Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Jagdtrieb

hezimm schrieb am 08.04.2016
Angaben zum Hund: Collie, Border, männlich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Mein Hund ist eigentlich wenn wir mit seinen Hundefreunden unterwegs sind und diese auf der Wiese unangeleint toben. Allerdings ändert sich das schlagartig wenn er Rehe, Enten oder andere Wildtiere wittert. Dann schaltet er alles um sich herum ab, ist nicht mehr abrufbar und jagt diesen Tieren hinterher. Was kann ich tun um diesem Jagdtrieb Einhalt zu bieten?

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Antworten(1)

  • Kerstin Gebhardt
    Kerstin Gebhardt (Hundetrainer)
    schrieb am 09.04.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Hezimm,

    Hütehunde jagen mit den Augen, und zwar durch Blickfixieren. Dieses dürfe im Ansatz schon nicht zugelassen werden und dafür man dürfte das Hetzen nur mit einer Ersatzbeute zulassen, z.B. Superspielzeug aufbauen. Jagdverhalten ist extrem selbstbelohnend und deshalb recht aufwendig, es in die richtigen Bahnen zu leiten. Die meistens Hundetrainer versuchen den Hund zu erschrecken und durch Strafe vom Jagen abzuhalten. Meistens ist der Reiz jedoch größer als die Angst vor der Strafe.

    Ich empfehle als erste Schritte:

    Grundgehorsam verbessern und ggfs. ein neues Signal aufbauen. Geeignet ist ein Stoppsignal, bei dem der Hund sofort das Abbrechen soll, was er gerade tut, sobald der das Signal hört und z.B. Blickkontakt aufnimmt. Das Stoppsignal muss vor dem Einsatz beim Antijagdtraining in verschiedenen Situationen und Ablenkungsstufen geübt werden und später dann sofort bei Beginn des Jagdverhaltens konsequent eingesetzt werden!

    Trainingsaufbau Stopp-Signal:

    5 m Leine nehmen und kurz bevor die Leine stramm wird, das Stopp-Signal sagen. Der Hund stoppt automatisch aufgrund des Ende der Leine. Weiter geht es erst, wenn der Hund mit Ihnen Blickkontakt aufgenommen hat und ein entsprechendes Signal bekommt. Der Schwierigkeitsgrad wird mit der Zeit gesteigert und das Halten des Blickkontaktes verlängert bis er ein neues Signal bekommt. Einsatzbereit ist es im Ernstfall, wenn der Hund es bei starker Ablenkung von 10 Mal 9 Mal sofort ausführt.

    Eine weitere Möglichkeit könnte sein, dem Hund bei Anblick der Beute ein anderes Verhalten beizubringen, was nicht mit dem Hetzen des Wildes zusammenpasst, z.B. bei Anblick des Wildes sprechen Sie ihn an und werfen in die entgegengesetzte Richtung einen Ball oder ein Frisbee, was er holen kann. Aber auch hier muss die "Ersatzbeute" für Ihren Hund so toll und spannend sein, daß er das Wild Wild sein lässt. Auch hier ist erst einmal Üben an der langen Leine notwendig.

    Desweiteren braucht er geistig und körperlich eine Ersatzbeschäftigung.

    Viel Erfolg

    Kerstin Gebhardt
    www.kerstin-gebhardt.de
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