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Hund rammelt Besuch

Thema: Allgemeines
  Niedersachsen
JanineNiehaus schrieb am 03.02.2016   Niedersachsen
Angaben zum Hund: American Stafford Terrier, männlich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo,
ich habe seit kurzem einen 3,5 jährigen Rüden aus dem Tierheim. Er ist eigentlich sehr lieb und gehorsam, aber sobald Besuch kommt benimmt er sich komplett daneben. Er rammelt an den Beinen des Besuches und wenn das nicht möglich ist alles andere. Auch der Versuch ihn zu ignorieren hat bisher nichts gebracht. Wie kann ich in diesem Moment am besten reagieren, bzw ihm das abgewöhnen. Natürlich schimpfe ich ihn sofort aus, wenn er es versucht und unterbinde es, aber sobald sich ihm die Gelegenheit bietet versucht er es wieder, auch wenn der Besuch schon einige Zeit da ist.
Er ist noch nicht kastriert, hat aber im Herbst einen Chip zur Probe bekommen, um das Problem auf diese Weise in den Griff zu bekommen (im Tierheim), leider ohne Erfolg.

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Antworten(1)

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 03.02.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,

    das Problem, das Sie beschreiben - das Berammeln von Menschen oder Gegenständen - kann verschiedene Ursachen haben.

    Der erste Gedanke, der einem in den Kopf kommt, ist sicherlich eine hormonelle Ursache. In wenigen Fällen kann das durchaus der Grund für dieses Verhalten sein. Wie Sie jedoch festgestelle haben - über das Setzen eines Chips - ist, dass bei Ihrem Hund die Hormone nicht beteiligt sind. Die Wahl, eine chemische Kastration durchführen zu lassen und keine chirurgische Kastration, ist dabei absolut empfehlenswert. Durch diese Art der Kastration können Sie mögliche Veränderungen beobachten, wenn die Hormone in ihrer Aktivität wegfallen, und im Verlauf der Zeit entscheiden, ob eine Kastration ein sinnvoller Weg ist oder nicht.

    Eine weitere Ursache, die dazu führt, dass Hunde beliebig Menschen und Gegenstände berammeln, ist Stress. Oftmals kann man sehr genau bestimmte Situationen identifizieren, die stressig für den Hund sind und in denen er dieses oder andere stressbedingte Reaktionen zeigt. Neben körperlichen Reaktionen - Schuppen, Haarausfall u. a. - zählen auch verschiedene Verhaltensauffälligkeiten hinzu.

    Als ersten Schritt in einem Gewöhnungsprogramm an Besucher würde ich Ihnen empfehlen, die Situationen so weit wie möglich zu entschärfen. Zunächst einmal sollte Ihr Hund lernen, dass er in einem Nebenraum - also ganz ohne Kontakt zum Besucher - entspannen kann. Richten Sie dazu ein Zimmer für Ihren Hund her, mit Hundedecke oder Hundekorb, Wassernapf und einem Futterspielzeug oder einem Kauartikel, mit dem Ihr Hund sich beschäftigen kann. In einem variablen Abstand (zeitlich) vor dem Eintreffen des Besuchers geht Ihr Hund in sein Hundezimmer, und wird dort insbesondere durch den Besucher nicht gestört.

    Kontrollieren Sie mittels Videoaufnahme, was Ihr Hund in der Zeit macht. Kann er entspannt bleiben, wenn sich ein Besucher räumlich getrennt von ihm in der Wohnung aufhält? Wenn dies bei vielen verschiedenen Besuchern klappt, können wir gerne den nächsten Schritt besprechen.

    Viele Grüße,
    Stefanie Ott
    www.mensch-und-tier.net

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