Leine laufen

Leinenführigkeit ❯ Leinenzug
Eliot schrieb am 19.11.2015
Hallo,
ich habe einen ziemlich aufbrausenden Hund. Er ist jetzt mittlerweile 21 Monate alt und läuft einfach nicht an der Leine. Ich habe wirklich alles versucht. Stehen bleiben, Richtung wechseln, Leckerlis gebe, mit Wasser spritzen, spezielle Halsbänder, Futterentzug, ....... Nichts wirkt.
Er zieht und zerrt, beachtet mich mein Gassi gehen gar nicht. Er ist generell sehr unruhig. Steht jemand auf tut er das auch. Klingelt es, schlägt er Alarm. Will man ihn streicheln,springt er an einem hoch und dreht fast durch. Ich bin echt genervt. Was soll ich nur machen? Hundeschule hat ja bisher auch nicht viel gebracht. Hilft Kastration da vielleicht?
1 Antwort
Ellen Mayer | Hundetrainer/in
schrieb am 19.11.2015
Hallo,
alles, was Sie berichten zeigt, dass der Hund nie richtig erzogen und geführt wurde. Alles, was Sie versucht haben, ersetzt keine souveräne Führung des Hundes. Hinzu kommt das "versuchen". Am Ball bleiben ist da besser. Eine Kastration ersetzt auch keine Erziehung.
Kann Ihr Hund frei laufen und sich austoben? Wenn das nicht der Fall ist, wäre das schonmal etwas, was man abstellen kann, denn ein Hund, der vor Energie nicht weiß, wohin, ist schlecht an der Leine zu führen.
Meistens liegt das Ziehen auch an der Art, wie die Leine gehalten wird. Oft wird die Leine zu kurz gehalten, mit Zug. Zug erzeugt Gegenzug, der Mensch zieht weil der Hund zieht und der Hund zieht immer mehr dagegen. Der Hund kann diesen Kreislauf nicht lösen, das kann nur der Mensch.
Hunde ziehen an der Leine, weil sie es so gelernt haben. Oder, besser gesagt, nicht anders gelernt haben. Wenn Herrchen/Frauchen dem Hund mit ausgestrecktem Arm überallhin folgt, wird der Hund natürlich auch weiter immer dahin gehen, wo er hin will. Er kann es ja, manchmal mit einem Gewicht am anderen Ende der Leine, aber es geht. Hunde lernen durch Erfolg oder auch Mißerfolg.
Deswegen hier mein Tipp: NIE dem Hund folgen, wenn er zieht, damit er keinen Erfolg hat. Bleiben Sie stehen, bis die Leine wieder locker ist (das braucht etwas Geduld) oder, wenn Ihr Hund richtig feste zieht, drehen Sie um und gehen zurück.
Am besten reagieren Sie schon, wenn er versucht, Sie zu überholen. SOFORT umdrehen und zurückgehen.
Um ihm das Bellen beim Klingeln abzugewöhnen, üben Sie zuerst mit dem Hund, auf Kommando an einen festen Platz zu gehen und dort zu bleiben, bis Sie das Kommando wieder auflösen. Bleiben Sie dabei am Anfang neben dem Korb oder der Decke stehen. Wenn Ihr Hund den Platz verlassen will, bringen Sie ihn kommentarlos wieder hin. Wenn er dort bleibt, geben Sie ihm ein Leckerchen. Dann entfernen Sie sich immer weiter von dem Platz, gehen zurück und geben ein Leckerchen.
Wenn das funktioniert, bitten Sie jemanden, zu klingeln und zu klopfen. Zuerst nur einmal kurz. Sie reagieren aber nicht darauf, schicken den Hund, wie zuvor geübt, an seinen Platz. Evtl. benötigen Sie etwas Geduld. Geben Sie aber nicht auf, lassen den Hund an seinem Platz und reagieren nicht auf das Klingeln. Wenn das bei einem Klingeln funktioniert, kann man das Geräusch steigern und wenn das dann klappt, den Besuch reinbitten. Sobald der Hund wieder bellt, gehen Sie einen Schritt zurück, bis dorthin, wo es noch funktioniert hat.
Wenn er an Ihnen hochspringen will, drängen Sie ihn WORTLOS weg. Geben Sie ihm nur noch Aufmerksamkeit, wenn er sich benimmt.

Viel Erfolg..
Ellen Mayer
www.lesloups.de

War diese Antwort hilfreich?
Ähnliche Fragen
Mangelnder Gehorsam ❯ In Gegenwart anderer Hunde
Hallo, mein Toy Pudel darf unterwegs im Feld ohne Leine laufen. Neuerdings bückst sie allerdings immer wieder aus , läuf...