Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Hund ist Nachts unruhig und schläft nicht

  Bayern
J. Plörer schrieb am 07.09.2015   Bayern
Angaben zum Hund: Schäferhund-Mischling, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo,
wir haben seit einer Woche eine Schäfer-Mischlingshündin aus dem Tierheim.
Sie war nur ca. 3 Wochen im Tierheim, wurde dort abgegeben wegen Trennung.
Sie ist im Grunde sehr lieb, mag Kinder, bellt kaum und ist sehr anhänglich.
Aber das Problem ist, dass sie Abends dann schon immer sehr unruhig wird, dass sie Nachts kaum schläft und ständig umher läuft, sich die Türen
aufmacht, mal auf dem Sofa liegt, oder am Boden. Ihr Körbchen oder auch Hundedecke beachtet sie kaum und eigentlich will sie zu uns in Schlafzimmer, was wir aber nicht wollen. Wie können wir ihr das abgewöhnen und vor allem, was tun, damit sie Nachts schläft.

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 08.09.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (3)

    Guten Morgen,

    ich bin sicher, dass Ihre Hündin die Trennung von ihrem Zuhause noch nicht verkraftet oder verarbeitet hat. Vielleicht glaubt sie, dass sie bald wieder abgeholt wird. Geben Sie ihr bitte noch Zeit.

    Der Trennungsschmerz ist sicherlich auch der Grund, warum Ihre Hündin mit zu Ihnen ins Schlafzimmer möchte. Wenn Sie das nicht möchten, könnte es eine Alternative sein, ein paar Tage mit der Hündin im Wohnzimmer zu nächtigen.

    Das sie Ihr Körbchen oder Ihre Decke nicht annimmt, kann in den vorigen Gewohnheiten und natürlich auch an der Fellbeschaffenheit liegen. Langhaarige Hunde mögen es ganz gerne nicht zu warm zu liegen. Im Gegensatz zu Hunden, die gerne auf einer Decke liegen, wandern sie auch nachts.

    Damit sie keine Türen öffnen kann, könnten Sie die Türklinken in die Vertikale bringen, ähnlich wie man es auch bei kleinen Kindern tut. Ob das den Geräuschpegel jedoch senkt, wage ich zu bezweifeln.

    Eine weitere Alternative ist es, sie an eine Hundebox zu gewöhnen. Dort könnte Sie die Nacht verbringen. Doch bauen Sie dies langsam und vorsichtig auf. Ihre Hündin sollte zu keinem Zeitpunkt unter Stress geraten.

    Stellen Sie die Box an einen ruhigen Platz auf. Legen Sie immer wieder etwas tolles hinein. Das kann etwas zum Kauen sein oder auch ein Kong der etwas länger ausgeleckt werden kann.

    Bleibt sie dafür in der Box, können Sie die Box während dieser Zeit schließen. Sie sollten jedoch daneben stehen bleiben und die Box wieder öffnen, bevor Ihre Hündin mit der Leckerei fertig ist. Dann fangen Sie an, im Zimmer herumzulaufen, wenn Ihre Hündin in der Box ist. Loben Sie sie immer wieder dafür. Sie können auch gerne immer wieder etwas Gutes in die Box geben. Wenn Ihre Hündin dies gut macht, beginnen Sie kurz aus dem Zimmer zu gehen, Beginnen Sie mit einer halben Minute und steigern Sie es langsam.
    Stellen Sie Stressanzeichen bei Ihrer Hündin fest (z.B. Hecheln oder gar Bellen) dann gehen Sie lieber noch einmal einen Schritt zurück.

    Sie schreiben, dann Ihre Hündin Ihnen im Moment auf Schritt und Tritt folgt. Dies ist meines Erachtens vollkommen verständlich. Jedoch sollten Sie ihr dafür nicht immer die Aufmerksamkeit schenken. Natürlich haben wir alle Hunde, damit wir viel Zeit mit ihnen verbringen, mit ihnen spielen und sie streicheln. Sie können so viel Zeit wie sie möchten mit Ihrer Hündin verbringen, aber es ist wichtig, dass Sie am Anfang alle Interaktionen mit ihr beginnen. Sie entscheiden, wann Sie reden, kuscheln oder mit ihr spielen möchten. Starten Sie die Interaktionen immer wenn Sie möchten, aber nie, wenn sie Aufmerksamkeit fordert. Beenden Sie alle Interaktionen. Sie entscheiden, wann Sie aufhören zu reden, mit ihr zu kuscheln oder mit ihr zu spielen. Geben Sie zur Beendigung der Interaktion ein Signalwort z.B. Ende und lassen Sie ihre Hündin wissen, dass dann auch Ende ist. Beachten Sie Ihr Hündin danach nicht. Verwenden Sie immer das gleiche Wort, dann lernt sie schnell, was es bedeutet.
    Wenn Sie nach Hause kommen, sagen Sie nur „hallo“ wenn sie ruhig ist. Ist sie aufgeregt oder begrüßt sie Sie überschwänglich, dann begrüßen Sie sie nur kurz und ruhig und warten, bis sie sich beruhigt hat. Erst dann schenke Sie ihr wieder die Aufmerksamkeit. Diese Regeln bedeuten, dass Sie entscheiden, wann sie Ihre Hündin streicheln, berühren, ansehen oder mit ihr sprechen oder spielen. Dies bedeutet nicht, dass Sie sie die meiste Zeit ignorieren sollen. Sondern beginnen Sie immer wieder eine positive Interaktion mit ihr, wann immer sie Lust haben. Wenn Sie Ihrer Hündin diese Regeln der Interaktion beibringen, werden Sie eine gute Beziehung zu ihr aufbauen. Und es wird verhindern, dass sie zu abhängig von Ihnen wird oder immer Ihre Aufmerksamkeit beansprucht. Diese Regeln werden helfen, damit sie nicht darauf angewiesen ist, dass Sie sie beruhigen.
    Wenn Ihre Hündin immer zu Ihnen kommen kann, wenn sie besorgt ist, dann kann sie ängstlich sein, wenn sie alleine ist, aber nicht zu Ihnen kommen kann.
    Verwalten Sie ihre Spielsachen. Geben Sie ihr die Spielsachen nur, wenn Sie auch mit ihr spielen wollen. Sie können ihr auch ein paar Spielsachen lassen, tauschen Sie diese aber von Zeit zu Zeit aus.
    Ihre Hündin sollte lernen, dass das Futter unter Ihrer Kontrolle ist. Gerne können Sie ihren Hund dafür arbeiten lassen. Füttern Sie sie nie, wenn sie Sie dazu auffordert.


    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

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