Hund ist sehr fixiert auf andere hunde

Thema: Allgemeines
  
Gravity schrieb am 28.12.2016   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hi erstmal
Ich habe ein Problem mit meiner10 Monate alten Boxer Hündin ist total fixiert auf andere Hunde, wenn sie einen aus Entfernung sieht lässt sie sich nur schwer davon wegbringen ihn nicht andauernd zu fixieren. Wenn sie aber dann am Hund vorbei ist ist alles gut dann interessiert sie sich garnicht mehr für den Hund ich kann sie dann auch von der Leine lassen und sie rennt nicht zurück.
Wenn sie ohne Leine ist und in der Entfernung ist ein Hund lasst sie sich abrufen aber wenn sie erst mal mit dem Hund Kontakt auf genommen hat ist sie "taub" ich bin dann Luft für sie:/
Wenn wir dann die Hunde trennen wollen läuft dass so ab entweder sie kommt erst wenn der andere Hund kommt und ich sie schnell irgendwie packen kann(sonst würde sie wegrennen und sagen fang mich doch) oder ich kriege sie nicht und sie geht mit den anderen Hund in die andere Richtung.
Kurz gesagt ich würde mich einfach freuen wenn sie ein Auge immermal auf mich wendet und kukt ob ich noch da bin ohne andere Hunde klappt es ja super warum nicht mit Hunden?

LG boxermami

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Antworten(1)

  • Marie-Louise Kretschmer
    Marie-Louise Kretschmer (Hundetrainer)
    schrieb am 28.12.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Guten Morgen, ich denke, Sie haben zwei Probleme: einmal eine korrekte Leinenführung und zum anderen funktioniert der Rückruf nicht. Zunächst einmal Grundsätzliches zur Leinenführung:
    Zunächst gilt es zu definieren, was unter einer guten Leinenführigkeit zu verstehen ist. Manche Halter übertreiben auch damit, was sie von ihrem Hund erwarten. Ein kurzes Anspannen der Leine, weil der Hund neugierung an den Wegrand läuft, um zu schnüffeln, würde ich nicht als Ziehen bzw. als Problem deuten. Häufig korrigieren sich die Hunde selbst, wenn sie das Ende der Leine spüren. Eine gute Leinenführung beginnt nicht beim Hund, sondern beim Halter selbst. Wenn Sie ihrem Hund vermitteln wollen, dass das Ziehen nicht erwünscht ist, dann dürfen Sie selbst auch nicht ziehen. Der erste Trainingsschritt besteht deshalb darin, dass Sie lernen, sehr achtsam mit der Leine umzugehen. Es ist schnell passiert, dass der Hund irgendwo schnüffelt, uns das dann zu lange dauert und wir ihn wegziehen. Auch beim Richtungswechseln und beim Weiterlaufen nach Stehenbleiben wird der Hund häufig weitergezogen, statt ihn anzusprechen und mit einem freundlichen "Auf geht's" oder "weiter" zum Mitgehen aufzufordern. Wie soll den unser Hund verstehen, dass das Ziehen an der Leine nicht erwünscht ist, wenn wir selbst ziehen? Wir führen den Hund über unsere Körpersprache und Stimme und nicht dadurch, dass er über die Leine einfach mitgezogen wird. Üben Sie deshalb zunächst, ihm über ein freundliches "weiter" und eine Richtungsanzeige mit der Hand ihn mitzunehmen. Benutzen Sie nicht den Leinenruck und führen Sie ihn bitte nicht an einer sog. Flexileine, diese steht dem Ziel einer Leinenführigkeit nur im Wege. Benutzen Sie also für Spaziergänge, in denen er angeleint ist, eine ca. 3 m Leine, damit er auch wirklich sich frei bewegen kann und auch mal schnüffeln kann, ohne gleich Zug zu bekommen. Suchen Sie sich ein Grundstück, z.B. Garten oder Feld/Waldwiese oder einen Parkplatz eines Supermarktes außerhalb der Öffnungszeiten zum Üben, wo keine Ablenkungen vorhanden sind. Beginnen Sie zunächst mit kleinen Übungseinheiten, nicht lägner als 1 Minute. Stellen Sie sich seitlich von Ihrem Hund und nehmen ihn an die Leine, nicht frontal über ihn beugen und ihn dadurch bedrängen. Dann geben Sie ihm freundlich das Kommando "weiter" und zeigen ihm mit der Hand die Richtung. Bitte mit Hör- und Sichtzeichen arbeiten und loben ihn freundlich, wenn er sich danach richtiet. Vielleicht müssen Siei im Anfang auch leise und freundlich mit ihm sprechen, wenn er ohne Zug an der Leine neben Ihnen läuft. Keine langen Strecken geradeaus laufen, lieber eine Acht, einen Kreis oder ein Viereck und machen Sie häufig Richtungswechsel, und bitte achten Sie darauf, dass auch Sie nicht ziehen. Sobald er schenller wird, sofort Richtungswechsel. Zeigen Sie Ihrem Hund aktiv, welches Verhalten von ihm gewünscht wird und dann durch freundliches Ansprechen.
    Ich denke, das ist zunächst ein guter Ansatz, um eine gute Leinenführigkeit zu bekommen. Denn er hat ja bisher gelernt, Ziehen an der Leine lohnt sich, damit komme ich zum Ziel.
    Nun zum Rückruf: Ich würde Ihnen empfehlen, zunächst den Hund nur an der Schleppleine zu führen und den Rückruf zu üben. Eine Schleppleine von ca. 5 m reicht durchaus. Lassen Sie ihn zunächst an der Schleppleine laufen und rufen ihn dann zurück. kommt er , dann wird er gelobt und bekommt u.U. auch ein Leckerli. Wenn das gut klappt machen Sie folgendes: Wenn Ihr Hund kommt, drehen Sie sich um und laufen weiter und nehmen Ihren Hund so mit. Dann wird gelobt. Bitte das so lange üben, bis es klappt. Ihr Hund soll verinnerlichen: Zurückkommen lohnt sich auf jeden Fall. Wenn Sie anderen Hunden begegnen, dann warten Sie nicht darauf, dass Ihr Hund bereits den anderen Kameraden fixiert, sondern machen einen Richtungswechsel oder einen größeren Bogen und nehmen die Aufmerksamkeit Ihres Hundes auf sich. Es gibt Hunde, die von Natur aus eine größere Distanz zum anderen Hund benötigen. Die sollte man ihnen dann auch geben.
    Das wäre aber erst einmal ein guter Start. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und vor allem Geduld!
    Ihre
    Marie-Louise Kretschmer
    www.hundeausbildung-naturnah.com

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