Der Besenginster (Cytisus scoparius) ist ein in Deutschland vorkommender Strauch. Er gehört zu den giftigen Pflanzen und kann für Mensch, Hund und Katze gefährlich werden. Hier lesen Sie, wie Sie ihn erkennen und was bei einer Vergiftung Ihres Haustiers durch den Besenginster zu tun ist.


Inhaltsverzeichnis:


Portrait


Besenginster: Das Wichtigste auf einen Blick

Häufigkeit der Erkrankung Waldränder, auf trockenen Böden, Heide- und Wiesenlandschaften Verlauf der Erkrankung Grüne Zweige, kleine Blätter, goldene Blüten (Mai, Juni), dunkle Hülsenfrüchte (Juli-Okt.)
Schwere der Erkrankung Färber-Ginster (Genista tinctoria), Deutscher Ginster (Genista germanica), Gemeiner Goldregen (Laburnum anagyroides) Diagnose der Erkrankung Durchfall, Erbrechen, Ohnmacht, Lähmung, Tod
Vorkommen der Erkrankung Tierarztpraxis aufsuchen Behandlungsmöglichkeit der Erkrankung unklar


Die Blüten des Besenginsters sind giftig für Haustiere.Der Besenginster ist eine Pflanze, die in Deutschland an Waldrändern, in Kiefernwäldern, Mooren und Heidelandschaften zu finden ist. Dabei ist er vor allem auf sandigen, sauren und salzarmen Böden zu finden und wächst als Strauch, der bis zu 2 Meter hoch werden kann. Leicht zu erkennen ist der Besenginster an der besenartigen Wuchsform seiner grünen, kantigen Zweige, die nur kleine Blätter tragen. In Mai und Juni sind die gelbgoldenen Blüten ein weiteres Erkennungsmerkmal, von Juli bis Oktober sind es die Fruchtstände, die wie dunkel-bläuliche Erbsenschoten aussehen. Die Pflanze gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler und zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler.

Für uns und unsere Haustiere – Hunde, Katzen, aber auch Kaninchen, Meerschweinchen, Pferde und weitere – ist der Besenginster giftig, wenn er oral aufgenommen wird, also durch das Essen beziehungsweise Fressen. Dies gilt dabei für alle Teile der Pflanze. Die Gefahr einer Vergiftung durch den Besenginster ist allerdings nur in der Vegetationsperiode von Frühjahr bis Herbst erhöht. Sie sollten Ihr Tier dennoch das ganze Jahr über unbedingt von dem Verzehr von Pflanzenteilen abhalten.

Chemie und Wirkung des Besenginster-Gifts

Sowohl im Zweig, im Blatt, als auch in der Blüte und der Frucht des Besenginsters sind die Wirkstoffe Spartein und Cytisin zu finden. Sie gehören zu den Alkaloiden und lösen eine Reihe an Symptomen und Schäden im Tierkörper aus. Wurden nur kleine Mengen der Pflanze aufgenommen, ist nur mit geringfügigen Symptomen zu rechnen, denn die Stoffe machen weniger als 1 Prozent der jeweiligen Pflanzenteile aus. Wurden hingegen große Mengen verzehrt, kann der Besenginster giftige bis tödlich-giftige Effekte binnen weniger Stunden herbeiführen. Hier sollte also schnell reagiert werden.

In kleinen Mengen verzehrt, wirkt Spartein ähnlich wie das Nervengift Nikotin. Neben erhöhten Ausscheidungen, wie Durchfall und Erbrechen, kann das Wirkmittel nach Verzehr großer Pflanzenmengen auch das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislaufsystem belasten und durch lähmende Effekte sogar zum Herzstillstand führen.

Cytisin kann zum einen lokal die Schleimhäute Ihres Tieres angreifen, zum anderen muskulär und auf das Herz-Kreislaufsystem wirken. In beiden Fällen entstehen, wie auch bei Spartein, Lähmungen, die die Atmung oder den Herzschlag des Tiers zum Stillstand bringen können.

Beim erwachsenen Menschen ist beschrieben, dass bereits ab 0,3 g Spartein mit Vergiftungserscheinungen zu rechnen ist. Dazu müsste man beispielsweise rund 200 Gramm Blätter aufnehmen. Welche Mengen bei Hund und Katze gefährlich sind, ist leider nicht beschrieben – daher sollten Sie es nicht darauf ankommen lassen.

Was ist bei einer Vergiftung mit Besenginster zu tun?

Hindern Sie Ihr Haustier daran, die giftigen Fruchtstände des Besenginsters zu fressen.Versucht Ihr Tier Besenginster aufzunehmen, reagieren Sie schnell und nehmen ihm die Pflanzenteile weg, bevor sie verschluckt werden.

Wurden bereits Pflanzenteile des Besenginsters verschluckt, müssen Sie schnell handeln und eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufsuchen. Binnen 15 Minuten können bereits erste Symptome auftreten. Oft wird daher ein Erbrechen herbeigeführt, was aber nur nach gründlicher Abwägung und durch Fachpersonal durchzuführen ist! Auch wenn die Pflanzenteile des Besenginsters so wieder zum Vorschein kommen, ist die Gefahr einer Vergiftung noch nicht gebannt. Auch kann das Erbrechen zu weiteren Schäden führen, die tiermedizinisch begutachtet werden sollten.

Sind Sie sich nicht sicher, ob es sich bei der Pflanze um den Besenginster gehandelt hat, aber haben gesehen, was Ihr Vierbeiner zu sich genommen hat, nehmen Sie einen gut erkennbaren Teil der Pflanze oder etwas Erbrochenes mit. So kann die tiermedizinische Diagnose zielgerichteter und schneller verlaufen und in der Tierarztpraxis helfen, die geeignete Behandlung für Ihr Tier zu finden.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

Foto: © Beitragsbild: Peter Eggermann/Adobe Stock; Fotos im Text: Dr. N. Lange/Adobe Stock