Deine Hundetrainer-Sprechstunde

Ständig die Nase am Boden

Thema: Leinenzug
  
Sentalara schrieb am 07.12.2016   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Mein 2 jähriger Labbi hat ständig beim Gassi geben seine Nase am Boden. Er schnüffelt wie ein irrer und ist richtig abwesend. Selbst wenn ich leckerlis dabei habe interessieren sie ihn überhaupt nicht.
Dirch dieses ständige Geschnüffel zieht er natürlich auch an der Leine. Probiert hab ich natürlich schon sehr vieles. Ruckartig umgedreht.... oder stehen geblieben solange bis er mir Aufmerksamkeit gibt. Aber kaum lauf ich weiter ist die Nase wieder am Boden.
Dazu wird natürlich alles beschleckt oder gefressen.
Ich bin grad wirklich am Überlegen ihm einen Maulkorb anzulegen.
Über eine Antwort würde ich mich freuen.
Lg Kerstin

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Antworten(1)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 08.12.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (11)

    Hallo Kerstin,
    wenn man versucht, Hunde mit Leckerlis zu locken, macht man sich zum Futterautomaten und wird nicht ernst genommen.
    Arbeiten Sie doch mit Ihrem Hund zusammen oder besser, bringen Sie ihn dazu, mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Verstecken Sie z. B. besonders feine Leckerchen, zuerst, dass er es sieht, später gehen Sie aus seiner Sichtweite. Ein Futterdummy ist, gerade für Retriever, auch ideal.
    Sie finden dazu eine Menge Literatur und auch Videos im www.
    Hunde ziehen an der Leine, weil sie es so gelernt haben. Oder, besser gesagt, nicht anders gelernt haben. Wenn Herrchen/Frauchen dem Hund mit ausgestrecktem Arm überallhin folgt, wird der Hund natürlich auch weiter immer dahin gehen, wo er hin will. Er kann es ja, manchmal mit einem Gewicht am anderen Ende der Leine, aber es geht. Hunde lernen durch Erfolg oder auch Misserfolg.
    Deswegen hier mein Tipp: NIE dem Hund folgen, wenn er zieht, auch nicht, wenn er wo schnuppern, sich lösen oder zu Bekannten will. Wenn er einmal Erfolg hatte, müssen Sie wieder von vorne mit dem Training anfangen. Bleiben Sie stehen, bis die Leine wieder locker ist (das braucht etwas Geduld) oder, wenn Ihr Hund richtig feste zieht, drehen Sie um und gehen zurück.
    Am besten reagieren Sie schon, wenn er versucht, Sie zu überholen. SOFORT umdrehen und zurückgehen und zwar jedesmal.
    Oft liegt das Ziehen auch an der Art, wie die Leine gehalten wird. Meistens wird die Leine zu kurz gehalten, mit Zug. Zug erzeugt Gegenzug, der Mensch zieht weil der Hund zieht und der Hund zieht immer mehr dagegen. Der Hund kann diesen Kreislauf nicht lösen, das kann nur der Mensch.
    Meistens kann ein Hund sich auch nicht konzentrieren. Man kommt aus der Haustür und schon soll der Hund, ohne sich ausgepowert oder gelöst zu haben, locker an der Leine gehen. Die Leinenführigkeit sollte immer nur zwischendurch geübt werden, zuerst darf der Hund laufen und schnuppern, dann wieder 10 Minuten üben u.s.w.. Erst, wenn das immer besser funktioniert, wird es irgendwann gefestigt sein und der Hund läuft immer und überall an lockerer Leine. Üben, egal was, sollte man nie im Ernstfall sondern immer entspannt und gezielt.

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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