Ob beim sommerlichen Picknick oder in der Weihnachtsbäckerei: Trauben und Rosinen sind süß-säuerliche Lebensmittel, die vielseitig einsetzbar sind. Von Tiernasen sollten Sie sie allerdings fernhalten – denn Trauben und Rosinen sind für Hunde und Katzen hochgiftig. Erfahren Sie hier mehr über die Wirkung und Sicherheitsmaßnahmen, die Sie zum Schutz Ihres Vierbeiners vor Vergiftungen ergreifen können.


Inhaltsverzeichnis:


Weintrauben und Rosinen: Das Wichtigste auf einen Blick

Häufigkeit der Erkrankung Weltweiter Anbau, in den meisten Küchen zu finden Verlauf der Erkrankung Trauben ovale bis runde Kugeln bis zu 15 g; gelblich, grün, dunkelrot oder lilafarben; Rosinen schrumpelig und braun
Schwere der Erkrankung Leicht zu verwechseln mit Stachelbeeren oder anderen Trockenfrüchten (ungiftig) Diagnose der Erkrankung Vergiftungssymptome u.a. Speicheln, Übelkeit, verminderter Harndrang
Vorkommen der Erkrankung Suchen Sie bei Vergiftungsverdacht umgehend eine Tierarztpraxis auf Behandlungsmöglichkeit der Erkrankung Letale Dosis bei Rosinen ca. 2,6 g/kg, bei Weintrauben ca. 10-30 g/kg Körpergewicht

Weintrauben und Rosinen: Vielfältiges Obst

Weinstöcke - Weintrauben sind für Hunde giftig

Wussten Sie, dass Weinstöcke zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt gehören? Die bis zu 10.000 Rebsorten sind vielfältig: klein und oval oder rund und bis zu 15 Gramm schwer, hellgrün bis gelblich oder dunkelrot bis lilafarben, mit oder ohne Kerne. In Supermarkt sind Weintrauben in der Regel das ganze Jahr über erhältlich, in Europa haben die Pflanzen allerdings nur in den späten Sommer- und frühen Herbstmonaten Saison. Weinreben werden auf sonnigen Hängen angebaut, in Deutschland vor allem im Südwesten des Landes. Die Trauben können zu verschiedenen Produkten weiterverarbeitet werden, beispielsweise zu Saft, Wein oder – getrocknet und mit einem hohen Zuckergehalt – Rosinen. Die braunen, schrumpeligen Kügelchen sind besonders süß und sind Zutat vieler Gerichte und (Weihnachts-)Bäckereien.

 

So wirken Weintrauben und Rosinen bei Hunden und Katzen

Warum Weintrauben und Rosinen für Hunde und Katzen giftig sind, ist nicht geklärt. Auch die Menge, die nach Aufnahme der Weintrauben oder Rosinen wahrscheinlich keine giftige Wirkung hat, variiert zwischen den einzelnen Tieren stark – sie können also nicht sicher wissen, wie viel ihr Liebling wirklich "verträgt". Ein ungefährer Richtwert für einer giftige Dosis sind ungefähr 10-30 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht des Hundes oder der Katze. Dementsprechend werden für einen fünf Kilogramm schweren Hund bereits ca. 10 bis 30 Weintrauben gefährlich. Von Rosinen reichen sogar noch geringere Mengen, um Vergiftungserscheinungen hervorzurufen, da sie durch das Austrocknen in konzentrierter Form vorliegen. Hier kann man bereits ca. 2,6 Gramm pro Kilogramm Körpermasse als gefährlich einstufen.

Rosinen: giftig für Hunde und Katze

 

Hat Ihr Hund oder Ihre Katze derartige Mengen verzehrt, sollten Sie umgehend eine Tierarztpraxis aufsuchen und den Fall erklären. Doch auch geringere Mengen können eine toxische Wirkung haben, darum sollten Sie auch bei geringeren Mengen aufmerksam sein und auf folgende Symptome achten:

Daneben leiden die meisten vergifteten Tiere unter einer Hyperkalzämie, die wiederum zu einem Nierenversagen führen kann und im schlimmsten Fall für das Tier tödlich endet.

Weintrauben: giftig für Hunde
Die Stärke der Symptomatik variiert von Hund zu Hund. In australischen Weinanbaugebieten wurde beispielsweise beobachtet, dass die dortigen Hunde Weintrauben und ihren Produkten wie Rosinen gegenüber auffällig resistent sind – Experimente, wie viel Ihr Hund verträgt, sind aber selbstverständlich tabu.

 

Eine Weintrauben- und Rosinen-Vergiftung bei Hund und Katze behandeln

Bei Verdacht auf eine Vergiftung bei Hund und Katze sollten Sie umgehend die nächstgelegene Tierarztpraxis oder Tierklinik aufsuchen. Idealerweise kündigen Sie Ihren Notfall bereits im Vorfeld an, damit vor Ort schnell gehandelt werden kann. Außerdem können Sie so telefonisch erste Maßnahmen abklären, die Sie sofort durchführen. Dazu können beispielsweise das Erwirken von Erbrechen und die Vergabe von Aktivkohle gehören – idealerweise haben Sie bereits im Vorfeld mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt über die richtige Menge für den Körper Ihres Lieblings gesprochen. Als tierärztliche Behandlung erhalten mit Weintrauben oder Rosinen vergiftete Hunde und Katzen in der Regel eine intensive Flüssigkeitstherapie, um Nierenschäden zu verhindern.

Weintrauben: giftig für Hunde und Katzen

 

Im Küchen-Chaos sollten Sie also darauf achten, dass Ihr Vierbeiner nicht auch davon nascht, denn das kann fatale Folgen haben. Auch wenn nicht alle Hunde oder Katzen Weintrauben essen, so sollten Sie dennoch kein Risiko eingehen.

Dieser Artikel wurde geprüft von Tierärztin Melanie Ahlers.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung dar. Bei einer Vergiftung handelt es sich um einen Notfall! Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Vierbeiner etwas Schädliches aufgenommen hat, sollten Sie in jedem Fall eine Tierärztin oder einen Tierarzt um Rat fragen oder die Nummer des Giftnotrufs anrufen:

+49 551 19240

Melden Sie, wann und wo der Stoff aufgenommen wurde und versuchen Sie, ihn genau zu beschreiben. Wenn möglich bringen Sie die Verpackung bzw. ein Exemplar der aufgenommenen Substanz mit in die Tierarztpraxis.

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