Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Fixiert andere Hunde

  Hessen
Minou1712 schrieb am 26.12.2017   Hessen
Angaben zum Hund: Altdeutscher Hütehund, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-3 Jahre

Hallo,
Also meine 3 Jährige Altdeutsche Hütehund Hündin, die ich jetzt seit 3 Jahren auch habe, fixiert ganz schlimm andere Hunde. Also erstmal zu ihr, sie ist sehr dominant, super intelligent, hört nur wenn's sein muss und zuhause ein echter Schatz. Sobald wir raus gehen geht es mit dem Wahrnsinn los, sie ist sehr unaufmerksam also sie zieht nicht an der Leine sondern läuft eigentlich neben mir aber ich merke dass sie eigentlich komplett wo anders ist. Wenn wir Spaziergänger sehen die beispielsweise hinter einem Auto stehen und sie nicht sieht ob ein Hund da ist guckt sie so lange dahin bis sie sicher ist ob da einer Ist. An der Leine darf sie nicht zu anderen Hunden, das haben wir von Anfang an durchgesetzt aber kommt es doch zur einer Begegnung auf der gleichen Straßenseite pirscht sie sich an ihnen so zu sagen vorbei und lässt ihren Blick nicht von ihnen,an ihnen vorbeigelaufen läuft sie einen Bogen vor mich und schnüffelt nochmal ganz stark. Ohne leine auf der Wiese mit Begegnung mit einem Hund lässt sie sich abrufen, jedoch pirscht sie sich wieder an und schießt irgendwann los, erst wird geschnuppert dann wird gerannt und irgendwann geht's dann richtig los. Sie fängt an beim Rennen zu knappen so dass die anderen Hunde schreien und davon laufen und dann wird heftig gebellt. Gebellt wird pausenlos und es wird auch nicht aufgehört auch nicht wenn der andere Hund vor Angst zwischen den Beinen vom Besitzer sitzt. Wenn ich es unterbinden möchte ist es ein rumgespringe um den Besitzer und dabei wird so schrill gebellt dass ich zugegebener Weise echt meine nerven verliere. Auch wenn sie einen Hund vom Weiten sieht der gerade am rumrennen ist und sie noch nicht gesehen hat schießt sie dahin und bellt wieder wie eine verrückte. Es ist schon so schlimm der eine Hund den wir kennen in einen busch springt um sich vor ihr zu verstecken, der andere fängt schon an vom Weiten zu schreien und rennt schnell zum Herrchen. Ich hoffe ich konnte es so ausführlich wie möglich beschreiben, aber es ist wirklich schlimm. Also unser Problem ist unaufmerksamkeit und dieses bellen. Dazu muss ich sagen ich neige davon ab ihr draußen leckerlies zu geben, hört sich zwar blöd an aber das Problem ist merkt sie dass ich keine dabei habe hört sie gar nicht mehr also haben wir es seit einem Jahr weggelassen. Das Problem besteht jetzt seit 2 Jahren und wir haben echt alles versucht,von Hundeschule bis zur einer wasserflasche zum abspritzen. Ich hoffe dass sie paar Tipps für mich haben :)
Danke im voraus!
Lg

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Antworten(1)

  • Salena Maue
    Salena Maue (Hundetrainer)
    schrieb am 26.12.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,

    vielen Dank für Ihre ausführliche Beschreibung.

    Ein Altdeutscher Hütehund ist besonders geeignet zum Hüten und Bewachen. Es ist ein Arbeitshund, der sehr eigenständig handelt - also gerne ohne seinen Halter agiert bzw. reagiert. Es scheint mir so, als hätte Ihre Hündin einen „Ersatz“ zum Hüten gefunden - nämlich Artgenossen.

    Ich kann verstehen, dass Sie draußen ungerne Leckerlies geben möchten. Das Weglassen der Leckerlies hat Ihrer Ausführung nach aber auch nicht geholfen. Wir konkurrieren immer mit der Umwelt (andere Lebewesen, spannende Düfte und so weiter) - also brauchen wir irgendeine „Währung“, die unser Hund wertschätzt (Spiel, Futter, Rennen, Buddeln etc.). Sollte Ihre Hündin z.B. Trockenfutter bekommen, wäre es doch praktisch, dieses im Training einzusetzen. Dann müssen Sie nicht extra Leckerlies füttern und Ihre Hündin kann sich ihr Futter teilweise erarbeiten.

    Die Reaktion Ihrer Hündin an der Leine finde ich nicht besonders auffällig... Hinterherschnüffeln ist sogar recht lobenswert, denn so erhält sie Informationen über andere Hunde. Aber sie pöbelt nicht und springt nicht in die Leine.

    Das Verhalten OHNE Leine erinnert mich allerdings stark an das Hüten. Ich empfehlen Ihnen hierzu eine passende Hundeschule aufsuchen, die auch mit Verhaltensproblemen dieser Art Erfahrung hat und vor allem ein entsprechendes Angebot zur Auslastung Ihrer Hündin. Nur so können Sie das Verhalten kanalisieren - denn löschen oder „wegtrainieren“ kann man es mit großer Sicherheit nicht.

    Eine sehr wertvolle Beschäftigung für Hütehunde ist das Longieren. Hierbei kann der Hund den natürlichen Bewegungsablauf des Hütens ausleben und auf Distanz mit seinen Menschen arbeiten. Parallel dazu würde ich in gestellten Situationen (mit Statisten) an Hundebegegnungen arbeiten und dabei verschiedene Alternativverhalten aufbauen, die Ihre Hündin etwas ausbremsen, wenn sie im Freilauf andere Hunde sieht. Ihre Hündin muss lernen, dass es sich lohnt, sich an ihren Menschen zu orientieren.

    Fakt ist, je häufiger sie das ungewünschte Verhalten übt, umso schwieriger wird es, das Verhalten zu beeinflussen. Achten Sie bitte im eigenen Interesse darauf, dass sie in Gegenwart anderer Hund angeleint ist und niemanden verletzen kann.

    Es ist recht schwierig - und für alle Beteiligten auch gefährlich - dieses Thema alleine zu behandeln. Sollten Sie sich für eine Hundeschule entscheiden, achten Sie bitte darauf, dass nicht mit aversiven Mittel gearbeitet wird - also keine Schreckreize, keine Wasserflasche, kein Anschreien etc. Diese Art des Trainings verschlimmert das Verhalten oftmals. Es kann in einzelnen Fällen sogar passieren, dass sich der Hund in solch erregenden Situationen gegen seine Menschen richtet, weil er so frustriert ist.

    Über das „Longieren mit Hunden“ gibt es auch diverse Bücher und DVDs... für den Fall, dass Sie einen Garten haben und für Sie kein Hundetrainer oder verhaltenstherapeutischer Tierarzt in Frage kommt. Vielleicht können Sie Ihre Hündin im Ansatz etwas gezielter auslasten.

    Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg.


    ______________________
    Salena Maue
    KIMBA - therapeutisches Hundetraining
    www.kimba-hund.de

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