Begonien (Begonia sp.) und Knollenbegonien (Begonia tuberhybrida) sind Balkon-, Beet- und Zimmerpflanzen, die giftig für Katzen und Hunde sind. Erfahren Sie hier, wie Sie handeln sollten, wenn Ihr Hund oder Ihre Katze Begonie gefressen hat und Vergiftungserscheinungen zeigt.


Inhaltsverzeichnis:


Begonie: Das Wichtigste auf einen Blick

Häufigkeit der Erkrankung Zimmer-, Balkon- und Beetpflanze Verlauf der Erkrankung Zu erkennen an asymmetrischen, lanzettförmigen Blättern mit unregelmäßig gesägtem oder glatten Blattrand und an roten, orangenen, weißen oder rosafarbenen Blüten
Schwere der Erkrankung Keine Verwechslungsgefahr Diagnose der Erkrankung Vergiftungssymptome sind Erbrechen und Durchfall (bei Aufnahme von Knollenbegonien blutig)
Vorkommen der Erkrankung Suchen Sie bei Vergiftungsverdacht umgehend eine Tierarztpraxis auf Behandlungsmöglichkeit der Erkrankung Die giftige und tödliche Dosis für Haustiere ist unklar, Symptome meist erst nach Aufnahme großer Mengen

Merkmale der Begonie

BegonieDie Begonie wächst eigentlich in tropischen und subtropischen Gebieten. Die Pflanze ist vor allem in Südamerika beheimatet. In Deutschland ist sie aufgrund ihrer prächtigen Blüten und den ausgefallen Blattzeichnungen und Farben sehr beliebt als Balkon-, Bett- und Zimmerpflanze. Die Blätter der Begonie sind grün oder rötlich, asymmetrisch, lanzettförmig mit unregelmäßig gesägtem oder glattem Blattrand und brechen sehr leicht. Die Blüten können rot, orange, weiß oder rosa sein. Nicht alle Begonien sind giftig für Katzen und Hunde. Zu den giftigen Begonien gehören: Begonia tuberhybrida, Begonia gracilis, Begonia rex und Begonia maculata. Die Begonia rex ist wegen der typisch gemusterten Blätter besonders beliebt und – wie auch die Begonia maculata mit ihren weiß gepunkteten Blättern – eindeutig erkennbar.   

BegonieWie wirkt das Gift der Begonie?

Das Gefährliche an der Begonie ist ihr Pflanzensaft, genauer gesagt die darin enthaltenen Calciumoxalate und die Oxalsäure sowie das Cucurbitacin B in den Wurzeln. Sie reizen die Schleimhäute und durch die Oxalsäure fällt das Calcium im Blut aus. Calcium ist wichtig für die Blutgerinnung, die Muskel- und Nervenfunktion. Durch die Reaktion mit der Oxalsäure wird es dem Stoffwechsel entzogen und kann seine Aufgabe nur noch eingeschränkt erfüllen. Das führt zu einer erhöhten und unregelmäßigen Herzfrequenz, allerdings erst wenn Ihr Hund oder Ihre Katze häufig oder große Mengen (sprich eine ganze Pflanze) der giftigen Begonie gefressen hat.

Wenige Minuten nachdem Ihr Hund oder Ihre Katze Begonie gefressen hat, fangen sie an zu speicheln. Da die Oxalsäure die Schleimhäute des Magens und des Darms reizt, muss Ihr Vierbeiner erbrechen, hat Bauchschmerzen und bekommt Durchfall. Hat er Knollenbegonien aufgenommen, ist der Durchfall oft blutig. 

Meine Katze hat Begonie gefressen – was nun?

Versucht Ihr Liebling Begonie aufzunehmen, reagieren Sie schnell und nehmen ihm die Pflanzenteile weg, bevor sie verschluckt werden. Sind sie schon verputzt, müssen Sie schnell handeln und eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufsuchen.

Wenn Ihr Vierbeiner erbrechen muss, ist das erstmal gut, denn dadurch entledigt er sich der giftigen Substanzen. Kommen die Pflanzenteile nicht von selbst wieder raus, bekommt Ihr Liebling in der Tierarztpraxis ein Medikament, wodurch sie erbrechen muss, wenn die Aufnahme der Begonie noch nicht so lange her ist.

Begonie

Übrigens! Ob Ihr Hund oder Ihre Katze Begonie gefressen hat, kann die Tierärztin oder der Tierarzt übrigens feststellen, weil Pflanzenmaterial oder Oxalatkristalle, die unter dem Mikroskop sichtbar sind, im Mageninhalt sind.


Zur weiteren Behandlung kann eine Magenspülung durchgeführt und Aktivkohle sowie Glaubersalz gegeben werden. Damit die Schleimhaut sich beruhigt, bekommt Ihre Samtpfote ein Schmerzmittel und ein Antiallergikum. Nach der Aufnahme großer Mengen wird außerdem Calcium ergänzt.

Dieser Artikel wurde geprüft von Tierärztin Melanie Ahlers.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung dar. Bei einer Vergiftung handelt es sich um einen Notfall! Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Vierbeiner etwas Schädliches aufgenommen hat, sollten Sie in jedem Fall eine Tierärztin oder einen Tierarzt um Rat fragen oder die Nummer des deutschen Giftnotrufs +49 551 19240 anrufen. Melden Sie, wann und wo der Stoff aufgenommen wurde und versuchen Sie, ihn genau zu beschreiben. Wenn möglich bringen Sie die Verpackung bzw. ein Exemplar der aufgenommenen Substanz mit in die Tierarztpraxis.

Foto: © Beitragsbild: rvo233/Adobe Stock; Fotos im Text (von oben nach unten): JCM/Adobe Stock; Dana/Adobe Stock; Garden Guru/Adobe Stock