschen bester Freund – eine Entwicklung, die unser Leben um einiges bereichert hat.

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