Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Welpe beisst und springt hoch

silv86 schrieb am 12.01.2015
Angaben zum Hund: Bulldogge, Französische, männlich, nicht kastriert, Alter 3-12 Monate

Gismo ist nun 17 Wochen alt . Schon von Anfang an war die Beisserei ein Problem, alle Tipps bezüglich der Beisshemmung habe ich versucht durchzusetzen. Wenn man in streichelt dann beisst er in die Hände bzw. alles was er zu fassen bekommt. Versuche ich ihn zu disziplinieren, egal auf welche Weise, stachelt es ihn nur noch mehr auf mich zu beissen.
Ich muss sagen wenn wir Gassi gehen läuft es richtig gut, sowohl die Leinenführigkeit als auch ohne Leine.
Doch sobald wir in der Wohnung sind, oder jemanden besuchen, macht er was er will.
Ich mach mir sorgen, dass es sich nicht bessert.
Wir sind auch in der HS, habe hier viele Tipps erhalten, doch ich sehe keine Besserung.

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Antworten(3)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 12.01.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Silvia,
    bitte schildern Sie doch einmal in welchen Situationen Gismo beißt. Ist es nur beim Streicheln? Knurrt er auch dabei oder ordnen Sie das Beißen eher unter rüpelhaftes Spiel zu?
    Bitte erzählen Sie doch mal, was Sie bisher ausprobiert habe. Und eine letzte Frage (vorläufig), zeigt er das Verhalten nur in der Wohnung oder auch draußen?
    Ich würde mich freuen, wenn Sie mir die Fragen beantworten würden, damit ich Ihnen weiterhelfen kann.
    Liebe Grüße
    Ihre Gabriele Holz

  • silv86
    silv86
    schrieb am 12.01.2015

    Ich ordne das Beißen eher unter rüpelhaftes Spiel zu.
    Er beißt beim Spiel oder wenn er spielen will, wenn jemand in streicheln möchte und er gerade motiviert ist zum Spiel. Knurren tut er nicht, aber hochspringen und bellen wenn er dann ignoriert wird oder ich ihm Nein sage und auf sein Platz schicken möchte.
    Dieses Verhalten zeigt sich meistens in der Wohnung bzw. auch wenn wir jemanden besuchen.
    Ich muss dazu sagen, wenn mein Freund ihm sagt, dass es jetzt reicht und er auf sein Platz gehen soll, dann macht er es auch.
    Was ich unternommen habe:
    Au, aua, sagen und das Spiel beendet wenn er gebissen hat.
    Am Nacken gepackt kurz geschüttelt und Nein gesagt.
    Drei Mal am Tag spazieren gehen, einmal am Tag am Feld, damit er sich auspauern kann.
    Ersatz zum knabbern gegeben.
    Suchspiele zu Hause.
    Ein paar Minuten in den Flur ausgesperrt als Auszeit, wenn es ganz schlimm wurde und er mir an die Waden ist und an den Hosen gezogen hat.
    Als aller letztes das Unterwerfen, auf dem Rücken drehen. Doch da kämpft er wie verrückt und wenn er sich los reisst, dann rennt er auf mich zu und schnappt.

    Zu Hause läuft es so ab, dass er auf meinen Freund zwar hört, wenn es darum geht, dass er etwas nicht mehr machen oder auf seinen Platz gehen soll.
    Sein Geschäft macht er nur wenn ich anwesend bin, sobald ich mich entferne springt er los und lauft mir nach, er pinst dann auch eine Weile wenn ich ihn zu Hause mit meinem Freund alleine lasse.
    Füttern tue ich ihn, eigentlich mache ich alles und ich kann nicht behaupten, dass ich nicht konsequent bin oder sein kann.

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 12.01.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (5)

    Hallo Silvia,
    da haben Sie doch schon ganz viele gute Ansätze gehabt. "Aua" sagen und Spiel beenden sind die ersten probaten Mittel. Daneben haben Sie noch die Möglichkeit, Gismo Ihre Hand unangenehm zu machen. Dies können Sie erreichen, indem Sie z.B. die Hand weiter in sein Mäulchen schieben, als ihm angenehm ist, oder Sie reiben Ihre Hand mit etwas unangenehm schmeckenden ein, z.B. etwas Bitterem oder Scharfen. Sie können auch kurz und leicht auch die Zunge drücken oder diese kurz festhalten. Achten Sie jedoch immer darauf, dass es zwar unangenehm aber nicht schmerzhaft ist. Denn Sie könnten immer mal in die Verlegenheit kommen, Ihrem Hund ins Maul fassen zu müssen.
    Sie können Gismo maßregeln, indem Sie ihn in der Bewegungsfreiheit einschränken. In gewisser Weise tun Sie dies ja, indem Sie ihn auf den Rücken legen. Sie können ihn alternativ aber auch einfach fest in den Arm nehmen. Hunde verstehen es auch als Maßregelung, die Hand in den Nacken oder auf den Kopf zu legen. Gerade auf der Stirn befinden sich Akkupressurpunkte, die zur Beruhigung betragen. Nackenfellschütteln kommt jedoch aus dem Jagdverhalten. Wölfe oder auch Hunde schütteln kleinere Beutetiere um dessen Genick zu brechen. Man hat beobachtet, dass Welpen untereinander ebenfalls dieses Verhalten zeigen, jedoch nur im Spiel und mit entsprechenden Ausdrucksverhalten, die dem anderen signalisiert, dass es NUR SPIEL ist. Erwachsene Tiere zeigen dieses Verhalten NIEMALS gegenüber Welpen. Auch der sogenannte Schnauzengriff wird von der Mutterhündin nur sehr samft ausgeführt, meist berühren dabei ihre Zähne noch nicht einmal den Welpen, sondern es ist nur ein Übergreifen, der dem Welpen sagt, dass hier Schluss ist.
    Auch Ignoranz ist ein harte Strafe. In freier Wildbahn würde dies das Todesurteil für den Welpen bedeuten. Deshalb sperren Sie Gismo, wenn überhaupt, immer nur sehr, sehr kurz aus, auf jeden Fall unter einer Minute.
    Meinen Kunden sage ich immer: Sei ein guter Chef! Bleibe ruhig und gelassen, behandle Deinen Hund so, wie Du von Deinem Chef behandelt werden möchtest.
    Ich finde es gut, dass Sie Suchspiele mit Gismo machen. Suchspiele eignen sich, genauso wie Hütchenspiele, dazu, den Hund auszulasten ohne die Gelenke zu sehr zu beanspruchen. Außerdem kann man wunderbar den Grundgehorsam und die Geduld mit trainieren, z.B. dadurch, dass der Hund warten muss, bis das Spiel vorbereitet ist. Ruhige Spiele eignen sich gerade bei aufgedrehten Welpen sehr gut, um sie etwas ruhiger zu bekommen. Viele Welpen haben ein- oder mehrmals am Tag ihre "berühmten fünf Minuten", in denen Sie wie verrückt rumlaufen und über die Strenge schlagen. In diesen Momenten oder auch danach eignen sich Spiele gut, die den Hund wieder zur Ruhe bringen.
    Zu guter Letzt möchte ich Ihnen noch zwei Bücher empfehlen, die mich sehr beeindruckt haben. Das erste ist "Wölfisch für Hundehalter" von Günter Bloch und das andere "Die Welt in seinem Kopf" vom Animal-Learn-Verlag. Vielleicht haben Sie ja daran Interesse. Vielleicht gefällt Ihnen auch mein Artikel, den ich hier im Blog über Dominanz veröffentlicht habe.

    Ich wünsche Ihnen noch ganz viel Spaß mit Ihrem Schatz.

    Liebe Grüße
    Ihre Gabriele Holz

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