Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Extreme Angst vor fremden Menschen

  Baden-Württemberg
Gina1512 schrieb am 13.05.2015   Baden-Württemberg
Angaben zum Hund: Pointer-Mix, weiblich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo, wir haben unsere Gina, jetzt 3 J. 5 Monate alt, von Griechenland über einen Tierschutzverein. Sie war, bevor sie zu uns kam mit 9 Monaten, 3 Monate bei einer Pflegefamilie, davor war sie 1 Woche bei einer anderen Pflegestelle und dort muss irgendwas passiert sein, da sie seither extremste Angst vor fremden Menschen hat. Sie will sofort flüchten, wenn sie nur in der Ferne jemanden sieht und verfällt teilweise in regelrechte Panik und will sich aus dem Halsband winden um die Flucht zu ergreifen.
Sobald sich jemand nur nähert, kann es aber mittlerweile auch passieren, dass sie nach vorne stürzt und den/diejenige wie verrückt anbellt um dann sofort wieder flüchtet. So war es als wir letztes Jahr im Urlaub in einem Mobilheim mit geschlossener Veranda waren. Da hat sie drinne gehört, wenn jemand vorbei lief und kam wie eine Furie auf die Veranda geschossen und bellte die Leute an, die natürlich vor lauter Schreck auf die Seite gesprungen sind. Sobald aber dann jamand mit ihr sricht , war sie wieder drin verschunden und hat gebellt. Auch mussten wir immer mit dem Auto dann einige Kilometer fahren, um mit ihr Gassi an einem ruhigen Platz zu gehen, da sie sich auf dem Campingplatz vor Panik fast am Halsband erwürgt hat. Sie ist immer an der Leine, da sie Jagdtrieb hat und wir sie nicht frei laufen lassen können. Sie hört leider nicht auf Rückruf, da sie immer zu stark abgelenkt ist, da wir viel Katzen ums Haus haben, jagt sie denen hinterher.
Wenn sie jemanden kennt, wie zB. mein Sohn oder meine Freundin, die vorbei kommen, dann bellt sie erst wie verrückt an der Türe und springt daran hoch, bis sie aufgeht, dann geht sie erst in Deckung und bellt weiter, bis sie erkennt, wer da kommt und beruhigt sich dann und kommt dann auch auch einer Weile. Bei Fremden allerdings kriegt sie sich fast nicht ein und haut ab ins Wohnzimmer und wufft dann da vor sich hin. Sie kommt zwar immer wieder mal um die Ecke und schaut dann nach, aber bellt dann auch sofort wieder los, wenn sie den Fremden sieht.
Was ich allerdings eben schlimm finde, wenn wir draußen jemanden begegnen, dann ist sie im reinen Fluchtmodus zieht einen fast von den Füssen und zittert wie verrückt und lässt sich auch nicht beruhigen,obwohl die Leute nur an einem vorbeigehen und sie ja nicht mal beachten oder ansprechen. Wir wissen nicht mehr was wir noch tun sollen und sind echt kurz davor sie zurück zugeben. Ansonsten ist sie ein echt lieber Hund und bleibt anstandslos eiige Stunden alleine.
Wir haben hier leider auch keine Möglichkeit in der Nähe ein eingezäuntes Gelände zu finden um mit ihr zu trainieren. Zu anderen Hunden ist sie sehr sozial und spielt auch mit ihnen, allerdings halt nur an der Leine. Da hat sie dann auch kaum Probleme mit deren Besitzer. Sie ist ansonsten auch überhaupt nicht ängstlich, wenn z.B. ein Traktor vorbeifährt oder an Silvester die Knallerei machen ihr rein gar nix aus, sie hat nur diese Panik vor Menschen. Wir sind einfach am Ende unseres Lateins und würden sie nur ungerne wieder hergeben. Ich hoffe Sie können uns irgendwie helfen. Wir sind um jeden Tipp dankbar. Herzliche Grüße Elke und Charly mit Gina

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Antworten(4)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 15.05.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Elke,
    es ist natürlich nicht leicht, in solchen Fällen aus der Entfernung einfach so zu raten. Deshalb müsste ich noch etwas mehr Informationen haben.
    Sie schreiben, zuhause springt sie an der Tür hoch bis sie merkt, wer es ist. Was tun Sie in diesem Fall?
    Wie geht Gina an der Leine? Geht sie vor, zieht evtl. sogar?
    Wie reagieren Sie, wenn Gina solche Angst hat?
    Wie gehorcht sie ansonsten?
    Will sie oft gestreichelt werden und wenn ja, gehen Sie auf diese Forderung ein?

    Auf Ihre Antwort freut sich
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

  • Gina1512
    Gina1512
    schrieb am 17.05.2015

    Hallo Ellen,
    erstmal vielen Dank fü`s antworten. :)
    Wir haben eine Treppe und unten am Ende ist direkt die Haustüre. Diese ist mit Milchglasauschnitten, sodass sie sieht, wenn jemand vor der Türe steht. Sobald es klingelt, oder sie aber nur jemanden vorbeilaufen sieht, rennt sie runter und bellt wie verrückt und springt an der Türe hoch. Ich rufe sie dann zwar zu mir zurück, was aber nicht immer funktioniert. Sobald sie oben angekommen ist rennt sie gleich wieder runter, bis ich auf den Türöffner drücke und die Türe aufgeht, dann rennt sie wieder zu mir hoch, da sie ja nicht weiß, wer da kommt und bellt aber dann weiter, bis sie merkt, WER es ist. Dann erst ist sie ruhig. Da sie kupiert ist, und nur noch einen kleinen Stummel hat sieht man nicht immer sofort, wenn sie ihn ihn einzieht. Man kann aber sehen ob sie freudig mit ihm wedelt oder eher zitternd, wenn sie nervös/ängstlich ist.
    Beim Gassi gehen läuft sie eigentlich immer vor. Wir haben eine 5 Meter Flexileine, da sie immer einige Meter in den Wald geht um ihr Geschäft zu machen. Sie macht nie an den Rand des Weges. Anschließend kommt sie an die 3 Meterleine. Die hängt sich mein Mann immer um die Schulter. So ist läuft sie ca. 1 - 1,5 Meter vor ihm. Sobald sie allerdings etwas riecht, da sie ja Jagdtrieb hat, zieht sie wie verrückt a der Leine. Mein Mann ruft sie dann zu sich und lässt sie Sitz oder Platz machen und wartet dann eine Weile. Dann geht er wieder weiter und nach 3- 4 Metern läuft sie wieder vor und die Leine ist dann gespannt.
    Kommt aber jemand hinter uns nach, dann will sie sofort flüchten und zittert extrem. Sie schaut auch immer wieder nach hinten ob auch ja niemand kommt. Mein Mann lässt sie dann meist Sitz oder Platz machen, trotzdem zittert sie weiter, bis die "Gefahr" nicht mehr sichtbar ist. Genauso verhält sie sich, wenn jemand auf uns zukommt.
    Kommt allerdings jemand mit einem oder mehreren Hunden entgegen, fängt sie an zu fiepen und zieht in Richtung des Hundes da sie gleich mit dem / den Hund/en spielen will. Da reagiert sie auch nicht auf den anderen Hundebesitzer. die lässt sie dann links liegen.

    Draußen macht sie Sitz und Platz an der Leine, wenn sie allerdings stark abgelenkt ist durch zB. Katzen , dann zieht sie wie verrückt und folgt nur schwer. Spricht man mit jemanden und man sagt zu ihr SITZ, dann macht sie das soweit wie die Leine reicht, erst am Ende der Leine. Hauptsache weit weg.
    Zuhause kommt sie manchmal sofort, wenn man sie ruft und manchmal erst nach 2-3 x rufen, wenn ich dann einen schärferen Ton anschlage. Sie macht Sitz/Platz und gibt Pfötchen.. Schicke ich sie auf ihren Platz oder in ihr Hundebett, dann macht sie das auch.

    Zum streicheln: Sie selbst kommt nicht sooo oft um gestreichelt zu werden. Wir streicheln und schmusen mit ihr, wenn wir sie zu uns rufen, oder sie neben uns auf der Couch liegt. Sie hat ein eigenes Couchteil mit ihrer Hundedecke drauf. Sie lässt sich auch sehr gerne zudecken, da sie kein Unterfell hat, und gerade im Winter eher friert. aber auch im Sommer decken wir sie immer zu, da sie das wohl gerne hat. Sie gräbt sich dann richtig mit ihrer Schnauze in die Decke.
    Was sie extrem gerne macht, ist, wenn mein Mann auf der Couch liegt, dann kann es sein, dass sie sich hinter ihn legt, auch wenn kaum Platz ist. Hauptsache sie ist in seiner Nähe. Oder wenn er sitzt, dann legt sie gerne ihren Kopf auf sein Knie/Bein. Auch mag sie es sehr gerne, wenn man sie hoch nimmt, dann sitzt sie richtig auf dem Hintern, wie ein Mensch, nur damit sie dann aus dem Fenster schauen kann :) Dann knabbert sie gerne am Ohr meines Mannes und kaspert rum.
    Ich hoffe , dass hat Ihnen etwas geholfen. Ich freue mich auf ihre Antwort :D
    Ihre Elke

  • Gina1512
    Gina1512
    schrieb am 17.05.2015

    Achja, was ich vergessen habe zu erwähnen. Ich habe mich vor einigen Wochen bei http://online-hundetraining.de angemeldet und wir sind nun am üben. Leider sind wir noch beim orientieren am Menschen mit Leine, da ich gesundheitlich bedingt nicht so oft mit Gina üben kann funktioniert das Ganze noch nicht so, wie es sein sollte. Auch da sie immer so sehr abgelenkt ist klappt das nur bedingt.

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 17.05.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Elke,
    vielen Dank für die ausführliche Antwort.
    Die Frage, wie Sie reagieren, wenn Gina solche Angst hat, haben Sie wahrscheinlich übersehen :-) Es ist aber auch wichtig, das zu wissen, weil die Reaktion von Herrchen/Frauchen die Angst mildern oder steigern kann.
    Es ist, denke ich ein Führungsproblem, wie bei vielen Angsthunden. Ihre Gina handelt zuviel nach eigenem Ermessen und wird dabei nicht oder wenig korrigiert. Dadurch wird sie in die Führungsrolle gedrängt, kommt damit aber nicht klar, wie die meisten Hunde.
    Sie schreiben, wenn Sie sie zuhause rufen, kommt sie manchmal erst, nachdem Sie einen schärferen Ton anschlagen. Besser ist es, immer in freundlichem Ton zu rufen, es dann aber, beim ersten, spätestens zweiten Mal durchzusetzen. Dabei hilft eine Hausleine (1m langes Seil/Leine) sehr gut. Sie rufen, Gina hört nicht, Sie gehen zu ihr hin und ziehen sie dorthin, wo Sie sie hingerufen haben. Dann, und das ist wichtig, wird sie gelobt und sofort wieder gehen gelassen. Sie lernt dadurch, dass sie gehorchen MUSS und sie lernt, Sie ernst zu nehmen.
    Ein Hund, der draußen vor geht oder an der Leine zieht, führt das Rudel an und muss regeln. Auch damit kommen die wenigsten Hunde, schon gar nicht Angsthunde, zurecht. Hunde, die Angst haben, wollen und sollten beschützt werden und sich auf ihre Besitzer verlassen können. Mit der Führungsrolle sind sie überfordert. Führen hingegen Sie den Hund, wie das sein sollte, regeln Sie und zeigen dadurch dem Hund, dass er sich um nichts kümmern muss.
    Üben Sie deshalb die Leinenführigkeit. Sobald Gina versucht, Sie zu überholen, wechseln Sie die Richtung. Üben Sie das immer zwischendurch, ca. 5 Minuten lang. Dazu ist die 1m -1,5 m Leine ok. Die Flexileine lassen Sie am besten weg, die trainiert die Hunde zum Ziehen. Nehmen Sie stattdessen eine ca. 5m lange Schleppleine, mit der Sie zusätzlich noch das Herankommen üben können. Das funktioniert wie zuhause das Üben mit der Hausleine.
    Vielleicht sollten Sie ein Apportiertraining, Dummytraining und Fährtentraining mit Gina machen. Dadurch werden Sie erstens interessanter für sie und Sie können den Jagdtrieb in andere Bahnen lenken.
    Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung, auch telefonisch: http://www.hundeschule-saarland.eu/LesLoups/Telefonberatung.htm

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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