In Deutschland wird vor allem der Herbst zur Walnusszeit, doch importiert sind sie das ganze Jahr über erhältlich. Walnüsse sind dafür bekannt, voller Vitamine, Mineralien und ungesättigter Fettsäuren sowie vielseitig einsetzbar zu sein - und was für uns so gut ist, wird doch sicherlich unseren Haustieren nicht schaden, oder? Erfahren Sie hier, warum Sie bei Walnüssen für Hunde und Katzen vorsichtig sein sollten und wann eine Walnuss sogar giftig sein kann.


Inhaltsverzeichnis:


    Walnüsse: Das Wichtigste auf einen Blick

    Häufigkeit der Erkrankung In Deutschland ist die Erntezeit ca. Mitte September bis Ende Oktober Verlauf der Erkrankung Die Bäume sind groß und ausladend, die Früchte in einer brauen, runzeligen Schale
    Schwere der Erkrankung Leicht zu verwechseln mit der Schwarznuss (ebenfalls giftig) Diagnose der Erkrankung Typische Symptome sind v. a. neurologisch, u. a. Krämpfe und Tremor
    Vorkommen der Erkrankung Suchen Sie bei Vergiftungsverdacht umgehend eine Tierarztpraxis auf! Behandlungsmöglichkeit der Erkrankung Tödliche Dosis für Hunde ca. 0,5 mg Penitrem A/kg Körpergewicht, für Katzen weniger

    Walnüsse: Vielfältig & überall vorhanden

    Walnussbäume sind mit ihrer - falls sie alt genug werden - stattlichen Größe und ausladenden, knorrigen Ästen beeindruckende und ansehnliche Gartenbewohner. Dazu werden sie noch immer seltener, da sie viel Wasser brauchen und die immer heißeren, trockneren Sommer ihnen zunehmend zu schaffen machen. Den Baum kennzeichnen seine grünen, gefiederten Blätter, im Frühling seine gelben Blüten und im Herbst seine Früchte – die Walnüsse. Sie sind in einer runzeligen, braunen und harten Schale verpackt, die wiederum von einer weicheren, grünen Hülle umgeben ist.

    Walnüsse: für Hunde und Katzen gefährlich

    Walnüsse finden sich in fast jeder Küche. Ob für Salate, Müslis, Brote, süßem Gebackenem oder einfach nur als Snack - sie erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Nüsse enthalten dazu noch hohe Mengen an ungesättigten Fettsäuren, dem Vitamin E, Vitaminen der B-Gruppe und die Mineralien Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink und gelten damit als sehr gesund. Die wertvollen Inhaltsstoffe sollen sich unter anderem positiv aufs Gehirn auswirken – ob es wohl ein Zufall ist, dass Walnüsse wie kleine Denkorgane aussehen?

     

    Sind Walnüsse giftig für Hunde und Katzen?

    Vor allem in der Weihnachtszeit wird die dekorative Nussknacker-Figur hervorgeholt, die Weihnachtsbäckerei eröffnet und sogar mit den Nüssen gebastelt (zum Beispiel als Dekoration für den Baum). Da ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Katze oder dem Hund mal eine Nuss unter die Nase rollt. Möglicherweise haben sie auch bereits im Herbst längst schon im Garten eine Walnuss gefunden und begeistert zum Kauspielzeug ernannt. Um die potenzielle Gefahr einzuschätzen, muss zwischen gesäuberten, geschälten Walnüssen aus dem Geschäft und ungeprüften Walnüssen aus dem Garten unterschieden werden. Denn während bei ersteren es in der Regel kein großes Problem darstellen dürfte, wenn Sie Walnüsse in kleinen Mengen gefüttert haben, besteht bei letzteren eine ernstzunehmende Vergiftungsgefahr.

    Nuss ist nicht gleich Nuss! Die verschiedenen Nusssorten sind verschieden gesund, ungesund oder sogar giftig. So sind beispielsweise Paranüsse außerordentlich gute Kalzium-Lieferanten und auch Haselnüsse enthalten wichtige Nährstoffe für Ihr Tier - solange sie aufgrund ihrer Fette nur in Maßen genossen und nicht bei Übergewicht verfüttert werden, sind sie unbedenklich und können sogar gesund sein. Gefährlich wird es allerdings, wenn Sie die Nüsse und Nusskerne im Ganzen verfüttern! Hier besteht - gerade für Katzen - die Gefahr, zu ersticken oder eine nicht ungefährliche Verstopfung zu erleiden! Und auch Hunden kann die zerbrochene Nussschale gefährlich werden, wenn sie den Verdauungstrakt verletzt. Extrem giftig sind unter anderem Bittermandeln, Muskatnuss und Macadamia-Nüsse.

     

    Dann sind Walnüsse ungesund für Hunde und Katzen

    Auch bei Hunden und Katzen können Allergien gegen Nüsse vorkommen. Darum sollten Sie Ihrem Vierbeiner zunächst nur kleinere Mengen geben und sehen, ob die Fütterung evtl. zu Problemen führen könnte. Typische Symptome einer Unverträglichkeit oder Allergie sind Verdauungsprobleme und Hautreaktionen, die Sie tierärztlich besprechen sollten. Kommt es zu stärkeren, gefährlicheren Reaktionen wie Atemproblemen, sollten Sie Ihr Tier umgehend zur Tierärztin oder zum Tierarzt bringen. Berichten Sie in der Praxis oder Klinik möglichst genau, welche Mengen gegeben wurden und wann welche Symptome eingesetzt haben.

    Davon abgesehen haben Walnüsse einen höheren Fettgehalt als das übliche Tierfutter. Darum sollten gerade für Katzen - aber auch für Hunde - Walnüsse keinen zu großen Teil der regelmäßigen Ernährung ausmachen. Denn zum einen macht die hohe Kaloriendichte Walnüsse nicht zu den optimalen Snacks - gerade für Tiere mit einer Tendenz zu Übergewicht. Zum anderen ist der Verdauungstrakt von Hunden und Katzen nicht darauf ausgelegt, so fettreiche Lebensmittel zu verarbeiten. Wenn Ihre Katze oder Ihr Hund zu viel der Leckereien gegessen hat, kann es darum zu Erbrechen, Durchfall oder einer Pankreatitis kommen. Daneben kann der hohe Fettgehalt langfristig zu Leberschäden führen.

    Dann sind Walnüsse giftig für Hunde und Katzen

    Das Problem an Walnüssen sind eigentlich nicht die Nüsse selbst, sondern ein Schimmelpilz, der sie befallen kann. Die Schimmelpilzart Penicillium crustosum produziert die Stoffe Roquefortin C und Penitrem A, die für unsere Vierbeiner hochgiftig sind. Die Stoffe kommen vor allem auf fettreichen oder angeschimmelten Lebensmitteln vor (so also u.a. auch Käse und Fleisch). Sie werden im Magen-Darm-Trakt schnell aufgenommen und gelangen über das Hirn ins Blut, wo sie das Nervensystem beeinträchtigen und beim Tier zu Krämpfen und Tremor (unkontrollierte Zuckungen/Bewegungen einzelner Körperteile) führen. Weitere Symptome sind:

    • Unbehagen

    • Koordinations- und Gleichgewichtsprobleme durch Schädigungen den Nervensystems (Ataxie)

    • Schwäche

    • Hyperthermie (Hitzschlag)

    • Überempfindlichkeit gegenüber Reizen

    • Überstrecken des Nackens/Rückens

    • Speicheln & Erbrechen

    • Durchfall

    • Schneller Atem

    • Herzrasen

    • Wenig bis kein Harnlassen (Oligurie, Anurie), Dehydration & Nierenversagen

    Symptome einer Vergiftung bei Katzen oder einer Vergiftung bei Hunden können bereits wenige Minuten bis wenige Stunden, nachdem der Hund oder die Katze Walnüsse gefressen hat, auftreten. Dabei sind für Hunde bereits 0,5 Milligramm Penitrem A pro Kilogramm Körpergewicht giftig - für die Praxis von Hunde- und Katzenhaltenden heißt das: Bereits sehr geringe Mengen verschimmelter Walnüsse sind für Katzen und Hunde giftig. Es kann also schon reichen, wenn Ihr Hund oder Ihre Katze eine Walnuss frisst.

    Eine Walnuss-Vergiftung bei Hund und Katze behandeln

    Hat Ihr Hund oder Ihre Katze Walnüsse gegessen und zeigt Anzeichen einer Vergiftung, ist umgehend eine Tierarztpraxis oder -klinik aufzusuchen. Gegebenenfalls können Sie nach Absprache bereits Aktivkohle verabreichen, die die Gifte bindet - falls Sie dafür im Vorfeld jedoch keine tierärztlichen Anweisungen erhalten haben, warten Sie, bis die Aktivkohle vom Fachpersonal verabreicht werden kann. Daneben sind Maßnahmen, die zum Erbrechen führen, nicht unwahrscheinlich. Um den Kreislauf zu stabilisieren, ist eine Bluttransfusion möglich, für die Stabilisierung der Atmung kann eine Intubation durchgeführt werden und Medikamente helfen, um die Krämpfe zu kontrollieren. Infusionen sollen ebenfalls helfen, die Giftstoffe möglichst schnell auszuscheiden. Bei sehr hoher Temperatur (>40°C) hilft es Ihrem Vierbeiner, wenn Sie ihn auf dem Weg in die Praxis bereits kühlen, beispielsweise, indem Sie sein Fell benetzen.

    Walnüsse für Hunde und Katzen - Ja oder Nein?

    Wenn Ihr Liebling gern Walnüsse frisst und keine risikobehafteten Krankheiten (zum Beispiel Übergewicht oder Leberprobleme) bestehen, bei denen u.a. die erhöhte Menge an Fett ein Problem darstellen könnte, dürfen sie ihm gerne die kleine Nascherei füttern (der hohe Nährwert sollte jedoch in die tägliche Futtermenge einkalkuliert werden). Damit es gar nicht erst zum Notfall kommt, sollten Sie grundsätzlich Walnüsse gelegentlich, geschält und nur in kleineren Mengen an Ihren Hund oder Ihre Katze verfüttern. Diese Walnüsse dürfen nicht aus dem Garten oder von der Straße stammen, und auch nicht zu alt sein. Denn auch die falsche Lagerung kann dazu führen, dass der Schimmelpilz sich unbemerkt breit gemacht hat.

    Dieser Beitrag wurde geprüft von Tierärztin Melanie Müller.

    Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung dar. Bei einer Vergiftung handelt es sich um einen Notfall! Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Vierbeiner etwas Schädliches aufgenommen hat, sollten Sie in jedem Fall eine Tierärztin oder einen Tierarzt um Rat fragen oder die Nummer des Giftnotrufs anrufen:

    +49 551 19240

    Melden Sie, wann und wo der Stoff aufgenommen wurde und versuchen Sie, ihn genau zu beschreiben. Wenn möglich bringen Sie die Verpackung bzw. ein Exemplar der aufgenommenen Substanz mit in die Tierarztpraxis.

    Foto: © Elena Belyaeva/Adobe Stock