Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Zerstört alles wenn sie alleine ist

  Mecklenburg-Vorpommern
Ellie2015 schrieb am 22.07.2015   Mecklenburg-Vorpommern
Angaben zum Hund: Labrador Golden Retriever Mix, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo.

ich habe eine 1 1/2 jährige Labrador/Golden Retriever Mix Hündin. Sie hat schlechte Erfahrungen mit ihren Vorbesitzern gemacht (Schläge, Maulkorb und wurde Ausgesetzt) ... Ich habe sie vor 7 Wochen aus dem Tierheim (dort war sie 3 Wochen) zu mir geholt. ... Das zusammenleben mit ihr ist sehr schön, sie ist sehr anhänglich aber nur in der Wohnung, draußen hört sie weder auf ihren Namen noch auf Pfeifen oder Rufe. ... Nun ist es leider auch so das sie in der Wohnung alles zerstört wenn sie alleine ist (sie reißt die Tapeten im Flur von der Wand, Frisst meine Schuhe, hat meine Kleiderschranktür rausgerissen, Räumt meine Kleidung aus dem Kleiderschrank, reißt im Flur den Boden (kein Teppich) raus und zerfetzt auch sonst vieles. Ich habe keine Ahnung was ich tun soll und brauche bitte DRINGEND einen Rat was ich tun kann damit sie hört und nicht mehr alles Kaputt macht. ... Ich trainiere jeden Tag mit ihr die Grundkommandos, das geht schon ganz gut (Sitz, Bleib, bei Fuss sitzen), Platz und bei Fuss gehen funktioniert noch nicht. Und da ich grad schon dabei bin, es gibt nochmehr was mir Sorgen macht und ich gerne ändern möchte. Also beim Gassi gehen zieht sie wie verrückt an der Leine egal was ich mache und wenn uns andere Hunde begegnen will sie sofort los und mit ihnen Spielen, sie ist da nicht zu bändigen und ich wechsel schon vorher die Straßenseite bevor sie den anderen Hund sieht aber das ist ja nicht sinn und zweck der Sache. Ich möchte einfach Entspannt mit ihr spazieren gehen ganz ohne Stress.

BITTE, ICH LIEBE MEINEN HUND SEHR UND MÖCHTE IHR HELFEN DAS SIE KEINE ANGST MEHR HAT VOR DEM ALLEINE SEIN UND DAS SIE Draußen ENTSPANNTER IST UND HÖRT WENN ICH WAS SAGE.

Vielen Dank schonmal im voraus für die Hilfe.

Vielen Dank für die Meldung dieses Beitrages. Wir werden Ihre Nachricht schnellst möglich prüfen!
Sie werden nun bei neuen Antworten benachrichtigt!
Sie werden nicht mehr bei neuen Antworten benachrichtigt!

Antworten(1)

  • Barbara Nehring
    Barbara Nehring (Hundetrainer)
    schrieb am 27.07.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Elli,
    es hat alles was mit einander zu tun. Zuerst sollten Sie daran arbeiten dass Ihr Hund Leinenführig wird, also nicht mehr an der Leine zieht.
    Ein Hund, der vor unseren Füßen ist, trifft eigene Entscheidungen wie Kreuzen, Zerren, Bellen, weil er uns nicht zutraut, dass wir mit „Ereignissen“ (andere Hunde, Kinderwagen etc.) klarkommen. An der Schleppleine oder an der Flexileine kann er wieder eigene Entscheidungen weit vor Ihnen treffen - das wird nicht zum Fuss gehen führen.
    In allen Strukturen gibt es „Vorgesetzte“, die die Regeln bestimmen, führen und beschützen – Hunde lieben Regeln!
    Nehmen Sie bitte eine kurze Leine, die sich später verlängern lässt und versuchen Sie Ihrem Hund zuerst einmal beizubringen, dass er hinter Ihren Füßen geht. Ihr Arm bleibt an der Hosennaht, atmen Sie aus, um den Druck herauszunehmen. Bleiben Sie stur. Kein Leinenruck. Sie führen! Gehen Sie mit dem Fuß los der auf der Seite des Hundes ist und stellen Sie sich auf einen schwierigen Anfang ein. Wenn Ihr Arm nach vorne geht, haben Sie verloren! Ihr Hund wird springen, zerren und kreuzen.
    Halten Sie ihn hinter Ihren Füßen. Wenn er da bleibt, loben, Leckerchen und lockerlassen der Leine zeigt dem Hund, was Sie von ihm wollen. Es ist nicht einfach, das in Worten zu erklären. Bleiben Sie nicht stehen, lassen Sie kein Sitz, Markieren oder Schnüffeln zu, sondern gehen Sie Ihren Weg. Gehen Sie an einer Mauer oder Hauswand entlang und bestehen Sie auf Führung, indem Sie ihn zurückdrängen. Üben Sie auch die links und rechts Wendung mit Hund. Auch da sollte der Hund sich an Ihnen Orientieren und die kurze Leine sollte locker sein.

    Wenn er Ihre Führung anerkennt, bekommt er mehr Raum. Ehe Sie ihn ziehen, gehen Sie ein Stück rückwärts, mit dem Gesicht zum Hund! Rufen, locken Sie ihn, werden Sie spannend! Wenn wir für Hunde spannend geworden sind, haben sie keinen Grund mehr, zu ziehen. Rufen Sie den Hund nur mit Rückwärts gehen. Gehen Sie vorerst viel allein, werden Sie zuerst mit Ihrem Hund ein Team. Dann nehmen Sie andere hinzu und überprüfen, ob er auch unter Ablenkung zu Ihnen hochschaut.
    Später:
    Arbeiten Sie mit dem Futterbeutel an der 5-m-Leine und spielen Sie viel. Bauen Sie aber die Impulskontrolle (bleib) mit ein.
    In allen Strukturen ist der Chef vorne und bestimmt den Weg, werden Sie Beschützer, vom Beschützer zum Vertrauten und Partner
    Ein Hund bleibt nicht gern allein wenn er die Verantwortung für Sie übernommen hat. Also wichtig führen Sie Ihren Hund und überlassen Sie ihm nicht zur Selbstbestimmung die für den Hund wichtigen Ressourcen. gewinnen Sie vorher die Rudelführung zurück. Das Sie nicht der Rudelführer oder ein schlechter Rudelführer sind erkennen Sie daran:
    - Hund verfolgt Sie überallhin der Wohnung
    - Hund ist nicht Leinenführig (bitte keine Flexileine verwenden)
    - Hund entscheidet viele Dinge allein (Hausregeln anwenden)
    - Hund ist beim Gassi gehen nicht auf Sie orientiert
    - Hund ist Leinenaggressiv
    - Hund hat in vielen Situationen auf der Straße Angst
    - Sie führen Ihren Hund an der Leine und bemerken nicht, dass er von einem anderen Hund bedrängt wird oder dass andere Gefahren auf Ihren Hund zukommt
    Arbeiten Sie bitte zuerst an diesem guten Basisverhältnis.

    Training des alleine seins:
    - Wird im Zusammenhang mit „Bleib“ trainiert, Dem Hund bitte nicht den Flur zur Verfügung stellen.
    - Hund in „bleib“ mit Ton und Zeichenkommando, erst aus der Tür raus, wieder zurück, loben
    Dann langsam steigern mit Tür zu machen, aus Wohnungstür raus, zum Briefkasten, zur Ecke etc.
    - Keine Verabschiedung nur „Bleib und bei über 10 Minuten mit Leckerchenstange (z.B. getrockneter Rinderpansen). Aber die Kauartikel wieder weg nehmen sobald sie zu Hause sind
    - Beim Wiederkommen auch kein großes Tarahh. Es ist ganz normal und nichts Besonderes dass sie manchmal nicht da sind. Der Hund kann sich Sicher fühlen. Das müssen Sie ausstrahlen. Aber nicht sagen 
    - Nicht reinkommen wenn Hund jault, Pause abwarten
    - Schlüsselreize die den Hund in Stress versetzen positiv verknüpfen bzw. neutralisieren ( Schuhe anziehen)
    - Ruhiges, stressfreies Verhalten belobigen
    - Lassen Sie ein getragenes, ungewaschenes Kleidungsstück beim Hund
    - Zur Verstärkung kann eine leise sehr ruhige klassische Musik angeschaltet werden oder mit Pheromonen , Globuli oderberuhigende Kräuter gearbeitet werden

    Trainingszeit bei täglichem Üben ca. 3 Wochen
    Wichtig: Hund erst über 30 Minuten alleine lassen nach einem ausgiebigem Gassi Gang mit urinieren und koten und körperlicher Auslastung, auch können Sie dafür sorgen, dass sich Ihr Hund zu Hause nicht langweilt.
    Niemals den Hund bestrafen wenn Sie nach Hause kommen, egal was er gemacht hat.
    Wenn Ihr Hund längere Zeit alleine bleiben muss, bitten Sie ein Gassi Service Ihren Hund abzuholen
    Viel Erfolg

Möchtest Du auch einen Ratschlag zu Deinem Problem?
Dann stell jetzt eine eigene Frage!

Neue Frage stellen

Weitere Fragen zu diesem Thema:

mein Hund bleibt nicht allein zu Hause

wenn ich mein Hund alleine zu Hause lasse fängt sie an zu bellen

... mehr

Alleine bleiben

Hallo Zusammen, unser Hund ist eine Französische Bulldogge -... mehr

Hund alleine lassen

Ich habe angefangen Henry alleine zu lassen doch so bald ich die Tür... mehr

Hund weint wenn wir gehen

Hallo, ich hoffe ich kann mir hier den ein oder anderen Ratschlag... mehr

Bitte hier einloggen, um auf die Frage zu antworten.