Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Mein Buddy

  Nordrhein-Westfalen
Mütze2014 schrieb am 30.05.2016   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Dackel, Rauhhaar, männlich, kastriert, Alter über 5 Jahre

Mein Buddy, geschätze 5j. Aus Ungarn. Seid über einem Jahr bei mir. Er lebt mit einer Hündin 11j und Kater Mütze zusammen. Bis vor ca. 5 Wochen alles super. Nun hat Buddy schon 2 mal relativ aggressiv den Kater attackiert. Nicht schlimmes passiert. Der Kater traut ihm nun nicht mehr macht einen großen Bogen um ihn. Und ich vertraue Buddy nun auch nicht mehr so wie vorher. Was kann ich tun? Buddy hat sogar nun einmal Mütze draußen gejagt. Ich bin total unsicher wenn beide im Raum sind. Desweiteren Schaft er es seid neusten auch nicht mehr ohne immer weiteres bellen im Rudel alleine zu bleiben. Wie soll ich das mit ihm üben? Haus Mitbewohner haben sich schon beschwert. Er heult und bellt ohne pause. Vielen lieben dank Christina

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Antworten(1)

  • Kerstin Gebhardt
    Kerstin Gebhardt (Hundetrainer)
    schrieb am 31.05.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,

    hat sich an den Lebensumständen des Hundes etwas geändert, daß er auf einmal nicht mehr alleine sein kann. Konnte er es denn innerhalb des Jahres bei Ihnen? Wie lange soll er denn allein bleiben?

    Hunde können es meistens noch ertragen, wenn die Katze irgendwo sitzt, sobald sie sich aber bewegt, wird sie leicht zur Beute und wie Beute gejagt. Ich habe Ihnen nachstehend nochmals beschrieben, wie man die zwei Tiere aneinander gewöhnen sollte.

    Hier sollte unbedingt der nötige Grundgehorsam vorhanden sein, bevor Sie
    mit dem Aneinander-Gewöhnen beginnen.


    Grundregel: Niemals jagen!
    Stellen Sie mit einer guten Leine und einem sicheren Brustgeschirr sicher, dass der Hund die Katze niemals jagen kann. Bedenken Sie, dass normale Brustgeschirre nicht ausbruchssicher sind. Geschickte Hunde schlüpfen hier schneller raus, als sie schauen können! Hier hilft ein Halsband und eine zweite Leine.
    Wenn die Hund eine weglaufend Katze jagt, fördert das seinen Spiel- oder Jagdtrieb. Er findet das Klasse und will das dann gerne wieder machen. Vermeiden Sie das unbedingt. Andererseits wird die Katze in Ihrer Angst "Hunde sind Katzenfresser" berechtigterweise bestätigt. Hat der Hund die Katze bereits gejagt, fangen Sie nicht bei Null an. Sie fangen bei minus 20 an.

    Es gibt folgende Situationen

    Ihr Hund kennt schon Katzen, z.B. aus der Nachbarschaft und jagt diese auch draußen. Besondere Vorsicht! Ihr Kätzchen kennt schon Hunde und hat nicht allzu viel Angst.

    Der erste Tag
    Arbeiten Sie mindestens zu zweit. Sorgen Sie für Ruhe. Keine Radio oder Fernsehen, keine umherlaufende Kinder sollte die Ruhe stören. Halten Sie für beide Tiere köstliche Leckerli bereit.
    Leinen Sie Ihren Hund an. Halten Sie ihn gut fest oder machen Sie ihn zum Beispiel an einer Heizung fest. Dann lässt eine andere Person die Katze ins Zimmer. Die Katze entscheidet, wieviel Abstand sie braucht. Sehen und von Weitem riechen. Mehr muss nicht sein.
    Streicheln Sie beide Tier. Geben Sie beiden Tieren Schutz und Geborgenheit. Sprechen Sie langsam und leise. Will der Hund wild auf die Katze zurennen und zerrt er an der Leine, machen Sie nicht den Fehler, in zu loben! Lenken Sie ihn ab. Setzen Sie sich vor in Ihn (Leine an der Heizung oder am Tisch festmachen) und sprechen Sie mit Ihn.

    Die nächsten Tage: Üben, üben, üben!
    Üben Sie das Kennenlernen täglich und sorgfältig. Brechen Sie ab, wenn einer der beiden zu wild ist oder zu sehr Angst hat.
    Zerren Sie nicht an der Leine und schreien Sie keinesfalls "Pfui" oder "Lass das". Seien Sie der souveräne und ruhige Punkt in mitten des Aufbrausens der Gefühle auf beiden Seiten. Indem Sie Leckereien füttern, verbinden beide Tier die Situation mit etwas Positivem.
    Stiert der Hund die Katze an, lenke Sie ihn ab. Geht das nicht, halten Sie ihm sanft die Augen zuhalten, versperren Sie ihm die Sicht, reden Sie ruhig auf ihn ein, streicheln ihn, belohnen ihn.
    Je nach Reaktion der Tiere, kann das ein- bis dreimal täglich wiederholt werden.
    Überfordern Sie die Tiere aber nicht. Gehen Sie lieber langsam vor, als zu schnell. Erzwingen Sie nichts. Die Entscheidung treffen sowieso die Tiere, wann und ob sie sich wohlfühlen und nicht Sie.

    .

    Einige wichtige Regeln für das Zusammenleben

    • Die jeweiligen Futterschüsseln müssen für den anderen tabu sein, idealerweise nicht erreichbar. Am besten die Tiere in getrennten Räumen oder zu getrennten Zeiten und nicht im Blickfeld des anderen Füttern.

    • Der Hund darf die Katze auf dem Katzenklo nicht stören

    Den Tieren Zeit geben, nicht zu viel verlangen. Meist ist einer der Schlauere und versteht, was verlangt wird. Meistens die Katze. Manchmal gehen sie von selbst auf den Hund zu und riechen an ihm und das Eis ist gebrochen.
    Irgendwann kommen sich die Tiere von selbst näher. Den Hund notfalls anbinden, die Katze darf sich aber in ihrem Revier bewegen. Das muss der Hund später auch akzeptieren und sehen können.
    Es ist wichtig, immer geduldig zu sein. Rückschläge sind normal, die Tiere gewöhnen sich trotzdem aneinander. Irgendwann spürt man, wann man es wagen kann, den Hund abzuleinen oder nicht dazwischen zu gehen.


    Auch draussen tabu für den Hund: Andere Katzen jagen!
    Will der Hund auch draussen Katzen jagen, muss ebenfalls ein klares Verbot ausgesprochen werden. Deutliche Körpersprache, Ruhe und auch Belohnung, wenn der Hund gehorcht. Lassen Sie Ihn keinesfalls Jagen.

    Die Tiere sollte man erst alleine lassen, wenn sie sich wirklich vertragen und ruhig miteinander sind. Man spürt als Besitzer ja ganz gut, wann das Tier unsicher ist oder nicht. Oft wird geraten, die Decken der Tiere zu Gewöhnung auszutauschen.


    Und noch eines: Seien Sie nicht übertrieben ängstlich, Tiere spüren das und die Angst und Anspannung überträgt sich. Manchmal trauen wir unseren vierbeinigen Mitbewohnern weniger zu, als sie von alleine längst können oder wissen.

    Zum Thema Trennungsangst müssen Sie Ihren Hund evtl. wieder wie einen Welpen schrittweise an das Alleinsein gewöhnen. Wichtig: Es darf nur bis zu dem Punkt geübt werden, wo Ihr Hund es noch aushält. Wenn er z.B. nicht allein in einem Zimmer sein kann, brauchen Sie sich um die Wohnung verlassen keine Gedanken machen. Das wird er nicht schaffen.


    Viele Grüsse aus Düsseldorf

    Kerstin Gebhardt
    Hundepsychologin/-Trainerin
    www.kerstin-gebhardt.de

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