Wie reagieren, wenn sich Hund aggressiv verhält?

  
andrea_uckel schrieb am 12.07.2022   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage


Wir sind derzeit auf eigen großen Anwesen im Urlaub. Eine weitere Familie ist ebenfalls hier. Eigentlich wäre es hier für unseren Labrador Rüden ein Traum, da hier ein riesiges Grundstück dazu gehört, wo er frei laufen und stromern könnte, wenn er sich nicht ungewöhnlich aggressiv verhalten würde.
Er bellt jeden Fremden, der auf das Grundstück kommt (die weitere Familie, Leute die hier arbeiten) an und sprintet auf sie zu. Er rennt auch bellend los, wenn gar nichts los ist. Wir sind jetzt den zweiten Tag hier und ich habe das Gefühl, es wird schlimmer als besser Wir Leinen ihn nun konsequent an, nur wenn wir alleine sind, kann er ohne Leine laufen. Wie reagiere ich richtig? Zeige ich ihm, dass ich sein Verhalten nicht toleriere? Ignoriere ich es und versuche nur ihn abzulenken? Ich habe das Gefühl, er ist stark verunsichert aufgrund der ungewohnten Umgebung und des ungewohnten Tagesrhythmus.


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Antworten(1)

  • Cian Lösch
    Cian Lösch (Hundetrainer)
    schrieb am 14.07.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Sehr geehrte Frau Uckel,

    vielen Dank für Ihre Frage. So wie ich das wahrnehme, handelt es sich definitv um eine Angstreaktion aus Unsicherheit in der ungewohnten Umgebung.
    Ihr Hund scheint damit überfordert zu sein und kommuniziert auf diese Weise seine Gefühle mit Ihnen.
    Das Erste und Wichtigste ist, Ihren Hund zu verstehen, sich in seine Welt hineinzuversetzen.
    Bedenken Sie, Ihr Hund hat eine viel intensivere Wahrnehmung der Umgebung und reagiert sehr wohl, weil er Geräusche, Gerüche etc. erkennt, die Ihnen verborgen bleiben. Daher gibt es immer einen Grund, warum er bellt oder zum Zaun rennt.
    Speziell fremde Menschen auf seinem neuen Territorium können extrem verunsichernd sein. Ihr Hund verhält sich also völlig normal.

    Wenn Sie Ihren Hund verstehen, können Sie entsprechend handeln.
    Das bedeutet, die Aufenthalte auf dem Grundstück grundsätzlich gemeinsam konstruktiv, z.B. mit Nasenarbeit etc, zu gestalten.

    Umlenkung. Wenn Ihr Hund einen Außenreiz/Menschen wahrnimmt, üben Sie sich an der Rückorientierung. Laden Sie ihn ein, zu Ihnen zu kommen und belohnen Sie ihn dafür.

    Schützen Sie seinen Nahbereich. Der Nahbereich ist der persönliche Bereich von ca. 2m m Sie und Ihren Hund. Weder andere Hunde noch Menschen dürfen diesen Bereich betreten.
    Wenn Ihr Hund sich mit Menschen sozialisieren möchte, dann solltet Ihr gemeinsam als Team diesen Kontakt herstellen.
    Hundekontakt sollte stets in der Distanz außerhalb des Nahbereichs stattfinden, also nach einer sog. Freigabe.
    So gewinnt Ihr Hund Sicherheit.

    Vermeiden Sie schimpfen etc., das wäre eine klare Misskommunikation und würde das Gegenteil bewirken.

    Vertrauen aufbauen & Desensibilisierung. Seien Sie bei Ihrem Hund in der Situation.
    Sie können z.B. durch gezielte Tiefenatmung Ihren Hund entspannen, denn Ihre Entspannung überträgt sich auf ihn.
    Der Beruhigungsgriff ist hier ebenfalls sehr hilfreich. Dabei halten Sie mit der flachen Hand die Brust Ihres Hundes, z.B. unter dem Geschirr, und atmen selbst entspannt mit der Bauchatmung. Lassen Sie Ihren Atem und Ihre Gedanken fließen. Seien Sie die Ruhe, die Sie sich von Ihrem Hund wünschen.
    Bleiben Sie mit Ihrem Hund in der für Ihn schwierigen Situation oder führen Sie die Übung in einem gewissen Abstand zum Reiz durch. Wichtig ist, dass Ihr Hund dabei eine positive Erfahrung macht und lernt, mit den für ihn bedrohlichen Außenreizen umzugehen.

    Belohnen Sie Ihren Hund für sein entspanntes Verhalten, jeder Schritt in die richtige Richtung muss bestätigt/belohnt werden.
    Überlegen Sie, wie Sie Ihren Hund am besten belohnen können. Das kann zugleich auch eine wunderbare Ablenkung sein.
    Leckerlisuche mit vorheriger Impulskontrolle bietet sich hier an.

    Sie haben zuvor die "Leine" erwähnt. Für mich gibt es nie eine Leine, sondern ausschließlich eine energetische Herzensverbindung. So sieht es auch Ihr Hund.
    Es ist ratsam, den Leine-Gedanken loszulassen und stattdessen in Energie & Herzensverbindung zu denken.
    Sie können auch mit einer umgangssprachlich "Schleppleine" jedoch in meiner Philosophie Distanzherzensband (ausschließlich am Geschirr!!!) arbeiten.
    Generell empfiehlt sich ein Geschirr mit einem Frontring zur Umlelnkung der Energie (30%).

    Vielleicht hilft Ihnen das auch, diesen Energiegedanken bzw. das Gefühl der energetischen Verbindung besser umzusetzen.

    Haben Sie auf jeden Fall Verständis, Geduld und behandeln Sie Ihren Hund so, wie Sie es sich in der Situation an seiner Stelle wünschen würden.

    Die Beziehungsebene ist immer der Schlüssel zur Lösung.

    Für Ihre Rückfragen stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

    Viele Grüße,
    Cian Loesch

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