Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Hund beißt ständig

  Baden-Württemberg
Sophiejon schrieb am 03.02.2018   Baden-Württemberg
Angaben zum Hund: Französische Bulldogge, männlich, nicht kastriert, Alter 6-12 Monate

Hallo,
Ich hoffe, dass man mir helfen kann.
Es geht um meinen Jon (franz. Bulldogge, 6,5 Monate)

Er beißt mich öfters (mal öfter, mal weniger oft) in mein Bein bzw ins Knie!
Unzwar ist es so: immer wenn er seine 10 Minuten hat (was am Tag sicherlich 4-5 mal vorkommt), rennt er auf meine Füße los, beißt mir zuerst in den Hausschuh und dann auf meine Fersen, sprich da wo es sehr weh tut. Muss angeben, dass ich immer weiche Flauschsocken anhabe. Sobald ich NEIN sage, was er meines Erachtens versteht, wird er wie „aggressiv“. Er zeigt mir das indem er knurrt, an mein Bein hochspringt und dann reinbeißt. Ich merke je mehr ich mit ihm schimpfe wird er wütender! Das geht schon so seit wir ihn haben (mit 9 Wochen) außer das mit dem ins Knie beißen und mit der Ferse. Das mit den Hausschuhen hatte er schon immer. Ich bin langsam wirklich mit meinem Latein am Ende. Ich hab schon einiges ausprobiert wie z.B ihn angeleint in der Wohnung. Solange er angeleint ist geht alles gut doch sobald ich ihn losmache geht der „Spaß“ von vorne los. Gleiches gilt auch mit dem „in die küche einsperren“. Nachdem ich ihn nach ca. 2 Minuten wieder rauslasse, hat er sich meistens beruhigt sodass er einen erneuten versuch nicht wagt. Aber das ist auf Dauer ja auch keine Lösung. Was ich auch ab und zu mache ist ihn am Nackenfell packen (hat uns die Hundetrainerin empfohlen) dabei dreht er sich zwar sofort auf den Rücken doch sobald ich loslasse fängt er wieder an. Habs auch schon mit dem „Schnauzen-griff“ sowie mit „jaulen“ bzw quieken versucht aber das spornt ihn noch mehr an. Das schlimme ist: Er tut es nur bei mir. Meine Eltern lässt er so gut wie in Ruhe. Wobei er Sie auch in Arme etc beißt aber ihre Füße/Beine lässt er in Frieden.

Ein weiteres Problem ist, dass mein Dad ihm fast alles erlaubt während ich ihn schimpfe, was zu Konflikten zwischen meinem Dad, mir oder meiner Mum führt. Ich versuch meinen Eltern zu erklären was ich im Internet und in Büchern lese aber ihnen ist es gleich was aus ihm wird. Sie können auch gut reden. Schließlich haben sie ja nicht über das ganze Bein verteilt blaue Flecken.
Ich hab das Gefühl, dass ich so nicht weiterkomme.
Was komisch ist, dass er fast nur auf mich hört. Auf Sitz, Platz, Pfote etc hört er auch auf meine Eltern aber zb können meine Eltern wenn sie mit ihm laufen ihm nicht Freilauf bieten weil er nur bei mir auf den Rückruf hört. Selbes gilt auch für den Befehl ‘Bleib’.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass er mich nicht liebt. Meinen Eltern folgt er fast in jeden Raum... bei mir... eher weniger!
Bitte helft mir!!!


Eckdaten zu uns/mir:

Das Alleinelassen: Jon ist i.d.R von Dienstag bis Freitag 4,5 Std. alleine bis meine Mum von der Arbeit nach Hause kommt. Eine halbe Stunde später komme dann ich und mein Dad wobei ich ja wieder ins Geschäft muss während meine Mum mittags zu Hause ist. Zur Zeit (seit 1/2 Monaten) ist es allerdings so das ich rund um die Uhr da bin, da ich nach meiner Ausbildung zur Bankkauffrau nicht bei der Bank bleiben wollte und deswegen arbeitssuchend bin.
Auslauf: immer unterschiedlich. Wobei wir gerade viel laufen mit ca 2-3 Std am Tag.
Kontakt zu anderen Hunden: immer wieder. Geht auf jeden Hund freudig zu. Jedoch stellt er seit 1 Woche etwa das Nackenfell wenn Hunde ihn anbellen (er bellt nie)
Zudem: seit ca. 3 Wochen spuckt er immer wenn Kinder oder Hunde mit ihm spielen. Woran könnte denn das liegen.


Ich hoffe auf Tipps und nehme alles sehr gerne an und hoffe, dass ich am Ende meinen Hund etwas besser verstehen kann.

Danke!

Sophie

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Antworten(3)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 04.02.2018
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Sophie,
    Ihr Jon ist ein junger Hund im Teenageralter, der seine Grenzen austestet.
    Hunde packen ihre Beute im Nacken und schütteln sie. Es kann deshalb für einen Hund sehr verstörend bis beängstigend sein, von seinen Besitzern im Nacken gepackt zu werden, hilft aber nur selten bei "Fehlverhalten".
    Wie Sie auch schon erkannt haben, passiert bei "Nein" das Gegenteil: Ihr Jon dreht noch mehr auf. Das passiert in den meisten Fällen, weil die Hunde "Nein", "Aus" oder schimpfen nicht verstehen, entweder unsicher werden oder meinen, Frauchen ist von diesem "Spiel" begeistert.
    Versuchen Sie es einmal, indem Sie wie festgewachsen und ohne was zu sagen, den Hund auch nicht anschauen, einfach stehen bleiben.
    Wenn das nicht hilft, nehmen Sie einen Schlüsselbund und lassen ihn vor sich auf den Boden fallen.
    Auch das einsperren in die Küche ist ok und auch auf Dauer eine Lösung. Denn das ist der Knackpunkt: Was immer Sie auch tun, es muss IMMER passieren, solange, bis der Kleine verstanden hat, dass sein Benehmen nicht den für ihn erwünschten Erfolg hat. Mir ein- oder zweimal probieren ist es nicht getan.
    Das mit dem Spucken habe ich leider nicht so recht verstanden. Wie sieht das aus?
    Wenn er Ihren Eltern in jeden Raum folgt und Ihnen nicht, heißt das nicht, dass er Ihre Eltern mehr liebt als Sie sondern eher, dass er Ihren Eltern nicht zutraut, alleine zurecht zu kommen und sie kontrollieren muss. Er sieht sie sicher nicht als Respektpersonen an, weshalb er auch Ihren Eltern nicht so gehorcht wie Ihnen. Was wiederum bedeutet, dass Sie doch ziemlich alles richtig gemacht haben mit der Erziehung ;-) Alles andere bekommen Sie, wenn Sie am Ball bleiben, auch noch in den Griff.
    Gerne können Sie mich für weitere Fragen auch anrufen.

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

  • Sophiejon
    Sophiejon
    schrieb am 04.02.2018

    Hallo Frau Mayer,

    vielen vielen Dank für die angesprochenen Tipps. Werde sie auf jeden Fall berherzigen und so durchführen!
    Das mit dem Spucken bringe ich bei ihm in Verbindung mit Aufregung, Stress bzw auch Freude.
    Zb wenn er auf einen anderen Hund trifft und nur an ihm schnüffelt.... 1 Minute später spuckt er. Es ist allerdings kein weißer Schaum sondern lediglich ein Teil seines Futters. Ebenso spuckt er wenn zb 3 Kinder auf ihn zukommen und ihn streicheln. Er freut sich so sehr und zaaackk er spuckt. Wäre schon gern zum TA gegangen allerdings ist unserer seit 3 Wochen nun krank. Ich hoffe, dass wenn ich morgen anrufe er wiederr da ist. Sonst geht es Jon gut.

    Vielen Dank!

    Liebe Grüße

    Sophie Roth

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 04.02.2018
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Sophie,
    ja, das spucken ist ganz sicher Aufregung. Andere Hunde pinkeln vor Aufregung. Meist gibt sich das aber, wenn sie älter werden. Wenn Sie darauf achten, dass er nicht so hochfährt, wenn er sich freut, können Sie das schon um einiges eingrenzen. Lassen sie ihn z. B. nur zu anderen Hunden oder Kindern, wenn er ruhig neben Ihnen sitzt und Sie anschaut. Nehmen sie ihn raus, wenn er sich beim Spielen reinsteigert und warten dann in aller Ruhe, bis er sich beruhigt hat. Man braucht dazu eine Menge Geduld, ich habe auch so ein Temperamentsbündel :-)

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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