Was tun, wenn Hund Angst vorm Gassi gehen hat?

  
Roman94 schrieb am 15.12.2021   
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Guten Tag,
Ich habe seit c.a einem Monat einen 8 monatigen Rüden aus einer Tierpension. Anfangs hatte er auch im Haus vor allem Angst und wir haben ihn Stück für Stück an alles herangeführt. Mittlerweile scheint er sich recht wohl im Haus zu fühlen. Jedoch beim Gassi gehen ist es jeden Tag ums Neue ein Kampf. Wir wohnen recht ländlich und es sind gerade einmal 200m bis zum Waldanfang. Leider bleibt er auf diesen 200m alle drei bis vier Meter stehen und zieht Richtung Wohnung. Er dreht sich ständig um und schaut panisch in Richtung Haus. Sobald man ihn im Wald hat (was bis zu 30min dauern kann) lockert er sich und es geht etwas angenehmer voran. Am Anfang bin ich mit ihm in Waldstücke mit dem Auto gefahren. Dort hat er sich recht wohl gefühlt. Mittlerweile bleibt er bei neuen Waldstücken bei lautem Vogelgezwitscher von stehen und will mit zurück. Wenn man umdreht zieht er dann die vorher gelaufene Strecke wie ein Ochse (was durch Stop and Go Training in den Griff zu bekommen ist). Ich weiß mittlerweile nicht mehr ob er wirklich Angst hat oder nur noch seinen Willen durchbekommen möchte. Im Haus verhält er sich recht untergeordnet. Am liebsten dreht er einfach Runden ums Haus und den eigenen Garten. Es ist mein Erster Hund und ich habe bis jetzt bestimmt schon einiges falsch gemacht, versuche mir aber größte Mühe zu geben.


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Antworten(2)

  • Nadine Franz
    Nadine Franz (Hundetrainer)
    schrieb am 15.12.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,
    vielen Dank für deine Frage. Zuerst möchte ich dir Mut machen. Jeder macht Fehler und allein die Tatsache, dass du dir Gedanken dazu machst, wie du dieses Problem lösen kannst und dir dafür auch Hilfe holst ist sehr lobenswert.

    Dein Rüde scheint sehr unsicher im Alltag zu sein. Warum kann man nur spekulieren. Aber es ist schon ein super Punkt, dass er sich bei dir zu Hause offenbar sicher fühlt.
    Hunde die so unsicher sind brauchen viiiiel Zeit und ich kann verstehen, dass man da zwischendurch mal verzeifelt.
    Aus der Entfernung kann ich natürlich nur grobe Tipps geben, da ich ihn in der Situation nicht vor Augen habe.
    Aber ich möchte dir einen Denkanstoß geben.
    Warum gehen wir mit dem spazieren? Um ihn eine Freude zu machen, Bewegung zum auspowern und für Sozialkontakte zu anderen Hunden zu pflegen und noch vieles mehr.
    Aber unterm Strich also des Hundes wegen. Nun hat dein Hund aktuell noch nicht so den Spass daran wie vielleicht andere Hunde. Also machst du das was deinem Hund Spaß macht. Keiner verlangt, dass du eine gewisse Runde in Strecke oder Länge mit ihm gehst.
    Das heisst du gehst mit ihm soweit er sich traut. Und an diesem Ort machst du was schönes mit ihm. Es werden vielleicht Signale abgefragt wofür er sich Leckerlies verdienen kann. Oder er bekommt ein Spielzeug, welches er mag. Oder aber ihr schaut euch gemeinsam einfach die Umgebung an. Und du lobst ihn dafür, dass er sich mit der Umgebung ruhig beschäftigt. Dabei kannst du ihn streicheln, wenn er es mag oder aber auch nur eine Hand an die Schulter legen oder an einem Körperteil wo er mag. So hat er Körperkontakt zu dir. Das kann ihm Sicherheit bringen. Und nach einer Zeit, die für dich angenehm ist, geht ihr wieder nach Hause.
    Wenn er im Garten seine Energie auslassen kann ist es ja super.
    Und am nächsten Tag könnt ihr vielleicht einen Schritt näher zum Wald kommen. Aber auch einen Schritt weniger weit. Das ist normal. Aber ihr wiederholt die Schritte einfach. Und wenn du doch mal in den Wald möchtest, dann fahre mit dem Auto hin. Das ist für dich und deinen Rüden weniger Stress.
    Generell gilt, wenn er vor etwas Angst zeigt, lass ihm die Zeit, es sich anzuschauen und seine (guten) Erfahrungen damit zu machen.

    Ich hoffe, die Punkte werden euch in eurem Alltag unterstützen.

    Ich wünsche euch viel Erfolg.

    Lieben Gruß
    Nadine Franz
    Hundetraining mit Kopf

  • Roman94
    Roman94
    schrieb am 16.12.2021

    Vielen lieben Dank für die schnelle Antwort :)
    Am wohlsten scheint er sich zu fühlen solange er anderen Hundekot suchen kann.
    Wir waren gerade eben 1,5h in einem kurz entfernten Waldstück mit dem Auto.
    Die erste 3/4h ging es nur 100m den ein n Weg rein, 100m zurück und sind den nächsten Weg. Alles verbunden mit Sprint Phasen von uns beiden.
    Er schien sich bei all dem aber nicht wirklich wohl zu fühlen bzw Schaute ständig in alle Richtungen und dann zu mir.
    Gelöst hat er sich als wir auf einer Weitflächigen Wiese ankamen.
    Außer jeglicher Vorsichtsmaßnahmen ließ ich ihn nach 10min von der Leine dort.
    (Da es bei vorherigen Spaziergängen im Wald immer besser ohne Leine geklappt hat. Seit ich die Leine fast dauerhaft nutze, wird er immer unsicherer und bockiger)
    Auf einmal war er auf der Wiese wie ausgewechselt. Sprintete die ganze Zeit im Viereck und wirkte echt glücklich. Er war oder auch sehr auf mich Fokussiert.
    Aber er muss ja lernen an der Leine genauso zu gehen. Bzw warum ist er an der Leine viel viel Vorsichtiger und wirkt viel Unsicherer?

    Mit Freundlichen Grüßen und besten Dank für die Vorherige schnelle Antwort :)

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