Gerade zur Sommerzeit wollen wir unseren Vierbeinern den Badespaß im See nicht vorenthalten. Die Gewässer können allerdings durch sogenannte Cyanobakterien zu einer tödlichen Gefahr werden: Erfahren Sie hier, was Sie über eine Blaualgenvergiftung beim Hund wissen sollten.


Inhaltsverzeichnis:


Was sind Blaualgen?

Blaualgen haben ihren Namen aufgrund ihrer blau-grünlichen Farbe. Es handelt sich dabei um sogenannte Cyanobakterien, die in Gewässern allgegenwärtig sind und die Sauerstoff produzieren und damit die im Wasser lebenden Tiere versorgen. Das Vorhandensein dieser Bakterien in geringen Mengen ist noch kein Problem. Allerdings kann es sein, dass sie sich bei besonders hohen Temperaturen oder zu vielen Abfällen im Wasser massenhaft vermehren. Zur Blüte (meist im August) kann man sie dann als grünen Algenteppich bzw. Schlieren an der Wasseroberfläche erkennen. Die fadenförmigen Bakterien können in Frischwasser und in Brackwasser entstehen. Das Ausmaß der Blaualgenentwicklung und das Auftreten einer Algenblüte (massenhafte Vermehrung der Blaualgen) hängt dabei von mehreren Faktoren ab, wie beispielsweise warmen Wassertemperaturen und einem hohen Nährstoffgehalt. Nicht alle Blaualgen sind giftig, allerdings erhöht sich mit der Menge der Blaualgen auch die Wahrscheinlichkeit einer Blaualgenvergiftung beim Hund.

Blaualgenvergiftung beim Hund: Ursachen

Tatsächlich produzieren die meisten Blaualgen keine Gifte, was allerdings mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist. Verschiedene Blaualgenspezies können verschiedene Gifte, sogenannte Cyanotoxine, produzieren, die wiederum unterschiedliche Wirkungen im Körper entfalten. Einige schädigen lediglich die Haut (dermatologische Toxine), andere greifen jedoch die Leber (Hepatotoxine) und das Nervensystem (Neurotoxine) an. Die Wirkung reicht von leichten Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod. Bei Menschen kommt es zu Vergiftungserscheinungen, wenn diese in befallenen Seen gebadet oder ihr Wasser geschluckt haben. Erwachsene erleiden dann im schlimmsten Fall Schädigungen des Nervensystems, für Kinder gilt Lebensgefahr. Auch bei Tieren ist eine Vergiftung durch Blaualgen nicht zu unterschätzen: Gerade Hunde sind besonders gefährdet, da sie auch in verschmutzten Gewässern schwimmen, Seewasser trinken und sich die Blaualgen vom Fell oder von Steinen am Seerand ablecken.

Symptome einer Blaualgenvergiftung beim Hund

Die Symptome treten nicht lange nach dem Badespaß auf, viele Hundebesitzer bemerken Symptome bei Ihren Lieblingen bereits innerhalb der ersten 30 Minuten nach Wasserkontakt. Eine Blaualgenvergiftung beim Hund äußert sich häufig zunächst durch unspezifische Symptome wie starkes Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Weiterführend und lebensbedrohlich sind Atemnot, Muskelzuckungen und Krämpfe sowie ein Bewusstseinsverlust und Seitenlage. Weiterhin können Lethargie, Schwäche, Orientierungslosigkeit, eine veränderte Farbe der Schleimhäute, tränende Augen und Schock auftreten.

Verschiedene Blaualgenspezies produzieren verschiedene Gifte. Hier ist eine Liste der Gifte mit ihrer Wirkung und den ausgelösten Symptomen beim Hund:

Gift

Wirkung

Gefahr

Symptome

Microcystin

Leberzerstörung und Leberversagen

Zügiger Fortschritt: Tod innerhalb einiger Stunden

Durchfall, Schwäche, Gelbsucht, helle Schleimhäute und Schock

Anatoxin

Greift das Nervensystem an

Sehr schneller Fortschritt: Tod innerhalb von Minuten bis Stunden

Muskelzittern, Muskelkrämpfe und Lähmungen sowie Durchfall, Speicheln, Tränenfluss und bläuliche Schleimhäute

Lyngbya, Aplysia und Debromoaplysia

Wirkung über und in der Haut

In der Regel gut behandelbar

Hautrötungen und -entzündungen, Jucken sowie Blasenbildung

 

Blaualgenvergiftung beim Hund behandeln

Bei Verdacht auf eine Blaualgenvergiftung sollten Sie umgehend einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen und Ihre Vermutung äußern. Sie selbst können nicht viel tun, da es kein spezifisches Gegenmittel für Zuhause gibt. Eine Möglichkeit, die Gifte zu binden, kann Aktivkohle sein – die Dosierung sollten Sie präventiv mit Ihrem Tierarzt besprechen. Außerdem sollten Sie Algenrückstände im Fell Ihres Vierbeiners sofort entfernen. Die beste Behandlung ist allerdings immer noch eine gute Vorsorge, sodass Sie auf Spaziergängen Ihren Hund schützen sollten.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

Foto: © AGILA Haustierversicherung