Was tun, wenn der Hund besitzergreifend ist?

  
S. Grott schrieb am 09.08.2022   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage


Hallo, ich habe seit kurzem eine kleine Hündin vom Tierschutz. Sie kommt ursprünglich aus Polen, ist eine liebe Seele, aber sehr besitzergreifend und unsicher. Sie bellt unbekannte Geräusche an, wenn wir in der Wohnung sind oder andere Hunde und Menschen beim Spaziergang. Außerdem fordert sie vermehrt Aufmerksamkeit ein, wenn mein Partner dabei ist, als wäre sie eifersüchtig. Bei Kindern bzw. Menschen würde ich von einer Bindungsangst bzw. Bindungsstörung sprechen. Da wäre mein Verhalten klare Regeln und konsequente Einhaltung. Ich würde z. B. gern feste "Kuschelzeiten" einführen, bin aber unsicher, ob die kleine damit Sicherheit gewinnt oder sich eher zurückgewiesen fühlt. Also zwei Fragen: Sind feste Aufmerksamkeitszeiten sinnvoll in der Erziehung? Was kann ich gegen das Angstbellen tun?


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Antworten(1)
  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 10.08.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Tag,
    Sie denken sehr richtig. Für (unsichere) Hunde sind Regeln und Rituale sehr sehr wichtig. GEben Sie Ihrem Hund Sicherheit. Falls er etwas anbellt, nehmen Sie bitte mit der "Sache" Kontakt auf, zeigen Sie Ihrem Hund, dass Sie ihn beschützen können und er keine eigenen Entscheidungen treffen muss (an-weg-bellen). Führen Sie Kuschelzeiten ein (die Sie auch, wenn Sie allein sind erweitern können), wenn Ihr Partner da ist. Spielen Sie viel, bauen Sie eine Beziehung auf. Wenn sich der Hund auf Sie verlassen kann, "fragt"
    er mit Blickkontakt ab, wie er sich verhalten soll. Sie führen, leiten an und beschützen - der Hund lernt Sie als zuverlässig kennen und kann sich immer mehr entspannen. Er muss sich noch nicht an Menschen und Kindern binden, wenn sie nicht zum Haushalt gehören. Wenn Sie Besuch bekommen, ist der Hund neben Ihnen an der Leine. Bitten Sie den Besuch, den Hund zu ignorieren - mit der Zeit, weiß er, durch immer währendes Wiederholen wie er sich zu verhalten hat. Haben Sie viel Geduld, machen Sie langsam!
    Draußen:
    Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der kurzen Leine HINTER Ihren Füßen und an Ihrer zum Ereignis abgewandten Seite.
    Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ , wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klarzukommen.
    Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund nicht an und Sie vermeiden es, dass ein Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung gehen grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen und beugen Sie sich nicht über ihn, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht/Unsicherheit ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt.
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt
    www.hundimedia.de

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