Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Der Hund meiner Freundin knurrt und versucht zu beißen

Dommbeat schrieb am 31.03.2015
Angaben zum Hund: Yorkshire Terrier, männlich, kastriert, Alter über 5 Jahre

Hallo,
meine Freundin ist zu mir gezogen, mit ihren beiden Hunden. Das Männchen (Terrier), knurrt, sobald meine Freundin mit ihm im Bett oder auf der Couch liegt, mittlerweile hat er mich auch gebißen und mehrfach versucht mich zu beißen.
Habe es mit ignorieren probiert, mit Zurechtweisung, es bringt nichts, der Hund versucht zu beißen, verwunderlich ist, dass er die meiste Zeit, unterwürfig ist, gestreichelt werden möchte, ️️LIEB und eigentlich nur kuscheln möchte.

Meine Freundin verhätschelt ihn sehr, ständig auf dem Arm, schläft bei ihr unter der Decke, immer bei ihr, er ist sehr fixiert und sie kann ihn nicht eingrenzen, er wird immer gestreichelt, auch wenn er knurrt oder gebißen hat.

Es belastet die Beziehung sehr, die Frage: Wie können wir vorgehen, dass der Hund mich nicht anknurrt oder anfällt? Wie gehen wir vor, wenn er knurrt zmt mich anfällt?

Ich reagiere immer aggressiver, da ich mich erschrecke, mich nicht ständig zurück ziehen möchte.

Lg Domenic

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Antworten(6)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 01.04.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Domenic, ich kann Sie gut verstehen. Allerdings müssten Sie und Ihre Freundin sich darüber einig sein, welche Maßnahmen Sie treffen. Zuerst einmal ist es vollkommen verkehrt, dass Ihre Freundin den Hund streichelt, wenn er gebissen hat oder geknurrt hat. Setzen Sie sich zusammen hin, und stellen Sie Regeln auf. Sprechen Sie miteinander ab, was der Hund darf und was nicht.
    Zu den Situationen muss ich aber auch noch mal nachfragen. Aus welchem Grund hat er gebissen? Hat er Sie gebissen, weil Sie sich auch auf die Couch setzen oder ins Bett legen wollten? Oder wollten sie den Hund anfassen, während er bei ihrer Freundin ist?
    Ignorieren hilft genauso wenig wie Aggression. Fragen Sie sich einmal, was der Hund in dieser Situation erreichen wollte. Wollte er in Ruhe gelassen werden? In diesem Fall würde ich ein Knurren noch durchgehen lassen. Auch ein Hund hat das Recht nein zu sagen. Wollte er, dass Sie Ihre Freundin in Ruhe lassen? Dann sollte Ihre Freundin aufstehen und weg gehen. Denn sie möchte wohl kaum die Ressource ihres Hundes sein. Wollte er die Couch oder das Bett für sich haben? Dann würde ich eine Hausleine empfehlen. Eine Hausleine ist eine leichte Leine ohne Ösen und Schlaufen, die der Hund im Haus trägt. Dann nehmen Sie ihn kommentarlos an der Leine und führen ihn von der Couch beziehungsweise vom Bett hinunter.
    Es ist halt wichtig, dass Sie beide sich über die Erziehung einig sind. Nur dann kann der Hund Grenzen erfahren und sich als Hund wohl in der Sozialgemeinschaft fühlen.
    Ich wünsche Ihnen, dass sie alles souverän klären können und noch viel Spaß in ihrer neuen Beziehung und mit den beiden Hunden haben.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

  • Dommbeat
    Dommbeat
    schrieb am 01.04.2015

    Danke schnonmal.

    Der Hund hat gebißen/geschnappt wenn ich entweder die Hand richtung Freundin Strecke oder in seine Richtung. Dann, sobald ich was von ihm möchte und er einfach keine Lust hat, das letzte und schlimmste Mal, Freundin liegt auf der Couch und schläft, ich hole die Leinen, das Weibchen hatte ich schon festgemacht, er war wach, hat mich gesehen, ich wollt ihn holen, er lag noch auf der Couch und dann hat er direkt gebißen und mich angegriffen.

    Das merkwürdige ist, dass er schon ne Wo nicht mehr geknurrt oder gebißen hat, da ohne Vorwarnung. Er kommuniziert, knurrt kurz, wenn es zu eng ist, wenn was nicht stimmt, is auch voll ok.

    Er knurrt, sobald er neben meiner Freundin liegt, beißt auch nur, wenn sie dabei ist, ansonsten ist er entspannt und wir kuscheln viel.

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 02.04.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Gute Morgen,
    das klingt wirklich so, als würde er Ihre Freundin als Ressource ansehen. Wenn Ihre Freundin wach ist, soll sie bitte wortlos aufstehen und weggehen, wenn er knurrt. Damit sagt sie ihrem Hund, dass sie das Verhalten nicht gut findet. In der Fachsprache spricht man von "negativer Strafe", man entfernt etwas Angenehmes (hier Sozialkontakt zur Freundin). Vorübergehend kann die Hausleine hier wahre Wunder bewirken. :)
    Darüber hinaus würde ich aufbauen, dass der Hund gerne zu Ihnen kommt. Holen Sie ihn nicht, sondern fordern Sie ihn auf, zu Ihnen zu kommen. Belohnen Sie das Kommen mit etwas, das ihm Spaß macht. Das kann ein besonders gutes Leckerchen sein, es kann aber auch ein Zerrspiel sein.
    Der Hund möchte bei seinem Frauchen bleiben und macht dies durch sein Verhalten deutlich. Daher müssen Sie etwas besseres bieten. Wir müssen uns leider von der liebgewonnenen Vorstellung lösen, dass unsere Hunde das tun, was wir wollen, nur weil wir es wollen. Hunde zeigen ein Verhalten, dass sich für sie lohnt. Es muss sich also lohnen, zu Ihnen zu kommen. Üben Sie das Abrufen vom Frauchen doch mal ohne gleich raus zu wollen. Zum Beispiel beim Füttern. Oder einfach mal zwischendurch, wenn er beim Frauchen liegt. Versuchen Sie einfach den Zwang wegzulassen und die Hunde zur Mitarbeit aufzufordern.

    Für Anregungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

  • Walter_boy
    Walter_boy
    schrieb am 15.07.2015

    Hallo, leg dich doch einfach mal zu ihm abends unter die Decke . Hilft bestimmt wenn nicht beis zurück in den Nacken oder Ohr das wird helfen !

  • Serratus
    Serratus
    schrieb am 11.08.2015

    Hallo, schlagen sie doch einfach den Hund, wenn er sie beißt. Das wird er als Strafe ansehen.

    Mfg

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 12.08.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Walter_boy und Serratus,

    da ich nicht weltfremd bin, weiß ich, dass es immer noch aversive Trainingsmethoden in der Hundeerziehung gibt. Ich bin jedoch entsetzt darüber, dass diese hier auch noch offen als "freundschaftlicher" Rat weitergegeben werden.

    Gewalt fängt dort an, wo Wissen aufhört.

    Wollen wir im Sinne aller Hunde hoffen, dass dies ebenso wie körperliche Strafen in der Kindererziehung bald der Vergangenheit angehört.

    Ihre
    Gabriele Holz
    amtlich anerkannte - gewaltfrei arbeitende - Hundetrainerin

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