Der Herzwurm ist ein Fadenwurm, dessen Larven durch Stechmücken übertragen werden. Die damit verbundene Krankheit, die Organe nachhaltig schädigen kann, nennt man Dirofilariose. Wird der Wurmbefall zu spät oder gar nicht festgestellt, verläuft er tödlich. Wir erklären Ihnen, was Sie für den Schutz Ihres vierbeinigen Lieblings tun können.

Ungewünschtes Urlaubsmitbringsel

Der Parasit wird über Stechmücken übertragen. Sie saugen das Blut eines erkrankten Tieres und stecken sich dabei mit Embryonen des Wurmes an. In ihrem Körper wachsen die Embryonen zu Larven heran, welche beim nächsten Stich auf den neuen Wirt übertragen werden und sich dort zu Würmern entwickeln. Betroffen sind typischer Weise Hunde, in seltenen Fällen auch Katzen. Der Herzwurm ist hauptsächlich in den Mittelmeerländern verbreitet, in seltenen Fällen kann es jedoch sein, dass eine Mücke in Deutschland einen befallenen Vierbeiner sticht und die Larven weiterverbreitet.

Die Würmer erreichen eine Länge von 15 bis 30 cm und können einzeln oder zu Hunderten vorkommen. Je höher die Zahl ist, umso gravierender ist der Schaden. Sie setzen sich zunächst im Herz und der Lunge fest, verbreiten sich aber auch in weitere Teile des Körpers.

Symptome erkennen

Leider sind die Anzeichen für einen Befall nur sehr schwach ausgeprägt und daher schwer zu erkennen. Dazu gehören ein Flüssigkeitsstau im Unterleib, plötzliche Schwäche, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Zusätzlich leidet das Tier an Anämie, Gelbsucht und Husten. Ihr Tierarzt kann Ihren Liebling gezielt auf die Erkrankung über Bluttests oder Röntgenaufnahmen untersuchen.

Behandlung

Ist Ihr Liebling befallen, gilt: so schnell wie möglich handeln! Vor dem Befall verabreichte Präparate  töten die Larven direkt nach der Infektion (und sind damit die schnellste Reaktion). Auch nach dem Urlaub können noch Medikamente genutzt werden, um den Parasiten im Larvenstadium abzutöten. Würmer, die sich bereits im Körper angesiedelt haben, können ebenfalls medikamentös beseitigt werden. Dabei kommt es auf die Anzahl und Größe an – denn je länger sie sich im Körper verbreiten und heranwachsen konnten, umso wahrscheinlicher ist ein irreparabler Schaden. In besonders schweren Fällen können die Parasiten nur noch operabel entfernt werden, doch das Risiko einer Operation am Herzen ist hoch.

Einem Befall vorbeugen

Vorsorge ist besser als Nachsorge, weshalb Sie sich vor einem Urlaub in Risikogebiete überlegen sollten, ob Sie Ihren Liebling wirklich mitnehmen. Soll er unbedingt mitkommen, fragen Sie Ihren Tierarzt vor dem Urlaub in einem Risikogebiet nach einer geeigneten Prophylaxe – nicht jeder Vierbeiner verträgt jedes Mittel. Es gibt jedoch eine große Auswahl an Entwurmungs-Tabletten, die entweder vor oder nach der Reise ins Risikogebiet verabreicht werden.

Damit es gar nicht erst zu einer Infektion kommt, sollten Sie außerdem versuchen, die Anzahl an Mückenstichen gering zu halten. Zur Dämmerung, wenn besonders viele Insekten draußen sind, können Sie Ihren Liebling zum Beispiel in einem geschützten Raum behalten oder mit Mückenspray aus dem Fachhandel schützen. Zusätzlich können Sie eine Tierkrankenversicherung abschließen, um sich und Ihren Vierbeiner vor hohen Tierarztkosten abzusichern.

Foto: © Corinna/Adobe Stock

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