Angst vor Hunden, Menschen

Angst ❯ Vor Hunden
Dreamaus schrieb am 20.09.2015
Hallo :) Ich habe derzeit einen dreijährigen Vizla-Labby-Mix aus Ungarn bei mir. Er hat sein ganzes Leben in einer Auffangstation verbracht, in der er eigentlich als freundlicher Kerl galt. Verträglich mit Mensch und Tier. Nach der Kastration wurde er ruhig und von seinen Artgenossen ständig angegriffen. Nun ist es so... treffen wir beim Gassi gehen auf andere Hunde bzw. Menschen, bleibt er bereits auf großer Distanz sofort stehen, kneift den Schwanz ein und lässt sich nicht dazu bewegen weiter zu gehen. Kommt der Hund näher, versucht meine Maus zu flüchten. Was ist denn nun das richtige Verhalten meinerseits? Bis jetzt habe ich mit meinem Hund auf den anderen gewartet, das kommende Tier + Halter freundlich begrüßt eventuell auch einige Minuten zusammen stehen geblieben und bin dann ohne meinen Hund zu beachten oder zu beruhigen ( wollte seine Angst nicht bestätigen ) weitergelaufen, wobei er dann auch folgt. Irgendwie fruchtet das aber nicht :D
Liebe Grüße...
1 Antwort
Hallo, leider hat ihr Hund nun mehrfach schlechte Erafhrungen mit anderen Hunden gemacht. Das er jetzt vorsichtig ist, ist verständlich.
Etwas, was sie versuchen könnten, um ihrem Hund die Anspannung in Gegenwart anderer Hunde zu nehmen, wäre sich in der Zeit mit ihm spielerisch zu beschäftigen.
Testen sie, für welche Spiele er sich begeistern läßt: Ballspiele, Suchspiele oder Geschicklichkeitsspiele. Oder auch die Kombination derer. Wichtig ist, dass kein anderer Hund an ihn heran darf. Er soll einfach lernen: andere Hunde sind da, aber sie kommen mir nicht zu nahe und ich erlebe etwas tolles mit Herrchen/Frauchen. Läßt er sich damit aus seiner Angst/Unsicherheit herausholen - prima!
Merken Sie, dass er wieder in /Angst/Panik gerät, drehen sie um und gehen wenn möglich einen anderen Weg. Meiden sie den alten Weg aber nicht generell, versuchen Sie es bei der nächsten Runde wieder oder am nächsten Tag.
Wenn er einige andere Hunde hat mit denen er Kontakt möchte reicht ihm dies völlig aus. Dann kann er dort wieder etwas Selbstsicherheit sammeln und wird vielleicht irgendwann entspannter, wenn sie anderen Hunden begegnet.
Der wichtigste Sozialpartner für ihren Hund sind aber sie. Damit ist ihr Hund auch glücklich - es müssen nicht immer andere Hunde sein.
Und wenn sich ihr Hund bei Hundebegegnungen nicht mehr wohl fühlt, ersparen sie ihm diese. Ihr Hund wird es nicht vermissen, sie sind ja für ihn da.
Ich würde ihnen weiterhin empfehlen sich an eine Hundeschule zu wenden, wo ihr Hund wieder lernt, dass andere Hunde/Menschen etc. keine Bedrohung für sie sind.
Anfangs werden sie mit ihm kein großartiges Training machen können, er soll nur lernen, dass auf eine bestimmte Distanz Hunde okay sind. Diese Distanz wird nach und nach verkürzt, dann darf er mit einem, zwei, drei Hunden gemeinsam trainieren, Später in einer kleinen Gruppe, irgendwann wechseln auch die Hunde.
Er soll und muß nicht mit anderen Hunden spielen. Er soll aber lernen, dass er ihnen vertrauen kann und andere Hunde auch ihren Weg kreuzen dürfen.
Es wird ein langer Weg, der von ihnen viel Geduld erfordert und vor allem ein einfühlsames Training, welches den Hund nicht überfordert.
Aber sie können das Problem lösen.
Adressen für Hundetrainer finden sie z.B. auf den Seiten des BHV unter http://www.bhv-net.de/
Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick
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