Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Meine Hündin zerstört alles

Thema: Allgemeines
  Nordrhein-Westfalen
Danysahne schrieb am 22.03.2016   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Misching, weiblich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Ich habe schon einen Hund, wollte ihm was gutes tun und habe einen zweiten Hund zugelegt. Sie kommt aus Rumänien aus der Tödungsstation. Sie ist nach 4 Monaten immer noch sehr schüchtern und wenn ich sie alleine lasse, knabbert sie löcher in die Wände, zerreißt Zeitungen, kuscheltiere.
Was kann ich tun damit sie damit aufhört und sie mir mehr vertraut?

Dann habe ich aktuell noch einen Dackeldame die ständig bei jedem geräusch bellt, selbst nachts oder wenn wir raus gehen. Was kann ich dagegen tun?

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Antworten(1)

  • Kerstin Gebhardt
    Kerstin Gebhardt (Hundetrainer)
    schrieb am 23.03.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Liebe Hundebesitzer,

    da ist bei Ihnen ja richtig was los. Ich denke Ihr Hund aus Rumänien kann nicht allein zu Hause sein und sucht sich zum Stressabbau Alternativen. Hier bitte das Alleinebleiben in kleinen Schritten üben und Ihr geistige und körperliche Beschäftigung anbieten.

    Fangen Sie damit an, Ihrem Hund einen festen Liegeplatz zuzuweisen, an dem er sich sicher fühlt. Viele Hunde mögen es, in einer Höhle zu liegen, da sie sich dort geborgen fühlen. Nutzen Sie dann eine Hundebox!

    Als erstes muss Ihr Hund nun lernen, dass er Ihnen im Haus nicht mehr auf Schritt und Tritt folgen darf. Er soll alleine in einem anderen Raum bleiben, zunächst einmal nur ein paar Sekunden, später dann immer länger! ***

    In einem zweiten Schritt müssen Sie dann Schlüsselreize abbauen. Hunde sind sehr genaue Beobachter, sie wissen schon, dass Sie nun wieder die Ausgehschuhe anziehen, den Schlüsselbund aufnehmen und dann wieder das gefürchtete Alleinebleiben kommt. Verändern Sie Ihre Gewohnheiten, gehen Sie einfach einmal ohne Mantel hinaus. Ziehen Sie die Ausgehschuhe an, nehmen Sie den Schlüssel in die Hand und setzen Sie sich dann auf das Sofa, um einen Kaffee zu trinken. Je weniger Ihr Hund die Dinge vorhersehen kann, desto weniger fängt er vorher schon an, in Panik zu verfallen.

    Im nächsten Schritt verlassen Sie nun das Haus, auch hier fangen Sie wieder erst mit wenigen Sekunden an. Gehen Sie so oft wie möglich in diesen kurzen Einheiten hinaus. Für einen besseren Überblick können Sie hierfür auch ein Trainingstagebuch einführen. Jetzt heißt es durchhalten, steigern Sie Schritt für Schritt die Zeit, die Ihr Hund alleine bleiben kann. Wenn Sie es geschafft haben und Ihr Hund 20 bis 30 Minuten alleine zu Hause schafft, können Sie die Schritte immer größer machen.

    ****
    - bis zu 3 min., wenn der Besitzer den Raum bei geöffneter Tür
    - bis zu 3 min., wenn der Besitzer den Raum abwechselnd verläßt und wiederkommt und dabei
    jeweils die Tür schließt;

    - bis zu 5 min., bei geschlossener Tür, während der Besitzer aber in der Wohnung bleibt;
    - bis zu 5 min., bei geöffneter Tür, während er Besitzer die Wohnung aber verläßt
    - bis zu 10 min.,……. – bis zu 15 min. usw.
    Wichtig:
    Nicht Zurückkommen, wenn der Hund noch winselt oder bellt – warten bis er sich beruhigt hat,
    erst dann die Wohnung/Zimmer betreten.

    Zu Ihrer Dackeldame: Dackel sind meistens sehr belfreudig, daß kenne ich aus Erfahrung und weil ich auch einen Dackelmischling habe. Sie sind in vielen Situationen sehr aufgeregt! Oftmals wird das Verhalten auch vom Besitzer verstärkt, weil der Hund damit Aufmerksamkeit bekommt und sein Bellen sich lohnt.

    Üben Sie mit mit Hund ein klares NEIN oder ein anderes Abbruchsignal und sobald es gut trainiert ist, setzen Sie es ein. Wichtig ist, daß Sie sofort reagieren und der Hund nicht erst in einen BELLWAHN verfällt. Hört er auf, loben Sie ihn.

    Wenn er beim RAUSGEHEN schon alles anbellt, würde ich wieder rein gehen und warten, bis er sich beruhigt hat und dann einen neuen Versuch starten. Bellt sie wieder beim Rausgehen, wieder reingehen etc. und loben, wenn Sie dann ruhig ist. Das ist ein Geduldsspiel aber mit so einen Schreihals vor die Tür?

    Wenn der Hund "anschlägt" kann man natürlich auch gucken was los ist und sagen: OKAY ich hab es mitbekommen - schlaf weiter". Wenn er auch zur Tür rennt, wenn es schellt, dann muss auch das geübt werden. Sie gehen zur Tür und halten Ihren Hund hinter sich, wenn die Tür aufgeht. Sie begrüssen zuerst den Besuch etc.

    Auch für die Dackeldame gilt mehr geistige und körperliche Auslastung.

    Viele Grüsse

    Kerstin Gebhardt
    www.kerstin-gebhardt.de
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