Deine Hundetrainer-Sprechstunde

Probleme mit anderen Hunden

  
Sani schrieb am 28.04.2019   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Unser Hund flippt beim Spazieren gehen total aus, wenn er andere Hunde sieht. Er bellt wie verrückt. Er lässt sich dann kaum weiter bewegen und macht einen Riesenaufstand. Mit Menschen, Joggern, Fahrradfahrern hat er aber Gott sei Dank kein Problem. Wie können wir mit ihm üben, damit der Spaziergang entspannter wird?

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Antworten(1)

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 17.05.2019
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo, hier müssen sie erst einmal herausfinden, warum ihr Hund so reagiert. Ist er frustriert, weil er nicht hin kann? Hat er schlechte Erfahrungen gemacht? Möchte er sein Spaziergehrevier verteidigen oder sie betrachtet er sie als Ressource, die er gegen andere Hunde verteidigen muß?
    Davon abhängig wäre dann die Wahl des Ortes für ihr Training. Genügend Distanz am Anfang ist sehr wichtig.
    Sie müssen jetzt versuchen ein neues Verhalten für Begegnungssituationen aufzutrainieren. Ein Alternativverhalten welches sie dann beim Hund abrufen können.
    Ihr Hund soll lernen sich an ihnen zu orientieren. Er soll lernen, das ein Hund die Ankündigung für ein bestimmtes Verhalten ist.. Z.B. du siehst einen Hund, drehe dich zu mir um und du wirst dafür belohnt. Womit der Hund belohnt wird, ist egal. Das kann ein tolles Leckerchen sein, eine Streicheleinheit oder ein kleines Spiel. Es muß dem Hund nur suuuuuper gut gefallen, so daß er sich ihnen zuwendet. Und dieses Verhalten müssen sie jedesmal einfordern. Sprechen sie ihn an, belohnen sie ihn und wählen sie anfangs die Distanzen so groß, daß er sich ihnen auch zuwenden kann.
    Wenn der Hund dann von sich aus zu ihnen Kontakt aufnimmt, können sie schrittweise die Distanz zum anderen Hund verringern.
    Er soll lernen andere Hunde sind super toll, denn er bekommt immer etwas tolles, wenn er sich zu ihnen wendet und die anderen ignoriert.
    Irgendwann kommen sie auch ohne den ganzen "Aufwand" an anderen Hunden vorbei und ein "Fein/super" genügt als Belohnung.
    Anfangs wird der Hund auf geringe Distanz nur sehr schwer oder gar nicht, das gewünschte Alternativverhalten zeigen können. Dies ändert sich mit stetigem Training.
    Ob es dann später ein Spiel mit dem anderen Hund gibt oder nicht, ist für das Training unwichtig.
    Falls sie Hilfe benötigen für ihr Training, finden sie nützliche Tipps z.B. in diesem Buch : Hund trifft Hund: Entspannte Hundebegegnungen an der Leine von Katrien Lismont
    Begenungstraining kann man anfangs auch sehr gut auf einem Hundeplatz unter Anleitung trainieren. Dort können alle Situationen gestellt werden und sie können die ersten Schritte unter Anleitung trainieren, damit sie dann im Alltag sicher sind.
    Adressen für Hundetrainer finden sie z.B. auf den Seiten des BHV unter https://www.hundeschulen.de/

    Viel Erfolg beim Training.
    Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick
    zertifizierter Hundetrainer/Verhaltensberater IHK/BHV

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