Leider passiert es viel zu oft: Plötzlich liegen kleine Welpen in einer Schachtel auf dem Gehweg oder die eigene Hündin kann oder will ihre Jungen nicht aufziehen. Die kleinen Knäuel können aber nicht alleine überleben. Doch muss es immer gleich das Tierheim sein? Keineswegs, denn man kann die Welpen auch per Hand groß ziehen. Hier ein paar Anweisungen und Ratschläge, damit die Drei-Käse-Hoch auch artgerecht und problemlos aufwachsen können.

Wann muss ich einen Welpen per Hand groß ziehen?

Das kann unterschiedliche Gründe haben. Es kann vorkommen, dass die Hündin zu wenig (nahrhafte) oder gar keine Milch hat. Es kann ebenso sein, dass sie ihre Jungen wegen eines Eingriffes in die Geburt durch einen Kaiserschnitt, wegen eines Geburtsschocks oder weil die Mutter selbst noch sehr jung ist, nicht annimmt. Ein Welpe kann aber auch kleiner als seine Geschwister sein und sich bei der Zitzensuche nicht durchsetzen. Schlussendlich spielt natürlich auch Krankheit und Tod der Hündin eine Rolle.

Nahrungsaufnahme

Ein Welpe ernährt sich normalerweise die ersten vier Wochen von Muttermilch, sogenannter Kolostralmilch. Sie ist sehr reich an Vitaminen, Nährstoffen und Antikörpern, die den Welpen vor Krankheiten schützen. Deswegen ist es wichtig, ihnen eine Milch zu verabreichen, die der Muttermilch sehr ähnlich ist. Sie muss dabei handwarm sein. Bis einschließlich der dritten Woche müssen die Welpen alle zwei bis drei Stunden gefüttert werden - auch nachts. Anschließend reicht es meistens, sie alle vier Stunden zu füttern. Wichtig ist, dass Welpen dabei auf dem Bauch liegen, damit sie sich nicht verschlucken. Frühestens ab der vierten Woche, kann man mit der Zufütterung beginnen und Nahrung in Form von Brei verabreichen. Man muss dabei unbedingt regelmäßig das Gewicht der Welpen messen. Damit eine falsche Ernährung und Krankheiten sofort erkannt werden können, sind kontinuierliche Besuche beim Tierarzt unabdingbar. Mit einer Hundekrankenversicherung kann man hier jedoch viele Kosten sparen.

Säuge- und Verdauungshilfe

Es kommt vor, dass Welpen keinen Saugreflex haben, weil sie zu früh geboren worden sind. Dann muss man die Milch mit einer Säugehilfe, eine Art Spritze (natürlich ohne Nadel), verabreichen. Sie wird in das Maul gesteckt und der Kolben so langsam hinuntergedrückt, dass der Welpe saugen kann. Generell muss unbedingt bei der Verdauung nachgeholfen werden, weil die Mutter das mit ihrer Zunge ebenfalls macht. Dazu nimmt man am Besten ein leicht feuchtes Tuch, da das am ehesten einer rauen Hundezunge ähnelt, und massiert das kleine Bäuchlein und den After, bis sich der Darm entleert. Eine warme Umgebung Welpen sollten am besten in einer mit sauberen Decken und Tüchern ausgepolsterten Kiste liegen. Sie brauchen eine Umgebungstemperatur von ca. 30 bis 32 Grad, weswegen manchmal noch ein kleines Heizkissen dazu gelegt wird. Ist der Welpe alleine, ist es ganz gut noch ein Stofftier mit hinein zu legen, an das er sich kuscheln kann.

Sozialisierung

Sind es mehrere Welpen, so sollten sie mindestens vier Wochen zusammenbleiben, weil es sonst zu Verhaltensstörungen kommen kann. Bei einem einzelnen Welpen ist eine Welpenschule sehr empfehlenswert, damit er mit anderen in Kontakt kommt. Sonst fixiert er sich zu sehr auf einen Menschen und hat später Probleme mit anderen Hunden. Deswegen sollten sich wenn möglich auch mehrere Familienmitglieder um die Welpenaufzucht kümmern. 

Man merkt: Einen Welpen aufzuziehen ist sehr zeitaufwendig und man trägt eine große Verantwortung. Jeder muss unbedingt von Vornherein überlegen, ob er das auch wirklich schaffen kann. Es gibt allerdings wohl kaum etwas Schöneres, denn immerhin kann man dadurch ein Hundeleben retten.

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Foto: © Grigory Bruev/fotolia.com

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