Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Hund haut ab

Jana464 schrieb am 21.02.2016
Angaben zum Hund: Goldendoodle, männlich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo,
Mein Hund hat einen starken Jagdtrieb. Im freien Gelände ohne Leine ist fast nicht möglich. Lenkt ihn nichts ab, reagiert er auf pfeifen oder rufen zuverlässig und ich belohne ihn mit einem Keks. Ist er aber abgelenkt durch eine Witterung die er aufgenommen hat, oder durch etwas was sich bewegt oder oder .... rennt er los und reagiert absolut nicht auf mich.
Das frustriert mich. Besonders unsicher bin ich auch in der Frage, wie reagiere ich denn richtig wenn er dann doch mal wieder zu mir zurückkommt.
Also was kann ich tun um ihn zu bremsen bzw ihn dazu zu bringen auf mich zu reagieren?

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Antworten(4)

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 24.02.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo, einen Hund auf große Distanz bei solch starker Ablenkung abzurufen ist schon "hohe" Schule. Dafür muß ein Rückruf schon sehr gut auftraineirt sein und in nicht so ablenkungsintensiven Situationen sicher funktionieren.
    Rufen sie nicht öfter als 2 mal. Kommt ihr Hund dann nicht, holen sie ihn ab. Sonst "vebraucht" sich ihr Kommando und der Hund lernt, dass er wählen kann, ob er auf sie hört oder nicht.
    Bevor sie ein Rückrufkommando geben, überlegen sie, ob sie es
    1. durchsetzen können und
    2. ob ihr Hund es überhaupt befolgen kann (Intensität der Ablenkung).
    Wenn sie rufen und er nicht kommt, müssen sie ihn notfalls abholen können.
    Günstig ist am Anfang des Trainings der Einsatz einer Schleppleine. So können sie auch auf Distanz ihr Kommando umsetzen ohne direkt auf den Hund einwirken zu müssen.
    Bieten sie ihm auch immer eine tolle Belohnung für sein Kommen an, es muß sich für ihn lohnen (Spiel, Streicheln, Leckerchen).
    Viele gute Anregungen finden sie z.B. auch noch in diesem Buch: MenschHund!... komm zurück! von Ariane Ullrich
    Bis sie das Problem gelöst haben, lassen sie ihren Hund sicherheitshalber an der Leine, sonst gerät er noch unter ein Auto oder an einen anderen Hund, der ihm nicht wohlgesonnen ist.

    Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick

  • Jana464
    Jana464
    schrieb am 25.02.2016

    Vielen Dank für diese umfangreiche und auch hilfreiche Antwort. Ich habe in der Vergangenheit offensichtlich einiges falsch gemacht, ich habe zum Beispiel ...zig mal hinterhergebrüllt bzw. gepfiffen. Das werde ich nun anders machen.
    Ich habe nochmal eine Frage zu dem vorgeschlagenen Abholen des Hundes. Wie soll das in der Praxis aussehen? Gehe ich also hinterher und fange ihn mehr oder weniger ein ?
    Leine ich ihn dann wortlos an? Ziehe ich ihn dann in meiner Richtung hinter mir her?
    Mit der Schleppleine laufe ich übrigens schon länger mit ihm, er benimmt sich mit dieser Leine anders als ohne. Hat er sie dran, startet er sogut wie nie durch. Ist sie dann doch mal ab, weil er mir leidtut, nutzt er das dann leider meist aus und düst davon.

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 26.02.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo, hier ist auch beim Schleppleinentraining einiges schiefgelaufen. Eine Schleppleine wird im Verlauf des Trainings allmählich eingekürzt, so dass der Hund IMMER das Gefühl hat, er ist an der Leine. Am Ende hängt dann nur noch ein kurzes Stück von vielleicht 5 cm ( je nach Größe des Hundes). So wird dieses Verhalten : Leine ist ab = und Tschüß nicht aufgebaut.
    Mein Tipp für sie. Besorgen sie sich eine andere Schleppleine ( neue Verknüpfung) und beginnen sie wieder ganz von vorne.
    Achten sie darauf, dass keine Signale wie Leinenrucken beim Üben übertragen werden. Die Schleppleine ist immer locker und dient ausschließlich der Sicherung des Hundes ( er kann nicht weglaufen) . Sie rufen BEVOR die Leine straff ist. Hört er nicht, hat er Pech, er kann zwar loslaufen, aber kommt nicht zum Ziel. Sie müssen allerdings immer auf einen guten Stand und ein gut sitzendes Geschirr beim Hund achten.
    Orientiert er sich an ihnen, nachdem sie ihn gerufen haben, bekommt er die Superbelohnung (Spiel, Leckerchen etc).
    Wenn sie im Training schon weiter sind, darf die Schleppleine auch mal so auf dem Boden schleifen. Rennt er ihnen dann weg, weil sie nicht schnell genug reagiert haben, gehen sie hin, nehmen die Schleppleien auf und gehen wortlos ihrer Wege. Und jja, sie dürfen ihn auch mal hinter sich herziehen, wenn er partout nicht kommen will. SIE setzen ihren Willen durch. Günstig ist es immer die Leine zu nehmen, nicht den Hund einzufangen, sonst entwickelt er ihnen gegenüber ein Meideverhalten, weil sie in seinen Augen der "Spielverderber" sind.
    Für ihren Hund bedeutet es erst einmal, generell Schleppleine und sie beginnen wieder ganz von vorne.
    Vielleicht finden sie auch irgendwo eine Hundeschule, wo mal ein Training zum Thema "Schleppleine" angeboten wird oder wo man es ihnen einfach mal (auch in einer Einzelstunde) richtig zeigt.

    Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick

  • Jana464
    Jana464
    schrieb am 26.02.2016

    Vielen Dank, ich glaube ich habe jetzt verstanden, worauf es ankommt. Ich werde die Tipps und Ratschläge ab sofort anwenden und bin zuversichtlich und motiviert.
    Bin sehr gespannt, wie es klappt.

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