Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Kontrollzwang

  Niedersachsen
Doggen Frauchen schrieb am 20.04.2015   Niedersachsen
Angaben zum Hund: Deutsche Dogge, männlich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo. Unser Hund kontrolliert uns Erwachsene und unsere zwei Kinder ( 5 & 2 Jahre alt ). Beim Spaziergang zieht er sehr stark an der Leine, weil die Kinder vorweg laufen und er hinterher will. Im Haus kommt er kaum zur Ruhe, weil er permanent hinter uns Familienmitgliedern her läuft. Wenn wir ihn auf seinen Platz schicken, bleibt er vielleicht fünf Minuten liegen und kommt dann wieder an. Läuft er im Garten rum, weil wir draussen etwas machen und unser grosser Sohn fährt mit seinen Freunden auf der Straße mit den Fahrrädern, läuft der Hund die ganze Zeit am Zaun auf und ab.
Wir haben schon viele Sachen selbst ausprobiert und einen Hundetrainer hatten wir auch schon bei uns, aber danach wurde er noch extremer mit seinem kontrollieren, weil er nach Angaben des Trainers nur noch an der Leine bleiben sollte, ob beim spazieren oder im Garten und im Haus durfte er nur in einem Raum bleiben.
Mit freundlichen Grüßen
Berenike Wilke

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 20.04.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Frau Wilke,
    ja, unsere Döggelchen. Immer haben sie Angst, dass sie was verpassen könnten. Auch mein junger Doggenrüde (13 Monate) findet nur Ruhe, wenn ich am Schreibtisch sitze. :) Oder wenn ich es geschafft habe, ihn richtig müde zu bekommen. Ja, es stimmt schon, Hunde brauchen ihren Schlaf, sonst werden sie unausstehlich. Aber gerade Doggen sind nun auch mal Familienhunde, die sich gerne bei ihrer Familie aufhalten.

    Versuchen wir doch einmal zusammen Ihr Problem aufzurollen.

    "Beim Spaziergang zieht er sehr stark an der Leine, weil die Kinder vorweg laufen und er hinterher will."
    Gut, da gebe ich Ihnen recht, das muss er lernen. Wie alt ist Ihr Rüde denn genau? Läuft er ansonsten gut an der Leine? Wenn er bereits "Fuß laufen" kann, dann würde ich ihn in diesen Situationen unter Signal nehmen. Bestätigen Sie ihn fürs "Nichtziehen", egal ob im "Fuß" oder nur an lockerer Leine. Verfüttern Sie doch mal einen Teil seines Futters draußen, z.B. mit dem Futterbeutel. Diesen kann man "aus Versehen" fallen lassen, und der Hund muss ihn dann holen, die Kinder können ihn verstecken, und Doggi darf suchen. Lassen Sie Ihren Sohn doch mal "Verstecken" spielen und Sie und Ihr Hund suchen ihn dann.

    "Im Haus kommt er kaum zur Ruhe, weil er permanent hinter uns Familienmitgliedern her läuft." Hier könnte sich eine Hundebox bewähren, Diese könnte Rückzugspunkt werden, an dem er nicht gestört werden darf. Mein Doggenmädchen hat sich darin immer wohl und vor allem sicher gefühlt.

    "Läuft er im Garten rum, weil wir draussen etwas machen und unser grosser Sohn fährt mit seinen Freunden auf der Straße mit den Fahrrädern, läuft der Hund die ganze Zeit am Zaun auf und ab." Werfen Sie doch einfach mal einen Teil seines Futters in den Garten und lassen ihn suchen. Durch Nasenarbeit kann man Hunde ganz toll auslasten.

    Dann gibt es noch ganz viele Beschäftigungsmöglichkeiten für Kind und Hund. z.B. Hütchenspiele, Apportierspiele, Spielsachen aufräumen, Verstecken spielen mit Kind oder Spielsachen, Schnüffelspiele und vieles mehr. Die Kinder in meiner Hundeschule laufen gerne eine Frischeiwaffel an einer Schnur hinter sich herziehend durch den Wald. Anschließend dürfen die Hunde die Spur verfolgen und den Jackpot finden.
    "Unsere Doggen" sind nämlich gar nicht so arbeitsscheu und werden gerne beschäftigt und ausgelastet. Und da Sie und/oder Ihre Kinder bei all diesen "Spielen" die Regie führen, werden sie diese auch im "wahren" Leben ganz schnell innehaben.
    Und bei all diesen Spielen kann immer zusätzlich noch die Impulskontrolle und die Geduld trainiert werden, indem zwischen Vorbereitung und Ausführung ein Blick verlangt wird, bis zehn gezählt wird oder einfach abwarten verlangt wird.

    Doggen sind wunderbare Hunde, sie können wunderbar sanft mit Kindern umgehen, aber sie sind auch kleine Sensibelchen, die nun mal dabei sein wollen. Wenn Sie das Verhalten Ihrer Dogge mal unter diesen Gesichtspunkt und weniger als Kontrollverhalten sehen, fällt vielleicht vieles leichter.

    Wenn Sie noch Anregungen haben möchten, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

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