Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Blickkontakt

Thema: Allgemeines
  Sachsen
mike schrieb am 12.11.2014   Sachsen
Angaben zum Hund: Weißer Schweizer Schäferhund, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Meine Frau und ich sind sehbehindert, sodass kein richtiger Blickkontakt zu unserer weißen Schäferhünding Rosi (3 Jahre) möglich ist. Dies hat sie natürlich schon gemerkt, denn in manchen Dingen verhält sie sich anders. Sie ist keine ausgebildete Führhündin und wurde von uns auch nicht in dieser Richtung beeinflußt, da wir dies nicht wollen. Was können wir tun? Wir haben leider auch keinen Hundetrainer vor Ort gefunden, der uns helfen würde.

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Antworten(9)

  • Andrea Winter
    Andrea Winter (Hundetrainer)
    schrieb am 12.11.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Mike, es tut mir leid, wenn ich noch ein paar Zusatzinformationen brauche. Was meinen Sie damit, wenn Sie sagen, in machen Dingen verhält sie sich anders? Was genau soll der Hund machen? Eine ganz gute Hilfe ist in vielen Dingen, ein Target oder Touch einzuführen. Das heißt, man konditioniert den Hund drauf, kurz mit der Nase an die Hand oder einen ausgewählten Gegenstand zu stupsen, so dass so ein Kontakt aufgenommen wird, ohne auf die Sicht angewiesen zu sein. Hilft Ihnen das weiter?
    Viele Grüße Andrea

  • mike
    mike
    schrieb am 12.11.2014

    Hallo Andrea,

    wenn meine Frau oder ich mit Rosi spielen, stupst sie uns bewußt mit ihrem verwendeten Spielzeug (meist ein Ball) bewußt an, während sie bei unseren Kindern den Gegenstand vor den Füßen fallen läßt. Dies haben wir ihr nicht anerzogen, sondern sie hat von selbst damit angefangen. Auch beim Laufen ist zu merken, dass Rosi, wenn sie mit mir unterwegs ist, um Hindernisse einen "größeren" Bogen als bei unseren Kindern, die normal sehen, macht. Dies haben wir ihr auch nicht antrainiert.

    herzliche Grüße Mike Thomas

  • Andrea Winter
    Andrea Winter (Hundetrainer)
    schrieb am 13.11.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Nun ja, oftmals nehmen Hunde Unterschiede im Verhalten von Menschen wahr. Und ein Unterschied wird es immer sein, wenn jemand sehbehindert ist. Ich verstehe das hier aber richtig, dass Sie die Unterschiede im Verhalten nicht möchten. Im Fall des Spielzeuges würde ich also in diesem Fall abwarten, bis der Hund das Spieli fallen lässt und dann belohnen. Um ehrlich zu sein, würde ich persönlich aber die Verhaltensweise nicht abstellen wollen, so lange die Hündin kein zu großes Hüte- oder Schutzverhalten zeigt.
    Viele Grüße Andrea

  • mike
    mike
    schrieb am 13.11.2014

    Dieses Verhalten wollen wir auch überhaupt nicht abstellen, da dies uns ja hilft zu merken, wenn Rosi überhaupt spielen möchte bzw. wenn sie mit ihrem Spielzeug wieder zurück kommt.
    Der Blickkontakt ist doch eigentlich wichtig, wenn Rosi auf einen Befehl reagieren soll, wenn sie weiter weg von uns ist und somit kein "Stupskontakt" unmittelbar möglich ist.

  • Andrea Winter
    Andrea Winter (Hundetrainer)
    schrieb am 14.11.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Ah okay, sorry, dann hatte ich das falsch verstanden. Was Sie versuchen können, denn offensichtlich achtet Ihre Hündin super auf Sie ist, dass sie als quasi "Hinweis" ein Laut auf Kommando stellen. Will heißen, anstatt einen Blickkontakt aufzunehmen, den Sie nicht gut erwidern können, geben Sie ein Zeichen für ein "Laut". Damit würden Sie praktisch keinen Blickkontakt sondern einen Soundkontakt herstellen. Weiterhin ist es ja so, dass Rosi den Blickkontakt zu Ihnen ja durchaus aufnehmen kann. Auch hier könnten Sie ein Target oder die Hand zu Hilfe nehmen, indem Sie auf sehr kurze Distanz trainieren, dass Rosi das Target mit Blick fixiert, wenn Sie es hoch halten. Auch das wäre sicher möglich. Haben Sie denn größere Probleme, dass Rosi Befehle nicht ausführt, wenn Sie sie geben? Das hört sich für mich gar nicht so an.

  • mike
    mike
    schrieb am 14.11.2014

    Leider haben wir eben genau damit Probleme. Wenn ein bestimmter Nachbar vorbei kommt, "dreht Rosi regelrecht am Rad." In dieser Situation hilft einfach gar nichts mehr. Dabei ist bei diesem Nachbarn völlig egal, wie er vorbeikommt (mit oder ohne Hund, allein oder in Gesellschaft, mit oder ohne Fahrrad). Das war aber nicht immer so bei diesem Nachbarn. Ergeht bewußt langsam am Grundstück vorbei, bleibt an Ecken stehen, klingelt mit der Fahrradklingel und ähnliches. Wenn es uns doch mal gelungen ist, Rosi bei diesem Nachbarn ruhig zu halten, wurde sie natürlich dafür auch entsprechend belohnt. Wir haben aber den Eindruck und haben auch Bestätigungen dafür bekommen, dass er dies ganz bewußt macht. Er hetzt auch andere Nachbarn und Hundebesitzer gegen uns und Rosi auf. Gespräche mit ihm haben nichts gebracht. Die bewußte Provokation von ihm gegen uns und Rosi stört uns natürlich extrem, aber wir wollten und wollen diese Sache eigentlich nicht zur Anzeige bringen, denken aber immer wieder darüber nach. Wenn er bemerkt, dass wir Besuch von sehenden Freunden haben, unterläßt er diese Handlungsweise nämlich völlig und sieht zu, dass er möglichst unbemerkt an unserem Grundstück vorbei kommt. Einmal ist uns Rosi leider durch das geöffnete Gartentor entwischt und er kam gerade vorbei. Wir befürchteten schon das Schlimmste, aber Rosi stellte sich ihm nur in sicherer Entfernung in den Weg und bellte ihn an. Er, also der Nachbar, reagierte äußerst ängstlich. Mein Onkel bot ihm nach einer solchen, wie weiter oben beschriebenen Provokation, schon einmal an, ihm Rosi zum "Spielen" raus zu schicken, worauf er im Laufschritt in seinem Wohnhaus verschwand. Rosi ist im Allgemeinem am Tage auf dem Grundstück (ca. 700m² Bewegungsfläche für Rosi) und über Nacht im Wohnhaus. Bei Regen hält sie gewöhnlich nur die "Nase" zur Haustür raus und will im Haus bleiben.

  • Andrea Winter
    Andrea Winter (Hundetrainer)
    schrieb am 14.11.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Mike, das ist natürlich sehr blöd und ich kann gut verstehen, dass Sie da etwas gegen tun wollen. Wenn das jedoch so bewusst durch den Nachbarn passiert, dann ist es wirklich schwierig. Unabhängig davon, dass ich an Ihrer Stelle tatsächlich einmal versuchen würde, etwas gegen dieses Verhalten des Nachbarn zu tun, auch wenn das schwierig sein dürfte, denn letztendlich kann ihm leider niemand verbieten, langsam an Ihrem Grundtück vorbeizulaufen. Aber eben für einen solchen Fall könnten Sie eine Targettouch trainieren. Diesen Targettouch würde ich wirklich als ultimatives Stopp Signal für alles trainieren. Will heißen, wenn ich das Target (was es am Ende auch sein mag) halte und Touch rufe, will ich, dass der Hund unmittelbar aus jeder Situation zu mir kommt und die Nase an das Target hält. Gern sollte im weiteren Verlauf die Nase auch ein wenig am Target verbleiben.
    Den Touch bauen Sie bitte langsam und mit der aller super besten Belohnung auf, die es für Rosi gibt, damit sie auch wirklich den Willen hat, alles andere abzubrechen. Es wird sicher ein langer und schwieriger Weg, aber nutzen Sie während dessen auch schon die Chance den Hund zu belohnen, wenn der Nachbar "normal" vorbei geht (also wenn Sie z.B. Besuch haben und er sich nicht so provokativ verhält). Dann also den Nachbarn benennen (mit Namen oder einfach Nachbar sagen) und einen Blick oder ein zu Ihnen kommen belohnen.
    Ich wünsche Ihnen viel Geduld.

  • mike
    mike
    schrieb am 14.11.2014

    gut, das werden wir probieren. das heißt also, wir müssen mehr "Schnittkäse" besorgen, denn um eine Scheibe Käse zu bekommen, würde Rosi, wenn sie es könnte, auch "tanzen" oder etwas ähnlich verrücktes anstellen.

  • Andrea Winter
    Andrea Winter (Hundetrainer)
    schrieb am 16.11.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Wenn der Schnittkäse funktioniert, super, nehmen :-) Ich bin sicher, dass Sie das hinbekommen. Lassen Sie mich gern mal wissen, ob es funktioniert.

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