Ihr Hund verliert plötzlich Harn, ohne dass er es selbst bemerkt oder gar beabsichtigt? Sie finden immer häufiger einen feuchten Hundekorb vor und können sich nicht erklären, wieso? Zu großer Wahrscheinlichkeit leidet Ihr Hund an Inkontinenz. Die betroffenen Hunde verlieren besonders während des Schlafens, beim Aufstehen und Laufen Harn, ohne es selbst zu bemerken. Je nach Ausprägung der Inkontinenz können es nur einzelne Tropfen, bis hin zu ganzen Pfützen sein.

Anfälligkeit für Inkonsistenz bei Hunden

Insbesondere ältere oder kastrierte Hündinnen sind von der Harninkontinenz betroffen, da sie weniger bzw. keine Sexualhormone produzieren und somit der Schließmuskel ihrer Harnblase erschlafft. Außerdem ist ihr Harnleiter wesentlich kürzer als der von Rüden. Bei einem Blick auf die häufig betroffenen Rassen fällt auf, dass vor allem Hunde mit mehr als 20 kg oft an Harninkontinenz leiden, wie zum Beispiel die Rassen Dobermann, Rottweiler und Boxer. Seltener ausgeprägt ist dagegen eine Kotinkontinenz, bei welcher der Hund den Kot nicht zurückhalten kann und je nach Stärke große oder kleine Mengen an Kot verliert. Tierärzte warnen allerdings davor, die Harninkontinenz nicht mit dem sogenannten „Harnträufeln“ zu verwechseln, dass durch Nierenerkrankungen oder Diabetes mellitus ausgelöst wird.

Welche Ursachen gibt es für Inkontinenz beim Hund?

Am häufigsten tritt die Harninkontinenz bei kastrierten Hündinnen auf, da die Kastration diese begünstigt. Ist die Hündin zusätzlich noch leicht bis schwer übergewichtig, fördert das die sogenannte Harnröhrensphinkter-Inkontinenz weiter. Doch auch andere Formen und deren Ursachen sollten Sie nicht ausschließen. Primäre Inkontinenz

  • Missbildungen der Blase, hauptsächlich bei Junghunden und Welpen
  • „Einnässen“ von unterwürfigen Junghunden
  • Harnsteine oder Polypen
  • Tumore in der Blase oder den Harnwegen
  • Eine Verletzung der Nerven, die die Blase kontrollieren, durch einen Bandscheibenvorfall, Unfall, etc.
  • Eine altersbedingte Verhaltensänderung
  • Eingeschränkte Beweglichkeit und Schmerzen bei älteren Tieren

Sekundäre Inkontinenz – Symptom einer anderen Erkrankung

  • Bei Blasenentzündungen
  • Bei Nierenkrankheiten und Leberschäden: Hund trinkt sehr viel Wasser
  • Durch Medikamente wie Kortison oder Entwässerungsmittel

Die richtige Behandlung der Blasenschwäche bei Ihrem Hund

Bevor Sie an eine Behandlung denken, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Tierarzt die Ursache finden. Der Tierarzt verschreibt normalerweise bestimmte Mittel oder Tabletten für Ihren Vierbeiner. Sollte die Inkontinenz kastrationsbedingt sein, helfen beispielsweise Hormonpräparate, welche die Muskelspannung in der Harnröhre erhöhen. Bei bakteriellen Erkrankungen werden Antibiotika eingesetzt. Ein chirurgischer Eingriff ist bei Erkrankungen der Nerven sowie Missbildungen notwendig. Gegebenenfalls unkomplizierter, tiergerechter und vor allem schonender für Ihren Hund sind homöopathische Mittel oder das Benutzen von Hundewindeln.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

Foto: © Fiedels/fotolia.com