Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

versucht immer in die Hand zu beißen

  Schleswig-Holstein
nenner23 schrieb am 27.01.2016   Schleswig-Holstein
Angaben zum Hund: Dogge, Bordeaux mix, weiblich, nicht kastriert, Alter 3-12 Monate

Ich habe ein 4 Monate alten Bordeaux dogge Mix
Und die will immer in die hand beißen wenn ich sie streicheln will

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Antworten(2)

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 27.01.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (3)

    Hallo, ihr Hund spielt mit Ihnen genauso wie mit seinen Geschwistern. Spiele unter Hunden dienen dazu ihre Fähigkeiten z.B. bei der Jagd auszuprobieren und ihre hundliche "Sprache" zu verbessern. Dazu gehört eben auch das Anspringen, zwicken und knurren.
    Nun muß ihr Hund erst einmal lernen, dass sie mit ihm anders spielen möchten.
    Wenn ihr Hund sie beißt, geben sie ihm ein energisches "Nein" und schieben sie ihn bestimmt weg. Es kann sein, dass er versucht sie nun statt dessen ins Bein zu beißen. Auch hier "Nein" und wegschieben. Er wird sich nun sicherlich aufregen und versuchen sie weiter anzuspringen, anzuknurren oder zu zwicken. Immer wieder "Nein" und wegschieben SIE spielen dieses Spiel nicht mit. Bieten sie ihm statt dessen ein Spielzeug an, in welches er reinbeißen kann und an dem er sich austoben kann. Zerrseile sind eine gute Sache oder viel Freude macht auch ein Futterball.
    Nimmt er diese nicht sondern macht weiter Theater, sperren sie ihn aus. Gehen sie in einen anderen Raum und schließen die Tür hinter sich. Vom Rudel/Sozialpartner ausgeschlossen zu werden ist eine sehr harte Strafe für einen Hund. Erst wenn er leise ist öffnen sie die Tür. Beachten sie ihn aber nicht, sonst belohnen sie sein unerwünschtes vorheriges Verhalten (Lernkette).
    Sie können auch versuchen, seine Zunge vorsichtig festzuhalten oder umfassen fest sein Schnäuzchen bis er aufhört dagegenzuhalten.Schränken sie ihn körperlich ein. Das ist unangenehm und er soll lernen, dass wenn er zubeisst, es Konsequenzen für ihn hat. Bleiben sie bei allem aber ganz ruhig.
    Sie können auch spielerisch üben, dass Hände tabu sind. Nehmen sie ein Leckerli in die Faust und halten sie es ihm hin, er wird es nehmen wollen. Geben sie ihm ein "Nein" und machen sie weiter eine Faust.. Wiederholen sie dies so oft, bis er nicht mehr an ihre Hand geht. Erst dann öffnen sie ihre Hand und er darf es sich nehmen.
    Wichtig, dass sie die Hand nicht wegziehen. Die spitzen Zähnchen tun weh, aber der Hund soll lernen, dass er mit beissen in die Hand niemals zum Erfolg kommt.
    Egal wofür sie sich entscheiden, sie MÜSSEN es immer bis zum Ende durchsetzetn können.
    Ihr Kleiner wird die neuen Spielregeln schnell verstehen. Bleiben sie immer konsequent und ruhig.
    Viele gute Anregungen und Tipps für die erste Zeit mit ihrem Welpen finden sie auch hier:
    Trainingskarten für Welpen von Celina del Amo

    Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick

  • Tierärztin für Verhaltenstherapie Regine Gebhardt
    Tierärztin für Verhaltenstherapie Regine Gebhardt
    schrieb am 04.02.2016

    Hallo,
    Beißhemmung muss gelernt werden, sie ist nicht angeboren. Welpen bringen sich dies gegeneinander bei, indem sie, wenn einer im Spiel zu fest gezwickt wird, laut quietschen und sich zurückziehen. Das schöne Spiel ist damit erst einmal unterbrochen.
    Genauso sollten Sie auch verfahren: spielen Sie mit Ihrem Hund mit den Händen. Wenn er Ihre Hände zu fest fasst (Welpenzähne sind spitz, Sie sollten keinen Schmerz tolerieren, also früh reagieren), schreien Sie laut "Au" und verlassen Sie Ihren Hund sofort, ohne ihn weiter zu beachten. Nach wenigen Minuten beginnen Sie das Spiel von neuem und spielen solange mit ihm, solange es Ihnen angenehm ist. Schmerzt es, wiederholen Sie den Vorgang von vorher. Dies müssen sie für einige Wochen konsequent fortführen, damit Ihr Welpe begreifen kann, worum es geht.
    Sie sollten ihm in dieser Übung keine Alternativen zum Zerren anbieten (Stricke....). Im ungünstigsten Fall lernt er nämlich, dass er nach dem zu festen in-die-Hände-beißen ein tolles Zerrspielzeug als "Belohnung" erhält (so sieht er das). Spiele mit Gegenständen sind natürlich grundsätzlich sinnvoll, aber nicht als in der Trainingssituation, wenn es um Ihre Hände geht.
    Warnen muss man vor Zwangsmaßnahmen wie schimpfen, abwehren, auf den Boden drücken, festhalten, Maul umfassen..... . All dies findet im Umgang der Welpen untereinander nicht statt und wird daher von Ihrem Hund nicht verstanden. Im Gegenteil: er wird misstrauisch, warum Sie mitten im Spiel mit einem Mal grob zu ihm werden. Schlimmstenfalls reagiert er mit ängstlicher Abwehr, dann muss er noch mehr festgehalten werden, was ihn noch ängstlicher macht..... der Teufelskreis steht! Da Sie jetzt in diesem Alter den Grundstein für ein jahrelanges vertrauensvolles Verhältnis legen müssen, dürfen Sie nur Maßnahmen ergreifen, die Ihr Hund auch sinnvoll umsetzen kann.
    Herzliche Grüße
    Regine Gebhardt

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