Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Mein Hund dreht bei anderen Hunden durch

  Schleswig-Holstein
LosMighty schrieb am 06.12.2014   Schleswig-Holstein
Angaben zum Hund: Siberian Husky-Schäferhund Mix, weiblich, kastriert, Alter über 5 Jahre

Meine Husky-Schäferhund Hündin ist normalerweise wirklich eine liebe und ruhige Seele was sich leider schlagartig ändert sobald sie einem anderen Hund begegnet.
Sie zieht wie verrückt an der Leine bellt rum und macht sofort ihre Nackenhaare nach oben.
Es ist in meinen Augen kein agressives Verhalten denn wenn es wirklich dazu kommt das sie an den Hund rankommt dann hüpft sie wie ein Kängeruh rum und schmeißt sich mit dem Vorderbeinen auf den Boden als wenn sie spielen will.
Das wäre kein Problem solange sie dabei nicht so wild wäre wodurch die anderen Hundebesitzer leider fast immer Panik bekommen und weggehen.

Es ist wirklich schwer mit ihr Gassi zu gehen und es macht auch keinen Spaß.

Sie ist 7 Jahre alt und ich habe sie mit 3 aus einem sehr schlechten Haushalt geholt wo sie geschlagen und eingesperrt wurde kann es damit zuammenhängen ?
Außerdem ist bei ihr das Rudelverhalten sehr stark sie muss immer vorne laufen und immer an der Leine ziehen als wenn sie mich wirklich vor alles was kommt beschützen möchte.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen =(

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Antworten(3)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 06.12.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (10)

    Hallo,
    Ihr Hund möchte Sie nicht beschützen, sondern sich selbst!
    Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Ihr Hund ist unsicher und beißt/bellt spielt alles weg – das ist seine Strategie, damit er seine Ruhe hat.
    Ab sofort führen Sie: Der Hund geht HINTER Ihren Füßen, sie gehen niemals auf einen Hund oder einen Menschen zu. Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns. Sie vermitteln Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und Ihr Körper dazwischen - eine Hund an Hund-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung oder schirmen Sie ihn am Rand ab. Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Alle Hunde in meinem Training haben es geschafft, als die Besitzer mit dem Schutzprogramm angefangen haben. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Schauen Sie auch auf meiner Homepage www.hundimedia.de nach meinen Büchern. Hier finden Sie jede Menge geistiges Training für einen spannenden Spaziergang ohne Bellerei oder Anspringen.
    Nein, es hängt nicht mit ihrer Vergangenheit zusammen, sondern an Ihrer fehlenden Führung und an Ihrem Schutz.
    Nach vorne ziehen ist kein Rudelverhalten, sondern ein Wegwollen von Ihnen - Sie sind Ihr Rudel, aber das muss sie erst von Ihnen lerrnen!
    Ich wünsche Ihnen viel ERfolg - und den Beginn einer wunderbaren Freundschaft!,
    viele Grrüße
    Inge Büttner-Vogt

  • LosMighty
    LosMighty
    schrieb am 07.12.2014

    Also ich habe in anderen Themen mal geschaut wo ständig von der Leinenführung gesprochen wird das habe ich heute mal ausprobiert und muss sagen das es wirklich gut klappt sie wert sich zwar noch und will immer nach vorne sprich vor mir laufen.
    Das es aber so gut von ihr angenommen wird hätte ich nicht gedacht.
    Leider ist das sofort vorbei wenn ein anderer Hund kommt da ist dann wieder dieses "Ich muss das sofort regeln bevor er zu dicht kommt" Verhalten da.

    Gibt es dort auch noch eine gezielte Methode das zu unterbinden ausser mit der Leinenführung ?
    Denn das schlimmste am Gassi gehen ist wirklich die begegnung mit anderen Hunden und deren Besitzern die immer sofort denken sie will die Hunde angreifen was sie ja wirklich nicht will und auch noch nie gemacht hat.

    Hoffe auf eine tolle Antwort.

    Schönen 2. Advent.

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 07.12.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (12)

    Hallo,
    das freut mich sehr - es ist auch "hundisch" - und hundisch können Hunde nachvollziehen.
    Sie schaffen es nur mit der Leinenführung, weil sie das A und O des Respektes ist. Wenn sich der Hund führen läßt, respektiert er uns. Das ist wie im Leben und im Beruf.

    Hunde verhalten sich so, wenn sie uns nicht zutrauen, eine Situation (anderer Hund) zu meistern. Sie wollen das Ereignis wegbellen, wegmotzen. Sie legen sich in die Leine und preschen vor.
    Normalerweise ist das eine Einzelstunde bei mir, die sich nur mit unserer Körpersprache beschäftigt,weil hier das Problem liegt. Man muss es fühlen, sehen und erkennen, es zu beschreiben, ist fast unmöglich, weil das Erkennen der eigenen Verhaltensweise sich sofort auf den Hund spiegelt – und dann hat er weder Grund aggressiv zu sein, noch zu ziehen.
    Ich werde trotzdem versuchen, es zu beschreiben:
    Bei mir gibt es viele Möglichkeiten der Hundebegegnung: Am Rand STEHEN, dem Hund ZUGEWANDT und evtl mit einem Leckerchen ablenken, um den Stress zu prüfen. Kein Leckerchen nehmen = Hochstress. Das sollte dazu führen, dass der Hund Sie ansieht, wenn ihm eine Situation „unheimlich“ ist. Er sollte nichts selbst klären wollen.
    Für andere Situationen kommt das „L“ weg . „Vorbeikeksen“ ist bei mir streng verboten.

    Dann gibt es den Handwechsel und den Richtungswechsel (hier nehmen wir den Blickkontakt raus und bringen den Hund dazu, wieder „bei uns „ zu sein. Gehen Sie lieber um ein Auto herum oder einen anderen Weg, ehe Ihr Hund pampt – Sie führen und basta! Alles hat den Sinn, den Hund aktiv zu führen, um ihm alle Entscheidungen an der Leine abzunehmen. Auf jeden Fall ist immer mein Körper dazwischen, wenn ich an einem Hund oder einem Ereignis vorbeigehe.
    Gehen Sie nie auf einen anderen Hund zu, sondern machen Sie Bogen und Kreise, um Ihrem Hund zu zeigen, dass Sie ihn beschützen und führen können. Nehmen Sie ihm alle Entscheidungen ab! Er sollte nichts mehr zu erledigen haben! Wenn er gelernt hat, Ihnen zu vertrauen, wird er sich an Ihnen orientieren und hat keinen Grund mehr für Aggression, Ziehen oder zu anderen Hunden hin , also von Ihnen weg – zu wollen.
    Ganz tabu ist jeglicher Kontakt an der Leine – aus welchem Grund auch immer, er geht immer schief!
    Schauen Sie auch auf meiner Homepage www.hundimedia.de nach meinen Büchern und meinem Film, da bekommen Sie viele Tipps, um den Hund besser führen zu können. Besonders das zweite Buch regelt das Außenverhältnis.
    Fußgehen:
    Hund sitzt, Sie atmen aus, lassen damit die Leine locker, Ihre Hand bleibt an der Hosennaht und geht NIE nach vorne. Sofort zupfen (nicht ziehen, nicht reißen) annehmen, lockerlassen (wie beim Reiten) nach hinten.
    Leider ist das bei mir eine hochkonzentrierte Einzelstunde mit der Korrektur der Körperhaltung und somit schwer zu beschreiben. Wenn sich Ihr Hund zu sehr aufbaut, haben Sie vier Möglichkeiten zu reagieren: Richtungswechsel, Handwechsel weg vom Ereignis – links und rechts – und abschirmen.
    Viel ERfolg und viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

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