Warum lässt Hund sich nicht anfassen?

  
angelika_kehlert schrieb am 20.04.2022   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Wir haben seit eineinhalb Jahren einen Hund aus Rumänien. Sie nimmt mittlerweile Futter aus der Hand, läuft uns nach, bleibt liegen, wenn wir uns im Raum bewegen. Aber sie lässt sich nicht anfassen und ist somit ohne Geschirr.


Wenn wir mit unserem zweiten Hund spazieren gehen, jault sie fürchterlich. Die Nachbarn sind am Ende ihres Verständnisses. Wir haben einen Trainer, der zu uns nach Hause kommt, aber außer dem Wort Geduld kann er auch nichts sagen. Wir können mit ihr nicht vor die Tür gehen, zu keinem Tierarzt etc.
So langsam geht uns der Atem aus. Wir glauben nicht, dass wir für sie die richtigen Personen sind. Wir wohnen aber mitten in der Eifel und das Angebot an Trainern ist zu begrenzt. Unser Budget leider auch. Aber wir brauchen Hilfe oder ein neues Zuhause für die Kleine.

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Antworten(3)
  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 21.04.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Guten Tag,
    ja, rumänische Hunde sind sehr oft ein Problem, sie haben schreckliches erlebt - Ihr Fall ist absolut extrem.
    Ich denke, dass sie in einem Tierheim-Rudel besser aufgehoben wäre.
    Angst lässt sich mit unseren Trainer-Mitteln nicht trainieren. Bei Ihrem Hund scheint sie sehr tief verwurzelt zu sein.
    Ich denke, dass Sie nach der langen Zeit keine Chance haben. Beenden Sie den Stress für alle und geben Sie sie ab.
    Mit traurigen Grüßen
    Inge Büttner-Vogt
    www.hundimedia.de

  • Christine Goeb-Kümmel
    Christine Goeb-Kümmel
    schrieb am 25.04.2022

    Liebe Frau Kehlert,

    einen wirklich brauchbaren Rat kann Ihnen in Ihrem Fall wahrscheinlich nur ein erfahrener Hundemensch geben, der Sie und den Hund kennt.

    Absolut NICHT brauchbar ist meiner Meinung nach der Rat, den Hund "abzugeben". Wohin denn bitte? An wen denn? In ein nettes "Tierheimrudel" ...Mit Sicherheit stehen geeignete Menschen Schlange, um Ihren Hund aufnehmen und weiterhin betreuen zu dürfen ...
    Ich kann darüber wirklich nur den Kopf schütteln.

    Ihr "Fall" ist nicht gerade Standard, aber mit Sicherheit nicht sooo ungewöhnlich. Es gibt genug "Angsthunde", die auch nach fünf Jahren mehr oder weniger nur in Haus und Grundstück dabei sind und sich auch nach Jahren noch nicht anfassen lassen. Wenn es gar nicht anders geht muss man das akzeptieren.
    Die Hoffnung sollte man allerdings nie aufgeben, denn es können immer Umstände eintreten, die eine Veränderung mit sich bringen.

    Sie haben offensichtlich den Hund nicht bedrängt und erstmal einfach nur SEIN lassen, was auf jeden Fall richtig ist. Oft ist es aber dann so, dass man irgendwie den richtigen Zeitpunkt verpasst, um Veränderungen einzuleiten. Ich kann es nicht beurteilen, aber vielleicht gehört Ihr Hund zu denen, denen man irgendwann die Entscheidung abnehmen muss.

    So war es mit meiner rumänischen Angsthündin, die nun seit 14 Monaten bei mir ist und im Alter von 6 Jahren zu uns kam. Wir haben sie sieben Monate komplett in Ruhe gelassen, doch es kam der Punkt, an dem wir merkten, dass sie nicht von sich aus auf uns zukommen wird. Also mussten wir sie wohl oder übel doch etwas bedrängen und haben ihr Geschirr und Leine angezogen - was sie zum Glück auch in einer Art Angststarre zulies und nur ansatzweise in die Luft schnappte. Wir übten dann täglich Schritt für Schritt.

    Inzwischen ist sie begeisterte Gassigängerin, lässt sich aber immer noch nicht freiwillig anfassen und kommt auch nicht, wenn man sie ruft. Auch das Geschirr anziehen ist jeden Tag eine neue Herausforderung.
    Aber: Hätten wir sie nicht etwas bedrängt, wären wir heute nicht an diesem Punkt, der unser Zusammenleben extrem verbessert hat, dann wären wir am gleichen Punkt wie Sie jetzt.

    Der rumänische Rüde, der vor 5 Monaten bei uns eingezogen ist, ist ein ganz anderes Kaliber. Er lässt sich inzwischen anfassen, aber absolut nicht anleinen. Es wird noch dauern, aber auch er bekommt die Zeit, die er braucht.

    Wie ist es mit Ihrer Hündin? Würde sie beißen, wenn Sie sie anfassen? Ansonsten würde ich tatsächlich raten, sie sanft in eine Ecke zu bugsieren und Ihr ein Geschirr anzuziehen, notfalls auch zuerst einen Maulkorb.
    Haben Sie einen Garten? Wo macht sie ihre Geschäfte? Sie schreiben, dass Sie einen zweiten Hund haben, orientiert sie sich an ihm?

    Sie kann offensichtlich nicht aus Ihrer Haut und kann keinen weiteren Schritt auf Sie zugehen, das müssen Sie ihr abnehmen. Vielleicht können Sie das mit Ihrem Trainer besprechen. Hilfreich wäre vielleicht auch ein freundlicher beherzter ganz fremder Mensch, der Ihnen helfen kann. Das war bei uns eine junge Tierärztin mit viel Hundeerfahrung, die zu uns nach Hause kam, um uns zu helfen, die langen Krallen unserer Hündin zu schneiden.

    Ich drücke auf jeden Fall die Daumen und sage schon mal ein ganz herzliches Danke für all die Mühe, die Sie auch sich nehmen. Es gibt inzwischen unendlich viele ängstliche "Problemhunde" in Deutschland. Leider sind die meisten Menschen nicht entsprechend vorbereitet. Es mag nötig sein, dass Menschen, die nicht wussten, was auf sie zukommt und keinerlei Möglichkeiten haben, einen solchen Hund wieder abgeben müssen - aber nicht nach 1,5 Jahren, da muss es noch andere Möglichkeiten geben.

    Viele Grüße und alles Gute,

    Christine Goeb-Kümmel

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 26.04.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo, wie kommen Sie zu den Hundetrainern?
    Absolut NICHT brauchbar ist meiner Meinung nach der Rat, den Hund "abzugeben". Wohin denn bitte? An wen denn? In ein nettes "Tierheimrudel" ...Mit Sicherheit stehen geeignete Menschen Schlange, um Ihren Hund aufnehmen und weiterhin betreuen zu dürfen ...
    Ich kann darüber wirklich nur den Kopf schütteln.
    Es gibt hier in Hessen sehr gut geführte Tierheime, die diese Hunde aufnehmen und ihnen ein Leben unter ihresgleichen ermöglichen.
    ....
    Inzwischen ist sie begeisterte Gassigängerin, lässt sich aber immer noch nicht freiwillig anfassen und kommt auch nicht, wenn man sie ruft. Auch das Geschirr anziehen ist jeden Tag eine neue Herausforderung.
    Aber: Hätten wir sie nicht etwas bedrängt, wären wir heute nicht an diesem Punkt, der unser Zusammenleben extrem verbessert hat, dann wären wir am gleichen Punkt wie Sie jetzt.
    Jetzt muss ich mal den Kopf schütteln. Für mich ist jeder Rat unbrauchbar, der die Geschichte von einem anderen Hund erzählt.
    Sie vergessen hierbei, dass jeder Hund ein unverwechselbares Individuum ist, so wie wir Menschen auch.
    Ihr erster Satz ist richtig: Nur der kann richtig raten, der Sie und den HUnd kennt...
    Bitte bedrängen Sie ihn nicht, schon gar nicht in eine Ecke und versuchen Sie auch nicht einen Maulkorb anzuziehen - wenn Ihr Hund dann panisch reagiert, haben Sie verloren...
    Ja, das ist wahr - "andere Möglichkeiten", das ist so leicht gesagt und genau hier setzt mein Rat ein:
    Googeln Sie Tierheime (oder schreiben Sie mich privat an) , wo der Hund ein freies Leben unter seinesgleichen führen kann, ohne dass man ihn bedrängen muss und zwingen, Dinge zu erdulden, die ihn stressen...


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