Wie Welpen Beißen abgewöhnen?

  
Sky 0920 schrieb am 13.01.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo,


wir haben eine 4 1/2 Monate alte Labradorhündin.


Also für gewöhnlich beginnen / beenden wir das Spiel mit ihr, also ihr Spielzeug ist nicht frei zugänglich für sie, wir holen immer nur etwas raus, wenn wir mit ihr spielen wollen oder wenn wir das Haus verlassen, damit sie sich in dieser Zeit, wo sie alleine ist, beschäftigen kann.


Nun zu unserem Problem: Zum Beispiel sucht sie sich draußen einen Stock und kommt zu einem und fordert einen auf zu spielen, also sie bedrängt einen an den Beinen. Sie fängt dann an zu knurren und drückt einem immer weiter das ,,Spielzeug" in die Beine, wobei ich ihr mit ausdrücklicher Stimme ,,Nein" sage und ein Stück beiseite gehe. Sie kommt dann knurrend hinterher, drückt ihr ,,Spielzeug" weiter in die Beine und dann, zack, hat sie kräftig zugebissen.
Diese Situation war jetzt zwei mal und das so doll, dass sie im Fleisch war, also eine Bisswunde mit blauen Flecken.


Das Andere ist, dass sie vor Kurzem Anfing meinen Partner zu attackierten. Also er bewegt sich ganz normal über unseren Hof und dann, zack, hängt sie ihm an einem Hosenbein, knurrt, zerrt und schüttelt und lässt auf ,,Nein" oder ,,Aus" nicht los. Wir ziehen sie dann ab, in Begleitung eines ,,Aus" und dann kommt sie für einige Minuten an die draußen angebrachte Leine, um runter zukommen. Nach einiger Zeit lassen wir sie wieder ab und es dauert dann nicht lange, dann geht das Ganze von vorne los.
Im Großen und Ganzen ist sie total lieb, lerneifrig und apportiert super. Beim Apportierten signalisiere ich ihr auch das Wort ,,Aus" nach dem Bringen, damit sie mit dem Wort ,,Aus" halt in Verbindung bringt, dass sie das, was sie im Maul hält, loszulassen hat, aber in den beiden oben beschriebenen Fällen will es nicht klappen.


Was sollen wir anders machen oder wie gehen wir besser mit diesen Situationen um? Wir haben 2 kleine Kinder und es soll sich jeder auf dem Hof bewegen dürfen und am besten alle gleichzeitig.

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Antworten(2)

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 15.01.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo, hier liegen mehrere Baustellen vor, an denen Sie arbeiten sollten.
    Bei der Sache mit dem Stock erlebt ihre Hündin Frust. Sie möchte mit Ihnen spielen, sie gehen jedoch nicht auf das Spiel ein. Sie geben ihr ein Abbruchsignal (Nein) verlangen aber kein Verhalten, was sie statt dessen zeigen soll. Nun weiß Ihre Hündin nicht, was sie machen soll. Sie gerät in Frust ( schiebt immer heftiger mit dem Stock) und am Ende schnappt sie zu.
    Mein Tipp an dieser Stelle als mögliche Variante. Nehmen Sie der Hündin den Stock ab, tauschen Sie ihn gegen ein Leckerchen. Lassen sie die Hündin ein Grundkommando ausführen (Sitz, Platz , Steh) . dann entscheiden Sie, was Sie mit dem Stock machen. Ich würde in in einiger Entfernung ablegen ( so lernt Ihre Hündin nebenbei Frustrationstoleranz und Erregungskontrolle) und sie dann losschicken um den Stock zu holen. Beenden Sie das Spiel, wie Sie es sonst auch machen.
    Ein gutes Buch rund um das Thema ist :
    Impulskontrolle: Wie Hunde sich beherrschen lernen von Ariane Ullrich

    Das Problem mit Ihrem Partner könnte sich aus einer ähnlichen Situation entwickelt haben. Eventuell wollte sie mit ihm spielen ( dazu gehört in dem Alter auch das Jagen und Totschütteln von Hosenbeinen). Wenn ihre Hündin nun jedesmal angeleint wird, kann dadurch auch sehr schnell eine negative Verknüpfung zu Ihrem Partner entstehen.
    Ich würde Ihnen hier ein ähnliches Vorgehen empfehlen, wie mit dem Stock. Abbruchsignal, Alternativverhalten einfordern und immer belohnen, wenn sie etwas richtig macht (mit Spiel, Wort oder Keks).
    Die oft empfohlene Methode laut "Aua" zu schreien, würde ich ihnen nicht empfehlen, da ich denke, Ihre Hündin würde dies eher als ein tolles neues Spiel empfinden.
    Die Signalwörter, die Sie bei der Dummyarbeit benutzen, sollten Sie nicht im Alltag verwenden. Es ist sinnvoll zwischen Arbeits- und Alltagssignalen zu unterscheiden.
    In der Dummyarbeit benutze ich z.B. das Hörzeichen "gib" für das Ausgeben des Dummys. Anfangs natürlich im Tausch gegen etwas Tolles.

    Unabhängig davon würde ich Ihnen empfehlen, sich für die ersten Schritte einen Hundetrainer dazu zu holen. Dieser kann vor Ort genau einschätzen, was Ihrre Hündin veranlasst diese Verhaltensweisen zu zeigen und Ihnen aktiv Hilfestellungen geben. Dies ist online ja leider nicht möglich. Auch kann er Ihnen zeigen, wie Sie ruhig und souverän die Führung in solchen Situationen übernehmen.
    Trotz Corona ist einigen Hundeschulen Einzelunterricht weiterhin erlaubt.
    Vielleicht werden Sie in Ihrer Nähe fündig.

    Adressen für Hundetrainer finden Sie z.B. auf den Seiten des Berufsverbandes der Hundeerzieher und Verhaltensberater BHV unter https://www.hundeschulen.de/


    Viel Erfolg im Training.

    Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick
    zertifizierter Hundetrainer / Verhaltensberater IHK - BHV

  • Sky 0920
    Sky 0920
    schrieb am 15.01.2021

    Erstmal vielen Dank, für Ihre ausführliche Antwort. Ich werde das beim nächsten mal ausprobieren und schauen ob es so funktioniert.
    Mit dem ,,Aua", laut quietschen usw. funktioniert tatsächlich nicht bei ihr, haben wir schon alles versucht und es animiert sie nur noch mehr.
    Okay dann muss ich mich mit der Dummy-arbeit mal belesen und wenn alles nix bringt dann werden wir bestimmt einen Hundetrainer bei Seite ziehen. Danke.

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