Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Ständiges bellen

Bianca 1988 schrieb am 16.02.2016
Angaben zum Hund: Dackel-Terrier , männlich, kastriert, Alter über 5 Jahre

Mein Hund fängt sofort draußen an zu bellen und zieht wahnsinnig los soweit ein anderer Hund zu sehen ist. Was kann ich dagegen tun?

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Antworten(1)

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 17.02.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo, die Frage ist, warum reagiert er so?
    Möchte er Kontakt aufnehmen und ist sauer, weil er es nicht darf?
    Was würde er machen, wenn er zu dem anderen Hund hinkann? Pöbeln, sich lieber doch verkriechen, spielen? Ich würde ihnen empfehlen erst einmal genau zu beobachten, WAS der Auslöser für sein Verhalten ist.
    Wenn sie genau herausgefunden haben, WARUM er dieses Verhalten zeigt, kann man daran arbeiten ihm ein Alternativverhalten anzutrainieren, welches er dann bei Hundebegegnungen zeigen kann.
    Agieren sie bei Hundebegegnungen und reagieren sie bitte nicht erst, wenn ihr Hund aktiv geworden ist. Üben sie die Begegnung mit anderen Hunden. Wenn sie nun andere Hunde treffen, versuchen sie ihren Hund mit einem Spiel/besonders gutem Leckerli abzulenken.
    Belohnen sie den Hund nur, wenn er leise ist. Dies kann Leckerchen/Spiel oder einfach nur viele Streicheleinheiten sein, je nachdem was ihm am besten gefällt.
    Bellt er, hat er Pech und sie erhöhen beim nächsten Treffen die Distanz zum anderen Hund. Bleibt er leise und orientiert sich an ihnen, können sie schrittwiese die Distanz verringern.
    Für ihren Hund soll es ein Ritual werden. Er soll lernen: andere Hunde sind okay, ich brauche nicht zu bellen, sondern bekomme immer etwas tolles, wenn ich sie ignoriere und statt dessen Herrchen anschaue. Und wenn Frauchen es erlaubt, darf ich auch mit ihnen Kontakt aufnehmen. Aber nicht immer und Frauchen bestimmt wann, wo und zu wem.
    Nehmen sie sich viel Zeit und überfordern sie ihn nicht. Übernehmen sie bitte mehr die Führung. Damit sind sie der souveräne Rudelführer auf den er sich verlassen kann. Dann kann und wird sich ihr Hund auch bei Hundebegegnungen entspannen.
    Ich würde ihnen weiterhin empfehlen sich an eine Hundeschule zu wenden, wo ihr Hund lernt, dass andere Hunde da sein dürfen und er trotzdem auf sie achten lernt.
    Anfangs werden sie mit ihm kein großartiges Training machen können, er soll nur lernen, dass auf eine bestimmte Distanz Hunde okay sind. Diese Distanz wird nach und nach verkürzt, dann darf er mit einem, zwei, drei Hunden gemeinsam trainieren, später in einer kleinen Gruppe, irgendwann wechseln auch die Hunde.
    Er soll und muß nicht immer mit anderen Hunden spielen. Sozialpartner für ihren Hund sind sie. Er soll aber lernen, dass er ihnen vertrauen kann und andere Hunde auch ihren Weg kreuzen dürfen ohne das er sich aufregen muß.
    Das ist meines Erachtens das Wichtigste Trainingsziel - der Hund muß Vertrauen in ihre Führungsqualitäten aufbauen.
    Es wird ein langer Weg, der von ihnen viel Geduld erfordert, da sich sein Verhalten schon über einen längeren Zeitraum gefestigt hat.
    Aber sie können das Problem lösen.
    Adressen für Hundetrainer finden sie z.B. auf den Seiten des BHV unter http://www.bhv-net.de/

    Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick

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