Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Dominanz unserer Hündin

  Mecklenburg-Vorpommern
Sanny09111988 schrieb am 24.07.2015   Mecklenburg-Vorpommern
Angaben zum Hund: Boxer Mix , weiblich, nicht kastriert, Alter über 5 Jahre

Hallo...

Wir haben mit unserer Hündin mehrere Probleme. sie ist immer die erste die begrüßen möchte. Sofern die Tür auf geht läuft sie los und bespringt alle. Sie bellt dann auch los. Wenn jemand angst zeigt kommt sie erst richtig in Fahrt... Es nervt einfach nur noch.. Des weiteren ist sie aggressiv gegenüber anderen Hunden die sie nicht kennst. Sie bellt tief los da bekommt man schon etwas Angst. Und zum Schluss bekomme ich sie nicht vom Bett. Sie schläft bei mir im Bett. Was können wir ändern?

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 28.07.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Morgen,

    Prof. Gansloßer hat einmal so schön formuliert: "Kein Häuptling ohne Indianer"
    Solange Sie Ihre Hündin agieren lassen, wie sie es möchte, solange wird sie es auch tun. Das kann dann auch dazu führen, dass Ihre Hündin andere Hunde als Gefahr ansieht und diese aggressiv verbellt.
    Über nehmen Sie daher erst einmal wieder die Führung. Bleiben Sie dabei ruhig und souverän, geduldig und konsequent.
    Fangen wir doch erst einmal mit Ihrem Wunsch an, dass Ihre Hündin Ihren Besuch nicht als erstes und auch nicht so stürmisch begrüßen soll. Eine Möglichkeit hierbei wäre, Ihre Hündin immer auf ihre Decke zu schicken, wenn es an der Tür klingelt. Achten Sie darauf, dass sie die Decke nicht ohne Erlaubnis verlässt. Bestätigen Sie jedoch, wenn sie liegen bleibt. Das können Sie üben, indem Sie jemanden bitten, an der Tür zu läuten, während Sie bei Ihrer Hündin stehen bleiben und das korrekte Liegenbleiben kontrollieren. Wenn das klappt, folgt der zweite Schritt. Sie gehen zur Tür. Folgt Ihnen Ihre Hündin, dann bringen Sie sie wieder "kommentarlos" zurück. Bleiben Sie dabei ruhig und gelassen. Wenn sich ein Verhalten über Jahre etabliert hat, dann ist dies nicht nach zwei Tagen konsequenten Üben geändert. Dafür braucht man Geduld. Das Verhalten muss sich jedoch für Ihre Hündin lohnen. Sie können mit einem Markerwort oder einem Clicker das Liegenbleiben belohnen.
    Schaffen Sie es, bis zur Tür zu gelangen, dann öffnen Sie die Tür. Stürzt Ihre Hündin dann an, dann schließen Sie die Tür wieder. Sie bringen Ihre Hündin zurück und beginnen von vorne.
    Die andere Alternative ist, Ihre Hündin an die Leine zu nehmen. Gehen Sie mit Ihrer Hündin an die Tür. Bevor Sie die Tür öffnen, können Sie Ihre Hündin ins "Sitz" nehmen oder körperlich hinter sich bringen. Bitten Sie Ihren Besuch, Ihre Hündin nicht zu beachten. Erst wenn Ihre Hündin sich ruhig verhält, wird sie begrüßt und von der Leine befreit.

    Wenn Ihre Hündin nicht in Ihrem Bett schlafen soll, dann schmeißen Sie sie einfach raus. Auch hier können Sie eine Leine als Hilfsmittel verwenden. Hierbei empfehle ich eine Hausleine. Eine Hausleine ist eine Leine ohne Schlaufen und Ösen, die etwa einen Meter lang und leicht ist. Diese Leine kann die Hündin in der Wohnung ständig anhaben. Sie sollte sich nicht verfangen können. Nehmen Sie die Leine und führen Sie Ihre Hündin aus Ihrem Bett. Auch dies machen Sie kommentarlos und ohne Gefühlsregungen. Ob Ihre Hündin bei Ihnen im Bett schläft oder nicht, hat nichts mit der Führung zu tun. Es ist einfach nur bequemer für Ihre Hündin in Ihrem Bett. Aber Sie bestimmen, ob Sie das wollen oder nicht.

    Gehen Sie bitte in Gedanken noch einmal den Tagesablauf mit Ihrer Hündin durch. Sind Sie immer konsequent, oder setzt Ihre Hündin öfter mal ihren Willen, vielleicht auch ganz charmant, durch? Fragen Sie sich doch einmal, ob die Interaktion mit Ihrer Hündin nun von Ihnen oder von Ihrer Hündin initiiert wurde? Macht Ihre Hündin das was Sie von Ihr möchten oder müssen Sie sie öfter darum bitten? "Befreit" sie sich öfter aus Ihren Anweisungen? Steht Sie z.B. auf, obwohl Sie "Sitz" gesagt hatten?

    Versuchen Sie erst einmal wieder ganz genau und konsequent zu sein. Vermeiden Sie Situationen, in denen Sie diese Konsequenz nicht durchsetzen können. Schicken Sie sie z.B. nicht auf ihre Decke, wenn Sie genau wissen, dass sie das nicht kontrollieren können, z.B. weil Sie in der Küche beschäftigt sind und sie wissen, dass Ihre Hündin wieder aufstehen wird. Verlangen Sie also nur dann etwas von Ihrer Hündin, wenn Sie auch die Zeit haben, dies zu kontrollieren und zu leiten.

    Beschäftigen Sie Ihren Hund mit Dingen, in denen Sie die Regie führen. Dies können Suchspiele sein, Tricktraining oder auch Longiertraining. Machen Sie Dinge mit Ihrer Hündin, die Ihnen und ihr Spaß machen.

    Eigentlich müssten Sie durch diese Maßnahmen schon eine Veränderung in den Hundebegegnungen erkennen können. Ansonsten müssten wir das Verhalten gegenüber anderen Hunden noch einmal genauer analysieren und einen Trainingsplan entwerfen.

    Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    www.wolf-inside.de

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