Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Angstbellen

  Baden-Württemberg
rl schrieb am 17.06.2015   Baden-Württemberg
Angaben zum Hund: Mischlinge bis 44 cm, weiblich, nicht kastriert, Alter 3-12 Monate

Im August 2014 haben wir Leila (Spitz-Mix, 4.5kg) mit knapp 1 Monat von der Straße Italiens gerettet. Anfangs hatten wir das Problem nicht, aber seit ein paar Monaten bellt sie ständig aus Angst. Sie hört ein Geräusch und bellt, sie hört/sieht fremde Menschen und bellt. Wenn wir direkt an "ihrem" Haus raus gehen ist es am schlimmsten. Jeder Fußgänger wird richtig angebellt. Leila verkrampft dann auch richtig. Sobald man weiters weg vom Haus ist, bellt sie niemanden mehr an und man kann ganz normal mit ihr spazieren gehen.
Auch hat sie vor jedem Hund Angst, auch wenn dieser viel kleiner als sie ist. Wenn der Hund an ihr schnuppern will, haut sie ab.

Hätten Sie einen Tipp, was man dagegen machen kann?

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Antworten(1)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 17.06.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Abend,
    ein vier Wochen alter Hund muss auch in dieser Zeit viel erlebt haben. Dann hat er angefangen zu bellen, um Ihnen zu "sagen", dass sie sich nicht beschützt fühlt, mit der Umwelt nicht klarkommt und sich allein gelassen fühlt - also bellt sie alles weg.
    Es ist aller höchste Zeit, dass Sie einschreiten!
    Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Ihr Hund ist unsicher und beißt/bellt alles weg – das ist seine Strategie, weil er Ihnen nicht zutraut, mit der Situation klar zu kommen.
    Ab sofort führen Sie: Der Hund geht HINTER Ihren Füßen, sie gehen niemals auf einen Hund oder einen Menschen zu. Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns. Sie vermitteln Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung oder schirmen Sie ihn am Rand ab. Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen ohne etwas zu tun, reagieren Sie sofort, vor dem Hund, wenn es geht, das schafft Vertrauen.
    Gehen Sie zuerst aus dem Haus und "vertreiben" SIE die Monster - zeigen Sie ihr, dass Sie Schutz bieten und kein Monster eine Chance hat!
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Alle Hunde in meinem Training haben es geschafft, als die Besitzer mit dem Schutzprogramm angefangen haben. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt. Hierzu finden Sie alles auf meiner
    Homepage: www.hundimedia.de
    Bücher „Spiel und Spaß mit Hund“ und „Mehr Spiel und Spaß mit Hund“ Film: „Der Weg ist das Ziel: 222 Möglichkeiten den Hund zu beschäftigen.
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

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