Und jetzt wird es noch richtig kompliziert. Bloch unterscheidet zwischen situativer und formaler Dominanz.
Situative Dominanz ist die Auseinandersetzung im Wettbewerb um alle möglichen Ressourcen: Spielzeug, Futter oder wenn es an der Tür klingelt. (Günther Bloch) Situative Dominanz ist, wie der Begriff ja schon verrät, immer auf die Situation zu sehen. Sie ist nicht starr, kann sich jederzeit ändern, je nachdem wie wichtig dem Interaktionspartner die „umkämpften“ Ressourcen sind. Ich liebe auch den Satz von Bloch: Die Wolfseltern haben wahrlich besseres zu tun, als ständig den Nachwuchs zu reglementieren.
Formale Dominanz ist die Vermittlung von Schutz und Geborgenheit. Und diese Aufgabe muss vom Menschen wahrgenommen werden. Und das für alle Situationen, in denen sich unser Hund unwohl oder bedroht fühlt. Dies hat nichts damit zu tun, wer zuerst durch die Tür geht oder beim Spazierengehen vorne geht, wer zuerst sein Essen bekommt oder ob der Hund aufs Sofa darf oder nicht. Führungsqualität definiert sich nicht über Unterdrückung, sondern über Verantwortung.
Wir Menschen haben die Verantwortung uns mit dem Ausdrucksverhalten und dem arttypischen Verhalten unserer Hunde auseinander zu setzen. Wir haben die Verantwortung unsere Hunde ernst zu nehmen, zu beschützen und artgerecht zu erziehen und beschäftigen. Bleiben wir dabei auch noch ruhig und gelassen, dann klappt´s auch mit der Hundeerziehung. Für weitere Informationen und Hilfestellungen zu Dominanz bei Hunden lesen Sie die ausführliche Version des Texte von Hundetrainerin Gabriele Holz hier.
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