Hund maßregelt Kinder, was tun?

  
Obisch schrieb am 15.09.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo, ich habe folgende Frage.


Wir haben im April einen Hund (Rüde) aus der Tierrettung bekommen. Er ist mittlerweile 10,5 Monate. Ist total lieb und entspannt, solange nur ich oder meine Frau oder wir beide mit ihm zuhause sind. Sobald aber unsere Jungs (6 und 11 Jahre alt) dabei sind versucht er seit einiger Zeit diese bei jeder Gelegenheit zu maßregeln. Wenn wir ihm das dann untersagen, dann lässt er es solange um bei nächster Gelegenheit wieder anzufangen. Unser älterer Sohn hat sogar schon die Arme total blau gehabt, weil der Hund ihn immer wieder dort angegangen ist.


Wir schaffen es auch einfach nicht das Hochspringen an den Kindern zu unterbinden. Wir sind bereits, seitdem er bei uns ist mit zwei unterschiedlichen Hundetrainerinnen dabei mit ihm zu arbeiten. Die aktuelle Trainerin hat uns jetzt nahegelegt, dass wir uns Gedanken machen sollten, ob wir ihn (auch in seinem Sinne, da er wohl auch Stress hat wenn die Kinder dabei sind) behalten bevor es zu einem schlimmeren Vorfall kommt. Meine Frau hat sich mittlerweile zum Schutz der Kinder dieser Meinung angeschlossen.


Ich habe jedoch das Gefühl, dass es das irgendwie nicht sein kann und hoffe auf eine Möglichkeit die Situation recht kurzfristig zu entschärfen. Was kann ich tun? Es wäre wirklich super, wenn es einen Ausweg gäbe, da er mir bzw uns natürlich auch schon sehr ans Herz gewachsen ist. Andererseits wäre ich zumindest mit meinem Gewissen etwas mehr im Reinen, wenn ich auch von Ihnen jetzt hören (lesen) würde, dass es für alle das Beste wäre ihn z. B. in einen kinderlosen und hundeerfahrenen Haushalt weiterzugeben. Ich will ja auch für ihn nur das Beste und das er glücklich und zufrieden sein Hundeleben leben kann.


Es wäre sehr lieb, wenn ich eine Antwort bekäme. Vorab vielen Dank!

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Antworten(1)

  • Kerstin Gebhardt
    Kerstin Gebhardt (Hundetrainer)
    schrieb am 24.09.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Herr Obisch, danke für Ihre eMail und auch dafür, daß Sie sich so große Gedanken machen. Hunde akzeptieren Kinder nicht bis zur Pubertät, sie riechen dann wie Kinder und Hunde maßregeln sie, wenn sie der Meinung sind, die Kinder machen etwas, was nicht passt. Ältere Jugendliche werden oftmals besser akzeptiert, wenn sie wie erwachsene Menschen riechen. Bei Jungen ist es meistens nach dem Stimmbruch. Außerdem ist Ihr Rüde ja auch gerade in der Flegelphase, wo u.U. die Hormone verrückt spielen und er nicht weiß, ob er Männlein oder Weiblein ist.
    Die Kinder können sich selbst nicht helfen, sondern Sie müssen Ihren Hund in seine Schränken weisen und er muss wissen, ob sein Platz in der Familie ist, nämlich unter den Kindern. Wenn er sich von Ihnen als Erziehungsberechtigte etwas sagen lässt und es auch akzeptiert, ist es gut. Wird er auch bei Ihnen übergriffig und schnappt auch mal zu, wird es schwierig. Sie müssen dafür sorgen, daß Ihre Kinder sich frei bewegen können und Ihr Hund einen festen Platz bekommt und auch dort hingeschickt und bleiben muss, sobald er anfangen will, sich den Kindern in nicht angemessener Form zu verhalten. Evtl. kann eine sog. Hausleine helfen, sobald er die Kinder wahrnimmt und anfangen will, sagen Sie NEIN und ruckeln gleichzeitig an der Leine und bringen ihn auf seinen Platz. Dies machen Sie immer wieder sobald er es versuchen will bis ein NEIN ausreicht und er es lässt ohne das Sie ruckeln müssen. Lassen Sie den Hund nicht mit den Kindern allein. Er soll nicht unbeobachtet sein Verhalten weiter machen können. Desweiteren bekommt er nur Aufmerksamkeit und Belohnung für angemessenes Verhalten. Beispiel: kommt er von alleine zu Ihnen und fordert Aufmerksamkeit wird er nicht beachtet - rufen Sie ihn aber und er kommt bekommt er Futter oder Aufmerksamkeit. Futter aus dem Napf gibt es nicht mehr, sondern nur für angemessenes Verhalten. Normalerweise sollten junge Hunde bis zum 6 Monate die sog. Beißhemmung lernen, da Welpen untereinander richtig wild werden, wenn sie "AUA" rufen und ihr Artgenosse hört nicht auf, meistens bekommt dieser dann die doppelte Ladung zurück. Da ich aber weder die Rasse Ihres Hundes noch den Charakter Ihres Hundes kenne, bin ich etwas vorsichtig zu raten, wenn er Ihr Kind maßregelt sollten Sie ihn doppelt so heftig maßregeln, der Schuss kann nach hinten losgehen. Zu sagen, Sie müssen den Hund abgeben, wäre auch nicht richtig, weil ich ihn ja gar nicht kenne. Vielleicht sollten Sie doch noch eine weitere Fachfrau/-mann hinzuziehen, der wirklich einschätzen kann, woran es wirklich liegt, Pubertät / Erziehung oder doch Aggressivität, die nicht berechenbar ist. Viel Glück!

    Viele Grüße aus Düsseldorf
    Kerstin Gebhardt
    Hundepsychologin/-trainerin
    www.kerstin-gebhardt.de

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