Ähnlich wie beim Menschen können Bluttransfusionen auch beim Hund unter bestimmten Bedingungen Leben retten. Dabei wird dem Organismus des kranken Tieres gespendetes Blut zugeführt. Bluttransfusionen werden bei Hunden vor allem dann eingesetzt, wenn sie viel Blut verloren haben, unter Blutarmut leiden oder Gerinnungsstörungen vorliegen. Anders als beim Menschen ist es allerdings nicht von entscheidender Bedeutung, die Blutgruppe des Hundes zu kennen.

Die Blutgruppen bei Hunden

Bei Hunden wird zwischen einer Vielzahl von Blutgruppen unterschieden. Die Klassifikation erfolgt, indem die Buchstaben DEA an den Anfang gestellt werden. Dies steht für „Dog Erythrocyte Antigene“. Gefolgt wird das Akronym von einer Nummer, die die genaue Blutgruppe angibt.

Es gibt dabei fünf Fälle: DEA 1.0, DEA 3.0, DEA 4.0, DEA 5.0 und DEA 7.0. Bei diesen fünf Serien werden jeweils diverse Allele unterschieden, die bezüglich einer Bluttransfusion verschiedene Ausprägungen aufweisen. Ob die Blutgruppen kompatibel sind, ist allerdings erst ab der zweiten Transfusion oder bei unbekannter Vorgeschichte zu beachten. Das bedeutet, dass für die erste Bluttransfusion nicht relevant ist, welche Blutgruppe Ihr Hund besitzt. Hier unterscheiden sich Menschen und Hunde stark voneinander: Bei Menschen kann es lebensgefährlich sein, Blut ohne Kenntnis der Blutgruppen zu übertragen.

Statistisch sind in erster Linie weibliche Hunde davon betroffen, bei der zweiten Transfusion Antikörper auszubilden.

Auch Hunde können Blut spenden

Wie beim Menschen werden auch bei Hunden Blutspenden benötigt, um Transfusionen durchzuführen. Dafür gibt es Datenbanken, in denen Hundehalter mit ihren Tieren verzeichnet sind. Zudem gibt es in einigen Städten Blutbanken, bei denen Spenden eingelagert und bis zu 30 Tage lang aufbewahrt werden. Zu den Voraussetzungen dafür, dass Ihr Hund Blut spenden darf, gehören unter anderem:

  • Regelmäßige Impfung und Entwurmung
  • Mindestens 25 kg Körpergewicht
  • Mindestens ein, höchstens neun Jahre alt
  • Nicht aus dem Ausland
  • Kein regelmäßiger Konsum von Medikamenten

Viele Kliniken zeigen sich für die Blutspende erkenntlich, indem sie ein kostenloses Blutbild anfertigen oder dem Spendertier eine kostenlose Mahlzeit zukommen lassen. Nach der Blutspende ist Ihr Hund in der Regel sofort wieder fit, die entnommenen Blutkörperchen bilden sich innerhalb der kommenden Wochen vollständig wieder nach. Das gilt es, zu beachten Dem Spendertier wird stets nur so viel Blut entnommen, wie im Verhältnis zu seinem Körpergewicht unproblematisch ist. Bei großen Hunden können daher bis zu 550 Milliliter entnommen werden. Beim Empfängertier kommt es selbstverständlich auch bei getroffenen Vorkehrungen mitunter zu Komplikationen. Neben Zittern und Atemproblemen kann es passieren, dass die roten Blutkörperchen des Spendertiers vom Organismus des Empfängers zerstört werden. Darum ist es wichtig, dass das Tier nach der Bluttransfusion in tierärztlicher Betreuung bleibt.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

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