Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Mein Welpe ist sehr eifersüchtig

  Rheinland-Pfalz
MelittaMarx schrieb am 13.04.2016   Rheinland-Pfalz
Angaben zum Hund: Mischling, weiblich, nicht kastriert, Alter 3-12 Monate

Wir haben seit zwei Monaten ein Welpenmädel Sally.Sie ist jetzt sechs Monate alt.Haben sie vom Tierschutz.Sie kommt aus dem Ausland.Mittlerweile hat sie sich sehr gut bei uns eingelebt.Aber sie ist heftig eifersüchtig.Ich bin Hausfrau und daher den ganzen Tag mit ihr zusammen.Also die Bezugsperson.Kaum ist mein Mann da,dürfen wir nicht mal nebeneinander sitzen oder uns einen Kuss geben.
Weiterhin beisst sie beim Spielen.Manchmal sehr heftig.Aber nur mich.Meine Arme weißen schon einige blauen Flecke auf.Und sie zieht mir immer an den Haaren.Hab schon einiges probiert damit sie damit aufhört aber nix will helfen.Was kann ich noch tun?

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Antworten(3)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 13.04.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,

    ich weiß nicht, ob es Eifersucht ist. Hunde wollen einfach dabei sein und manchmal auch im Mittelpunkt stehen. Manchmal können sie mit unserem Verhalten auch wenig anfangen und müssen erst lernen, dass wir "Zweibeiner" manchmal Dinge machen, die nicht ins Hundeschema passen.

    Gehen Sie schon in eine Hundeschule? Was haben Sie bisher unternommen, um die Beißhemmung aufzubauen?

    Die Beißhemmung ist nicht angeboren und muss erlernt werden. Haben Hunde die Möglichkeit mit anderen Hunden zu kommunizieren, lernen sie es im Spiel.
    Im Spiel mit den Menschen müssen sie lernen, dass unsere Haut deutlich empfindlicher ist.
    Deswegen sollten Sie jedesmal das Spiel beenden, wenn Ihre Hündin zu grob wird. Schieben Sie sie konsequent und deutlich zur Seite, stehen Sie auf und gehen weg. Sie können, wenn Sie es wollen, nach kurzer Zeit das Spiel wieder aufnehmen. Wird sie wieder zu grob, beenden Sie wieder unverzüglich das Spiel und gehen weg.

    Manche Hunde sind jedoch sehr hartnäckig. Dann hilft es einfach mal kurz den Unterkiefer festzuhalten. Das finden die meisten Hunde sehr unangenehm.

    Das Kuscheln mit Ihrem Mann sollten Sie unbedingt beibehalten. :) Loben Sie Ihre Hündin dann für das Ruhigbleiben. Kuscheln Sie und Ihr Mann ruhig anschließend auch mit ihr. Schließen Sie sie einfach ein.

    Für weitere Anregungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    www.wolf-inisde.de

  • MelittaMarx82
    MelittaMarx82
    schrieb am 13.04.2016

    Danke für die rasche Antwort.
    Nein wir gehen nicht in die Hundeschule.Bei uns in der Nähe gibt es keine.Und ich möchte das gerne selbst bewerkstelligen.
    Das mit den "Eifersüchteleien" geht ja noch.Ist verständlich.Sie ist noch jung.Da will sie überall dabei sein.
    Das mit dem Beißen ist schon heikler.Haben Sally einige Beißspielzeuge geholt die wir ihr immer geben wenn sie im Spielen anfängt zu beißen.Hauptsächlich beißt sie ja nur mich.Egal ob mein Mann oder mein Sohn dabei sind oder nicht.Mit denen geht sie zaghaft um.Nur ich muss darunter leiden.Beißen oder Haare ziehen.
    Das mit dem Spiel unterbrechen habe ich schon ausprobiert.Manchmal klappt es,manchmal nicht.Da läuft sie mir nur hinterher.Weil sie denkt ich gehe weg.
    Denn wenn ich mal ohne sie weggehe heult sie das ganze Haus zusammen.Auch wenn mein Mann da ist.Sie bleibt die ganze Zeit an der Wohnungstür bis ich wieder da bin.Egal wielange es dauert.

    MfG, MelittaMarx

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 14.04.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,

    auch wir empfehlen manchmal, dem Hund ein Spielzeug als Alternative zu geben, wenn der Hund im Spiel zu grob wird. Die Gefahr dabei ist jedoch, dass der Hund dies als Bestätigung oder Belohnung ansehen könnte. Hunde bilden sehr schnell einen Zusammenhang nach dem Motto: Wenn ich wild werde, bekomme ich ein tolles Spielzeug, also muss ich wild werden, damit ich es bekomme.

    Toll, dass Sally gegenüber Ihrem Mann und Ihrem Sohn sanfter ist. Das zeigt doch, dass sie eine Beißhemmung aufbaut. Das zeigt aber auch, dass Sie zur Zeit der Kumpel sind, mit dem man raufen kann. Die Frage ist doch nur, ob Sie das wollen. Wenn Sie das nicht möchten, dann müssen Sie konsequent sein und das Spiel beenden. Ich versuche immer ganz viel von meinen beiden Hunden zu lernen. Die beiden sind größenmäßig ziemlich verschieden. Die ältere ist eine Beardie-Hündin (ca. 20 kg), der jüngere ist ein Doggen-Rüde (ca. 64 kg). Die beiden spielen gerne zusammen. Der Jungspund ist aber oftmals ein wenig grobmotorisch. Dann beendet meine Hündin das Spiel. Sie bleibt stehen und schaut den Rüden nur streng an. Dem Rüden merkt man dann an, dass er gerne weiterspielen möchte, weiß aber auch, dass er sich dann einen Rüffel einfängt. Wenn er dann "aufgibt", dauert es in der Regel nicht sehr lange, dann bietet die Hündin das Spiel wieder an.

    Sie berichten, dass Sie Sally Angst hat, Sie könnten weggehen und Ihnen dann hinterher läuft. Wenn es genügt, dass Spiel zu unterbrechen, nicht mehr auf Interaktionen einzugehen und körperlich zu demonstrieren, dass kein weiteres Spiel erwünscht ist, dann ist es doch schon gut. Versuchen Sie einfach Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Setzen Sie Grenzen und halten Sie diese auch konsequent ein.

    Die Beißhemmung ist ein unglaublich wichtiges Instrument in der Hundeerziehung. Man hat festgestellt, dass Hunde, die eine gute Beißhemmung aufgebaut haben, dies auch in schmerzhaften Situationen gut abrufen können, z.B. wenn sich Sally verletzt hat und Sie sie anfassen müssen.

    Sie können sich aber auch aus der Rolle des Raufpartners befreien, indem Sie vorwiegend ruhige Spiele mit Sally spielen. Suchspiele, Intelligenzspiele, Objektspiele, Apportierspiele etc.

    Sie schreiben, dass Sally sehr weint, wenn Sie das Haus verlassen. Natürlich müssen Sie auch mal das Haus verlassen können. Dennoch rate ich hier zur Sensibilität. Sie sind die Bezugsperson. Sie müssen das Allein bleiben langsam üben. Und sie fühlt sich anscheinend alleine auch wenn Ihr Mann da ist. Gestalten Sie die Situationen doch immer so, dass Sally gar nicht erst trauern muss. Spielen Sie mit ihr bevor sie gehen, powern Sie sie richtig aus. Wenn Sie müde ist, wird sie es sicherlich besser vertragen. Verlängern Sie ganz langsam die Zeit, in der Sally alleine bleibt. Ist dies einmal nicht möglich, bitten Sie Ihren Mann oder Ihren Sohn Sally in dieser Zeit zu beschäftigen, bzw. abzulenken.

    Ich hänge Ihnen noch einmal eine "Anleitung" für das Alleine Bleiben dran.

    Herzliche Grüße
    Gabriele Holz
    www.wolf-inside.de

    Um Trennungsstress zu vermeiden, ist es wichtig, Ihrer Hündin beizubringen, dass alleine zuhause zu bleiben eine angenehme Erfahrung ist. Eine Zeit in der sie sich entspannen kann oder schöne Dinge tun kann. Die effektivste Möglichkeit zur Vermeidung von Trennungsstress ist ihr von Beginn an beizubringen, dass Alleinsein Spaß macht. Um dies zu erreichen ist eine schrittweise Erhöhung der Abwesenheitszeit wichtig, so dass Ihre Hündin sich nie ängstigen muss und diese Zeit immer mit etwas Schönem verbindet. Die wichtigsten Aspekte dieses Trainings sind, dass die Zeiten des Alleine seins langsam gesteigert werden. Wie langsam hängt von der Entspannung Ihrer Hündin ab. Lassen Sie sie nie so lange alleine, dass sie verzweifelt. Bitten Sie ggfs. Freunde oder Familie in der Zeit der Abwesenheit auf sie zu achten.
    Belohnen Sie Ihre Hündin, wenn sie entspannt alleine geblieben ist. Belohnung kann ein Spiel, ein Leckerchen, eine Liebkosung oder ein Lob sein. Wenn sie ängstlich ist, schicken Sie sie wieder auf ihre Decke. Reduzieren Sie dann die Zeit, in der sie alleine bleibt.
    Wiederholen Sie die folgenden Trainingsstufen bis Sie sicher sind, dass Ihre Hündin glücklich ist.
    1. Starten Sie damit, Ihre Hündin auf ihre Decke zu schicken. Dort soll sie eine kurze Zeit verweilen. Bleiben Sie bei ihr stehen. Belohnen Sie sie dafür.
    2. Als nächstes schicken Sie Ihre Hündin auf ihre Decke und bewegen Sie sich, solange sie dort bleibt. Belohnen Sie sie dafür.
    3. Steigern Sie die Zeit und die Distanz zu Ihrer Hündin. Bleibt sie auf der Decke, wird sie belohnt. Steht sie auf oder jammert sie, wird sie nicht belohnt. Gehen Sie dann aber wieder einen Schritt zurück.
    4. Beginnen Sie dann, den Raum zu verlassen und die Tür hinter sich zu schließen.
    5. Beginnen Sie dann, die Abwesenheit zu verlängern.
    6. Wenn Ihre Hündin dies eine Stunde lang erträgt, sollte es kein Problem sein, sie länger alleine zu lassen. Geben Sie ihr etwas, womit er sich beschäftigen kann, damit sie sich nicht langweilt.


    Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie tun können, damit sich Ihre Hündin beschäftigen kann, während Sie weg sind.
    Geben Sie ihr einen Knochen oder ein Spielzeug, wenn Sie den Raum verlassen. Stellen Sie sicher, dass das besondere Spielzeug oder Knochen der Hündin nur zur Verfügung steht, wenn sie alleine gelassen wird.
    Geben Sie Ihrer Hündin einen gefüllten Kong oder einen Leckerchenball. Verstecken Sie Leckerchen im Haus, die sie suchen kann oder basteln Sie ihr ein Überraschungspaket. Diese Dinge beschäftigen Ihren Hund geistig.
    Räumen Sie diese Dinge wieder weg, wenn Sie heimkommen.
    Ihre Hündin wird leichter alleine bleiben, wenn sie zuvor beschäftigt wurde. Gehen Sie vor dem Alleine bleiben spazieren. Warten Sie dann noch 30 Minuten, bevor Sie sie alleine lassen.
    Geben Sie ihr eine halbe Stunde vor dem Alleine bleiben eine Mahlzeit. Geben Sie ihr noch einmal die Möglichkeit sich zu lösen, bevor sie alleine gelassen wird.
    Vermeiden Sie jegliche Strafen.
    Sollte Ihre Hündin sich schlecht benehmen, während Sie sie alleine gelassen haben, schimpfen Sie nicht mit ihr. Die häufigsten Gründe für Verhaltensprobleme beim Alleine bleiben liegen daran, dass die Besitzer mit ihren Hunden schimpfen, wenn sich der Hund während der Zeit des Alleine bleiben schlecht benommen hat. Ihre Hündin kann Ihre Strafe nur mit Ihrem Zurückkommen verbinden, nicht mit der Zerstörung, dem Bellen oder dem Unsauber sein. Ihre Hündin wird dann besorgt über Ihre Reaktion beim nächsten Zurückkehren sein und dies wird ihr „schlechtes Verhalten“ eher noch bestärken

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