Wie können wir unserem Angsthund die Angst nehmen?

  
Conny.vi schrieb am 02.03.2022   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage


Hallo, wir haben einen Angsthund aus Griechenland. Sie kam zu uns als sie ca. 4 Monate alt war. Ziemlich schnell hat es begonnen das sie auf der Straße vor alles extreme Angst bekam. Sie ist sofort im Panikmodus und will nur noch flüchten. Sie zerrt an der Leine und hört und folgt überhaupt nicht mehr obwohl sie zuhause eine sehr brave und folgsame Hündin ist. Mittlerweile ist sie 9 Monate alt und wir schaffen es nicht ihr die Angst vor draußen zu nehmen obwohl wir oft und lange mit ihr spazieren. Besonders Angst machen ihr Menschen aber auch alles andere draußen, Straßenecken z.B., Roller, Kinderwagen,... einfach alles. Sie ist sofort panisch und auf der Flucht. Zerrt an der Leine und krallt sich an den Boden. Es sieht wirklich schlimm aus. Ein normaler Spaziergang, mit ihr ist kaum möglich. Was können wir tun, was sind die ersten Schritte bezüglich erfolgreichen Training?


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Antworten(1)
  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 05.03.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Guten Tag,
    leider läßt sich echte Panik und Angst mit unseren Mitteln nicht trainieren. Jedes Mal, wenn Sie wieder einen solchen "Spaziergang" hinter sich haben, trägt er die Panik vor dem nächsten schon in sich.
    Ich würde Ihnen raten, es mit Medikamenten zu versuchen, damit sie überhaupt einmal sich mit draußen auseinandersetzen kann. Dann gehen Sie auch nicht spazieren, sondern "erobern" die Straße schrittweise:
    Vor die Tür, drei Schritte, wieder rein. Macht sie denn draußen? Wenn ja:
    Raus, Geschäfte erledigen, wieder rein und dann über Wochen täglich einen Schritt mehr. In diesem Fall ist Gassi zu vermeiden.
    Das sind für die nächsten Wochen die ersten Schritte.
    Dann:
    Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen und an Ihrer zum Ereignis abgewandten Seite.
    Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der zu fliehen versucht. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen zu fliehen, wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klarzukommen.
    Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund nicht an und Sie vermeiden es, dass ein Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen und beugen Sie sich nicht über ihn, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt.
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt
    www.hundimedia.de

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