Deine Hundetrainer-Sprechstunde

Hund ohne Leine laufen lassen

  
Schtine schrieb am 09.07.2020   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Ich lebe in Mumbai und habe dort vor 2 Jahren einen kranken Welpe von der Straße gerettet. Ihr geht es gut, wir sind ein super Team und bis jetzt ist das einzige Problem die Aggression gegenüber anderen Hunden. Aber nun Straßenhunde, kommt ein Haustier frei oder an der Leine, dann hat sie nur Angst. Auf keinen Fall darf jemand näher kommen, sie fängt an zu quicken und das klingt immer sehr schmerzhaft, obwohl sie keiner berührt. Wir vermeiden solche Situationen, indem wir einen gesunden Abstand halten. Manchmal, mit viel Zeit und Geduld vom anderen Hundebesitzer, kann sie ihre Angst auch überwinden. Hier in Indien sind wir immer noch in einem Lockdown gefangen, und dürfen nur für Spaziergänge raus gehen. Jegliche Parks sind geschlossen, der Strand auch. Seit Mitte März war mein Hund nicht mehr Leinenfrei unterwegs, und wegen der Straße und den Straßenhunden traue ich mich einfach nicht, es zu versuchen. Obwohl ich weiß, sie würde nicht weit rennen. Aber eben vll einen anderen Hund attackieren, und die sind oft im Rudel. Hab das schon erlebt, sie rennt da blind rein und beißt drauf los. Total nicht sie eigentlich, aber ich denke da geht es um meine Angst und Anspannung und sie hilft mir nur. Wie kann ich das Problem lösen? Soll ich es einfach wagen? was ist mir dem Verkehr, der ist zwar momentan eh noch gering gehalten, aber trotzdem sind autos und Motorräder unterwegs. Ich habe auch schon überlegt, mit einer Schleppleine zu arbeiten. Bitte helft mir hier weiter, es ist sehr schwer in Mumbai angemessene Hilfe zu finden. Andere Hundebesitzer sind mit einer Art Stock unterwegs, aber diese Einstellung lehne ich innerlich ab. Ich wurde noch nie angegriffen von irgendeinem Hund, da brauch ich sicher keinen Stock. So zu tun als nehme und werfe ich einen Stein reicht im Notfall völlig aus. Danke, hoffentlich bis bald!

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Antworten(5)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 11.08.2020
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Guten Tag,
    nein ich würde nichts wagen, weil Ihre Hündin denkt, dass sie alles allein machen muss, anstatt es Ihnen zu überlassen.
    Bauen Sie Vertrauen auf: Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen.
    Bitte gehen Sie niemals direkt auf einen Hund oder einen Menschen zu. Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ oder zu fliehen, wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klar zu kommen.
    Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt. Hierzu finden Sie alles auf meiner
    Homepage: www.hundimedia.de
    Bücher „Spiel und Spaß mit Hund“ und „Mehr Spiel und Spaß mit Hund“ Film: „Der Weg ist das Ziel: 222 Möglichkeiten den Hund zu beschäftigen.
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

  • Schtine
    Schtine
    schrieb am 11.08.2020

    Hallo,
    und danke für die ausführliche Antwort. Also, das mit dem Vertrauen und der Sicherheit leuchtet mir ein, aber ich würde gerne noch ein paar Dinge klarstellen, denn das kam wohl zuerst nicht so raus. Meine Hündin hat überhaupt keine Angst vor Menschen, im Gegenteil, sie liebt sie alle und möchte sie am liebsten alle und immer begrüßen. Andere Hunde sind ein Thema, und auch nur, wenn diese angeleint sind. Meistens sind diese Halter - oder Dogwalker - sehr rücksichtslos und lassen ihre Hunde einfach in die Leine springen und die Luft schnüffeln. Also Hunde ohne Leine sind kein Problem, manchmal Straßenhunde, aber auch nur bestimmte. Meistens weibliche, da geht es nie mit dem Treffen. Seit ein paar Wochen gehen wir immer so spazieren, wie Sie beschrieben haben, also ich nutze meinen Körper und schütze sie, brav Beifuß bzw hinter mir ging sie eh immer, also das ist kein Thema. Habe auch das Brustgeschirr gewechselt, das war auch hilfreich. Wenn wir draußen Klickern, dann geht es auch, sie kennt diese Übungen sehr gut und reagiert immer auf den Klicker, oder meistens. Aber ich möchte eigentlich unsere Beziehung festigen und nicht mit Futter ankurbeln. Das braucht sie auch nicht, sie ist immer sehr stolz, wie ich auch, wenn wir eine Situation gemeinsam gemeistert haben. Ich zwinge sie auch nie, etwas zu tun oder andere Hunde zu treffen. Ich lerne per Videos ganzheitliche Körpersprache und versuche so, sie zu leiten und zu führen und auch zu schützen, wenn es sein muss. das klappt gut. Auch das Training im Haus ist sehr ausgelassen und abwechslungsreich. Wir machen alles, von Kommandos über Agility, jeden Suchspiele und Klickertraining, und auch mit meinem Körper machen wir viel. Sie sitzt auf meinem Rücken, dreht sich auf mir, sie macht Sport und Yoga mit mir, wir haben das so angepasst, dass sie mitmachen kann. Da gibt es also kein Problem. Wir sind jetzt umgezogen und haben sechs neue Hunde vor der Tür. War kein Problem, gehen darn vorbei, schnuppern, gehen weiter. Alles gut, bis das Weibchen kommt, dann gibt es Stress. Kann es sein, dass eigentlich alles ok ist mit ihrer Angst, aber dass sie eifersüchtig ist? Mir ist aufgefallen, dass es einen Unterschied in ihrem Verhalten gibt, wenn ein Hund zuerst auf mich zugeht, und nicht sie begrüßt. Und es tut dann auch nichts zu Sache, ob ich diese Begrüßung erwidere oder nicht. Andere Hunde bei uns zu Hause, kein Problem, jeder darf kommen und alles tun. Sie bei anderen Zuhause, auch fein. Also im Endeffekt ist es wirklich nur diese Begegnung mit anderen Hunden an der Leine, oder weiblichen Straßenhunden.
    Ich werde natürlich trotzdem versuchen Ihre Tipps zu beherzigen und Sie der den weiteren Verlauf des Trainings informieren.

    Vielen Dank nochmal und liebe Grüße!

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 11.08.2020
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Abend,
    das klingt alles super, Sie machen es toll.
    Sie schreiben nicht, ob Ihre Hündin kastriert ist oder nicht. Zwischen Hündinnen besteht immer eine sehr große Konkurrenz, weil in einem Revier ist nur für eine mit ihren Jungen Platz. Andere gilt es zu vertreiben. Sollten Sie merken, dass es eine Hündin ist, dreehen Sie um, gehen kurz in die andere Richtung und entspannen Sie die Situation...
    Ich freue mich sehr, wenn Sie weiter berichten...
    viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

  • Schtine
    Schtine
    schrieb am 12.08.2020

    Hallo nochmal,
    ah ja, ist schon lustig, dass von all den Dingen, die wir versucht haben und überlegt haben, ich das nicht erkennen konnte. Nein, meine Hündin ist (noch) nicht kastriert. Wir wollten das im April in Österreich machen lassen, es kam aber dann ja nie dazu, dass wir nach Hause fahren. Der Gedanke kam mir nie, weil wir die Nachbars-Hündin oft um Spielen bei uns hatten und auch beim Spazieren, aber damals war die Husky-Lady erst 4 oder 5 Monate alt. Gut, also das hilft mir sehr, danke! Ich werde Hündinnen vermeiden bzw. bedachter damit umgehen in Zukunft. Meine Hündin hatte auch gerade erst eine Scheinschwangerschaft, davon wusste ich vorher nichts, und seitdem war ihr Verhalten natürlich ganz anders, jetzt aber wieder normal. Spätesten da hätte es mir in den Sinn kommen können, dass auch Weibchen sich territorial Verhalten.

    Ich bin sehr froh, dass ihr Alle bei Agila diesen Service anbietet und uns helft, denn oft - wie auch bei mir - braucht es manchmal einen Blick von Außen, da man den Abstand selber oft nicht nehmen kann oder schon sehr verloren ist in der Sache. Also nochmal ein herzliches Dankeschön an das Team, die Idee, die Tipps und so weiter, und auch Ihnen, Inge, für die ausführlichen Antworten. Ihr gebt erneut Zuversicht und Selbstvertrauen, ich weiß das sehr zu schätzen!

    Liebe Grüße!

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 12.08.2020
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,
    na so eine Antwort freut mich doch sehr!!! Vielen herzlichen Dank,
    Inge Büttner-Vogt

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