Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Leinenführigkeit verbessern

Thema: Leinenzug
  Sachsen
77ramona schrieb am 19.01.2015   Sachsen
Angaben zum Hund: Labradormischling, weiblich, nicht kastriert, Alter 3-12 Monate

Hallo,

wir haben eine 11 Monate alte Labrador-Mischlingshündin mit 7 Monaten aus einem Tierheim bekommen.
Leider nicht von Beginn an, aber seid über einem Monat doch recht konsequent, versuchen wir ihr beizubringen, dass sie nicht an der Leine zieht.
wir haben eine 2 Meter Leine und nutzen Halsband oder Geschirr. Wenn einer von uns beiden allein mit ihr unterwegs ist, dann läuft sie relativ brav. jedesmal wenn sie beginnt zu ziehen, bleibe ich stehen und warte bis die leine lockert oder sie sich zu mir umdreht und belohne sie mit worten und leckerlie. sobald wir jedoch zu zweit spazieren gehen, ein anderer hund, katze, mensch in sichtweite kommt, zieht sie extrem und ist auch mit leckerlie nicht wirklich zu locken.
es ist schwierig konsequent zu bleiben, wenn man nicht wirklich eine besserung bemerkt :-(.
ich versuche auch immer viel mit ihr zu spielen, sie frei laufen zu lassen und mich interessant zu machen. sie ist eben ein sehr lebhafter hund.
da wir jedoch im mai nachwuchs bekommen und ich auf grund der schwangerschaft immer unbeweglicher werde, ist es mir/uns besonders wichtig, dass sie an der leine brav läuft, denn 25kg können ordentlich ziehen.
wir haben gestern einen spaziergang mit einer hundetrainerin gemacht, welche mit retriever-leinen arbeitet und auch so dem hund mit leichten anstoßen mit dem fuß dem hund aufmerksamkeit und gerhorsam abverlangt. sie ist der meinung, dass so der hund innerhalb einer woche bei entsprechender konsequenz das brave laufen an der leine lernt.
jedoch bin ich noch unschlüssig bezüglich dieser methode. ich bin daher für jeden rat dankbar.
viele grüße ramona

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Antworten(3)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 19.01.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Ramona,
    ich gebe Ihnen vollkommen recht. Auch ich trete nicht mit den Füßen nach meinen Hunden, auch nicht leicht.
    Ich bevorzuge auch Ihre bisherige Methode, vielleicht noch ein wenig abgewandelt.
    Wir bringen den Hunden bei, dass Sie auf ein Zungeschnalzen hören. Dazu schnalzen wir mit der Zunge und lassen ein Leckerchen in den Leinenbereich fallen. Optimalerweise eines, das nicht kullert z.B. Käse. Der Hund lernt dadurch, im Leinenbereich ist es schön und immer wenn das Geräusch kommt, schaue ich Herrchen/Frauchen an. Wenn der Hund das verinnerlicht hat, dann wird nur noch ab und an ein Leckerchen geworfen. Wir arbeiten nur mit Geschirr, denn der Halsbereich des Hundes ist doch sehr empfindlich und es können falsche Verknüpfungen entstehen.
    Um darauf zu achten, dass auch der Hund die Leine lockert und nicht sie, empfehle ich, die Leine mit beiden Händen zu halten oder wenn möglich, eine zweite Leine umzuhängen und die Leine daran zu befestigen. In Ihrem Zustand würde ich dies jedoch nicht anraten, für Ihren Mann aber sicherlich eine Alternative.
    Bitte achten Sie darauf, dass Sie immer nur Leckerchen verteilen, wenn der Hund nicht gezogen hat. Zieht Ihre Hündin, korrigiert sich und bekäme dann ein Leckerchen, würde sie lernen, dass sie ziehen muss, um sich zu korrigieren und dann ein Leckerchen zu bekommen. Wenn sie das mit dem Schnalzen gelernt hat, schnalzen Sie immer kurz bevor die Leine straff wird und belohnen die Aufmerksamkeit dann. Achten Sie aber auch darauf, dass Ihre Hündin wirklich in keinem Fall Erfolg hat, auch nicht, wenn der Grund für die Zieherei für Sie nachvollziehbar ist, zum Beispiel weil Sie wissen, dass sie sich lösen muss.
    Es gibt noch eine sanfte Möglichkeit, aber probieren Sie doch erst mal Ihre Methode, etwas verändert aus. Falls es nicht klappen sollte, versuche ich Ihnen die Variante zu beschreiben.

    Liebe Grüße
    Ihre Gabriele Holz

  • 77ramona
    77ramona
    schrieb am 19.01.2015

    Hallo Frau Holz,

    danke für Ihre Antwort.
    da ich nicht alles zu 100% verstanden habe, hier meine Rückfragen:
    sie schreiben: "Um darauf zu achten, dass auch der Hund die Leine lockert" wie soll er das tun? bleibe ich stehen und warte?
    wie kann ich mit ihr spazieren gehen, bis sie das schnalzzeichen kennt und auch darauf hört?
    sie schreiben: "Achten Sie aber auch darauf, dass Ihre Hündin wirklich in keinem Fall Erfolg hat" ich schätze es ist schwierig auch nur ein kurzes stück zu gehen ohne das sie zieht... :-(

    viel. können sie mir dennoch die zweite methode beschreiben, würde mich sehr interessieren, da ich wirklich viel lese und es mir extrem wichtig ist hier eine verbesserung herbei zu führen.

    ab und an geben wir unsere hündin auch für einen tag zu "oma und opa". hier läuft sie natürlich erst recht wie sie will. ist dies dann eher kontraproduktiv?

    danke für ihre hilfe
    liebe grüße
    ramona

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 19.01.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Ramona,
    lieb, dass Sie nachfragen.
    Der Hund soll die Leine lockern: Viele Menschen neigen dazu, den Hund ein wenig herbeizuziehen. Das heißt, der Hund zieht, der Mensch zieht ihn zurück und geht dann automatisch wieder mit der Hand nach vorne. Meist ohne dies zu bemerken. Deswegen rate ich dazu die Leine in beiden Händen zu halten. Dann können Sie nicht zurückziehen und der Hund muss sein Gewicht etwas nach hinten verlagern oder gar einen Schritt zurückgehen. Mir genügt es schon, wenn meine Hunde das Tempo etwas verlangsamen, bzw. kurz innehalten. Denn Ziel soll ja sein, mit dem Hund zügig zu gehen. Ich will ja nicht immer die Stop-und-Go-Methode anwenden, sondern der Hund soll lernen, dass er agieren muss, wenn die Leine straff bleibt. Zieht Ihre Hündin, dann bleiben Sie wie gehabt stehen, will sie Sie zu einem "Ziel" hinziehen, gehen Sie in entgegengesetzter Richtung weg.

    "ich schätze es ist schwierig auch nur ein kurzes stück zu gehen ohne das sie zieht... :-(" - In diesem Fall werfen Sie am Anfang ganz viele Leckerchen auf den Weg. Sie werden sehen, wie schnell der Hund nur noch auf Sie und ihre Leckerchen konzentriert ist. Sie können auch durchaus ihr Futter nehmen, denn am Anfang braucht sie ja noch viel Unterstützung.
    Sie können das Schnalzen auch mal ohne Leine üben, auch zu Hause. Nehmen Sie eine Portion Futter und machen Sie immer ein Schnalzgeräusch und geben Sie Ihrer Hündin ein Bröckchen Futter. Das ist so ähnlich, wie der Aufbau vom Clickern. :)

    Die alternative Methode lehnt sich an die Idee von Linda Tellington-Jones an. Frau Tellington-Jones hat ein Geschirr entworfen, dass sowohl auf den Rücken als auch an der Brust einen Ring hat. Nicht zu verwechseln mit den Erziehungsgeschirren oder dem Halti-Harness, da sich das Geschirr an keinem Punkt zuziehen sollte. Die Methode von TTouch ist den Hund n eine Balance zu bringen. Die Leine wird also an zwei Punkten befestigt.
    Alternativ kann die Leine auch am Geschirr befestigt werden, und dann eine Schlaufe vor dem Hund geführt werden. Die Leine liegt damit locker vor den Vorderbeinen des Hundes und bildet eine leichte Barriere.
    Ich habe zwei Bilder in Facebook unter Hundeschule wolf-inside gepostet. Vielleicht haben Sie ja die Möglichkeit sich diese anzusehen. Dann wird das plausibler. Wenn Sie mir unter kontakt@wolf-inside Ihre E-Mail Adresse zukommen lassen möchten, dann kann ich Ihnen die Bilder auch gerne zumailen.

    Fragen Sie ruhig, falls es immer noch nicht klar ist. Manche Dinge sind eben auch schwer zu beschreiben und leichter zu zeigen. :)

    Liebe Grüße
    Ihre Gabriele Holz

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